CD-Review: The Vision Bleak - Set Sail To Mystery

Besetzung

Konstanz - Hauptgesang, Schlagzeug, Percussion, Keyboard
Schwadorf - E- und Akustik-Gitarren, Bass, Schreie, Keyboard

Tracklist

01. A Curse Of The Grandest Kind
02. Descend Into Maelstrom
03. I Dined With The Swans
04. A Romance With The Grave
05. The Outsider
06. Mother Nothingness (The Triumph of Ubbo Sathla)
06. The Outsider
07. The Foul Within
08. He Who Paints The Black Of Night


THE VISION BLEAK is back. Drei Jahre hat es gedauert um „Set Sail To Mystery“ fertigzustellen, nun wurde es aber im Vorfeld als sowohl heftigstes als auch melodischstes Album der Band angekündigt, was Abwechslung in Aussicht stellt und vor allem im Kontrast zum relativ rohen „The Wolves Go Hunt Their Prey“ steht. Gespannt darf man umso mehr sein, war der Vorgänger doch zugleich Höhepunkt des bisherigen Schaffens.

Mag man ob des vergleichsweise wenig suggestiven Albumtitels zunächst skeptisch sein, offenbart sich dieser als genau deshalb passend zum Konzept: „Set Sail To Mystery“ versteht sich als eine Sammlung von Kurzgeschichten verschiedener Herkunft, gesammelt und vertont unter dem Banner THE VISION BLEAKs.
Auch musikalisch folgt man dem Leitfaden einer Sammlung: „A Romance With The Grave“ etwa kommt in seinem schroffen, rifflastigen Stil ganz nach „The Wolves Go Hunt Their Prey“, der Gassenhauer „The Outsider“ mit seiner symphonischen Schlagseite hätte sich neben Songs wie „Wolfmoon“ auf dem Debut sehr gut gemacht und das dramatische „He Who Paints The Black Of Night“ ist ein naher Verwandter von „The Charm Is Done“ vom „Carpathia“-Album. Auch das in den Strophen riffdominierte, im Refrain sehr geschickt von symphonischen Elementen auf einen und Schwadorfs Gekreische auf der anderen Seite geführte „Descend Into Maelstrom“ verweist auf bereits Gehörtes, ohne dabei wie ein lahmes Plagiat zu wirken. Es sticht der zähflüssige, depressive Slow-Motion-Kracher „Mother Nothingness“ heraus, der sich vielleicht am ehesten noch mit „The Vault Of Nephren-Ka“ vergleichen lässt, die Doom-Metal-Schlagseite aber viel konsequenter umsetzt. Ansonsten ist im Prinzip alles altbekannt, der auf „Carpathia“ grob eingeschlagene Härtegrad wird beibehalten und der Sound basiert wie immer zum Einen auf äußerst präzise eingespielten, wuchtigen Thrash-Riffs und zum Anderen auf den hintergründigen, schwelgenden Gitarren-Melodien und Keyboard-Wänden, die den tiefen, unheilsschwangeren Gesang von Konstanz unterstützen. Zur Produktion muss wohl außer „Studio E“ nichts mehr gesagt werden.

Obwohl „Set Sail To Mystery“ ausschließlich gelungene, starke Songs beinhaltet, bei welchen man höchstens gewillt ist, besonders mächtige Nummern abermals hervorzuheben, ist die musikalische Entwicklung doch begrenzt, sieht man einmal von „Mother Nothingness“ ab. Mit ihren sehr unterschiedlichen stilistischen Schwerpunkten könnte man die Songs problemlos den verschiedenen Vorgängeralben zuordnen, was sich darin bemerkbar macht, dass, obwohl natürlich alles zweifellos die Handschrift THE VISION BLEAKs trägt, kein einzigartiges „Set Sail To Mystery“-Albumgefühl aufkommt, was jedoch gerade „The Wolves Go Hunt Their Prey“ und „Carpathia“ einiges an zusätzlichem Reiz verlieh. Obwohl dies beabsichtigt war, mag man die Geschlossenheit dieser Alben ein wenig vermissen.

Da die Songs im Einzelnen im direkten Vergleich mindestens ebenbürtig oder sogar besser wirken als die auf den Vorgängern, kann man zusammenfassend sagen, dass auf „Set Sail To Mystery“ nochmal alles gut gegangen ist. Ob ein solches „Experiment“ allerdings nochmals funktioniert, ist schwer zusagen. Die 2010er-Packung Horror Metal kann man sich jedenfalls bedenkenlos zulegen, weder Fans von „Carpathia“ noch von „The Wolves Go Hunt Their Prey“ werden hier enttäuscht, und Neueinsteigern könnte durch die stärkeren Einzelsongs der Einstieg deutlich leichter fallen als mit den dichten Konzeptalben, die die Vorgänger darstellten.

Bewertung: 8 / 10

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