CD-Review: Testament - The Legacy

Besetzung

Chuck Billy - Gesang
Eric Peterson - Gitarre
Alex Skolnick - Gitarre
Greg Christian - Bass
Louie Clemente - Schlagzeug

Tracklist

01. Over The Wall
02. The Haunting
03. Burnt Offerings
04. Raging Waters
05. C.O.T.L.O.D.
06. First Strike Is Deadly
07. Do Or Die
08. Alone In The Dark
09. Apocalyptic City


San Francisco und Thrash Metal, da war doch was…Richtig liebe Kinder, die Bay Area! Für alle, die damals noch in Spermium und Eizelle aufgeteilt waren: Mitte bis Ende der Achtziger Jahre erlebte der Thrash Metal in der Bay Area von San Francisco quasi seine Geburt, Bands wie Slayer, Metallica, Anthrax oder Exodus bildeten die erste Generation einer bis heute anhaltenden Welle. 1987 gesellte sich eine Band namens Testament in diese Gruppe. Und schrieben mit ihrem Debüt „The Legacy“ Musikgeschichte und liessen Debütalben wie „Kill em all“ von Metallica oder „Show no mercy“ von Slayer ziemlich alt aussehen.

Gleich beim Opener „Over The Wall“ bekommt man alle Trademarks zu hören, die der geneigte Nostalgiker so liebt, Tempo in Herzrasennähe und teilweise kreischender Gesang in den obersten Tonlagen. Bei „The Haunting“ wird man mit göttlichen Gitarrensoli verwöhnt, die Nackenmuskulatur wird bis aufs Äusserste strapaziert und Chuck Billy singt wie ein junger Gott. Melodie wird bei Testament trotz aller Härte grösser als groß geschrieben! Das wird spätestens bei den Doppelgitarrensoli bei „Raging Waters“ deutlich. Und ein Song wie „C.O.T.L.O.D:“ (Curse Of The Legions Of Death) könnte direkt von schon angesprochener „Kill em all“ Scheibe genommen und der verruchte Inzestbruder von „Metal Militia“ sein.

Spätestens beim Rausschmeisser „Apocalyptic City“ weiss man, wieso diese CD bei Erscheinen in der Szene einschlug wie eine Bombe. Songs wie „Burnt Offerings“, „First Strike Is Deadly“ oder „Alone In The Dark“ sind Klassiker, bei deren Nennung jedem Metaller das Wasser im Mund zusammen läuft.
Der Sound der Platte ist selbstverständlich etwas antiquiert, was aber auf der anderen Seite auch diesen unvergleichlichen Charme dieser Zeit ausstrahlt.

Jeder, der sich als Thrash Metal Fan bezeichnet, muss dieses Album in der Sammlung stehen haben, und jeden, der sich auch nur annähernd als Metal Fan schimpft, und von dieser Band noch nie etwas gehört hat, schicke ich persönlich aufs nächste Kelly Family Konzert und wechsle ihm die Windeln. Dieses Album hat Musikgeschichte geschrieben, und damit meine ich nicht, was leider heute als Musikgeschichte gilt, irgendwelche nervigen Raps in die Musik einzubauen oder Fünftausend Genres zu verwurschteln. Ohne Bands wie Testament und ohne Alben wie „The Legacy“ gäbe es heute Vieles vielleicht nicht einmal. Pflichtkauf!

(Oli)

Bewertung: 9.5 / 10

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