CD-Review: Uada - Cult Of A Dying Sun

Besetzung

Jake Superchi – Gesang, Gitarre
James Sloan – Gitarre
Edward Halpin – Bass
Brent Boutte – Schlagzeug

Tracklist

01. The Purging Fire
02. Snakes & Vultures
03. Cult Of A Dying Sun
04. The Wanderer
05. Blood Sand Ash
06. Sphere (Imprisonment)
07. Mirrors


Neben Mgłas „Exercises In Futility“ haben UADA mit „Devoid Of Light“, ihrem 2016er Debüt, eines der meistgehypten Black-Metal-Alben der letzten Jahre veröffentlicht. Auch ohne großartige Innovationen oder Alleinstellungsmerkmale gelang es den Amerikanern innerhalb kürzester Zeit, sich mit ihrem durchwegs starken Songmaterial einen überaus guten Ruf und eine ansehnliche Schar an Zuhörern zu erspielen. Nun legen die aufstrebenden Emporkömmlinge mit „Cult Of A Dying Sun“ eine zweite Platte nach. Abermals mit einem desolaten, von Kris Verwimp kreierten Artwork ausgestattet, das in seinem Aufbau so manche Parallele zu jenem des Debüts aufweist, setzen UADA auch diesmal auf ihre eigenen Stärken.

Trotz der stilistischen Kontinuität, mit der UADA ihr Songrepertoire erweitern, kann man ihnen keineswegs künstlerischen Stillstand vorwerfen. Dass die Laufzeit des Albums beinahe doppelt so lang wie jene des Vorgängers ausgefallen ist, indiziert bereits, dass die Amerikaner durchaus den Willen zur Weiterentwicklung in sich tragen. Nach dem intensiven Auftakt auf „The Purging Fire“, in dessen Verlauf uns die Schwarzmetaller mit unheilvollen Tremolo-Riffs und zügellosen Blast-Beats bombardieren, zeigen sich die spielerischen Feinheiten, derer sich die Band rühmen darf, bis auf Weiteres nur in kleinen Dosen.

So klingt „Snakes & Vultures“ beispielsweise etwas getriebener als die anderen Nummern und dabei geradezu dramatisch, wohingegen im Titeltrack vor allem die fantastische Stimmakrobatik von Jake Superchi aufhorchen lässt. Wutentbrannte Screams in verschiedenen Höhenlagen, Growls, die wie das verhängnisvolle Heulen des Windes klingen, und brüllender, gerade noch klarer Gesang – die machtvolle Instrumentalisierung findet in den Vocals einen ebenbürtigen Gegenpol. Die einzelnen Tracks mögen sich nicht auf Anhieb einprägen oder voneinander abheben, doch UADA haben definitiv an ihrem Songwriting gefeilt.

Es ist somit nicht verwunderlich, dass sich diesmal mit „The Wanderer“ zwischen den rohen Black-Metal-Stücken sogar ein stimmungsvolles Zwischenspiel findet, das seinem Titel mit seinen trostlosen, sanften Gitarren und bedeutungsschweren Chören alle Ehre macht. Doch auch die gelegentlichen Akustikklänge („Blood Sand Ash“) und das stilvolle Piano, mit dem „Sphere (Imprisonment)“ zu Ende geht, fügen sich völlig ohne Zwang ins Gesamtbild ein. Dass sich UADA vorbildlich auf das Komponieren mitreißender Melodien verstehen, sollte an diesem Punkt ohnehin nicht mehr anzuzweifeln sein.

Länger, aber auf keinen Fall langatmiger als „Devoid Of Light“, hält „Cult Of A Dying Sun“ alles ein, was der Einstand des Quartetts zwei Jahre zuvor versprochen hat. Wie schon Behemoth auf „The Satanist“ haben UADA mit ihrem zweiten Full-Length-Silberling ein für die Verhältnisse extremen Metals außergewöhnlich dramatisches Werk erschaffen, das die Leidenschaft und Authentizität der dahinterstehenden Musiker unverhohlen zum Ausdruck bringt. Die rohe Energie, die den Vocals wie auch der Musik entströmt, wird durch die drückende, perfekt abgestimmte Produktion ungefiltert zutage gefördert – ein vollumfängliches Kunststück. Damit wäre wohl bewiesen, dass UADA weit mehr sind als nur das zufällige Produkt eines kurzlebigen Hypes.

Bewertung: 8 / 10

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