CD-Review: Warbringer - Weapons Of Tomorrow

Besetzung

John Kevill - Gesang
Adam Caroll - Gitarre
Chase Becker - Gitarre
Chase Bryant - Bass
Carlos Cruz - Schlagzeug

Tracklist

01. Firepower Kills
02. The Black Hand Reaches Out
03. Crushed Beneath The Tracks
04. Defiance Of Fate
05. Unraveling
06. Heart Of Darkness
07. Power Unsurpassed
08. Outer Reaches
09. Notre Dame (King Of Fools)
10. Glorious End


Anfang des vergangenen Jahrzehnts sah es so aus, als wäre die steile Karriere der aufstrebenden Thrasher WARBRINGER jäh beendet: Ihr 2013er Album „IV: Empires Collapse“ bot statt gewohnt messerscharfem Thrash Metal nicht immer erfolgreiche stilistische Experimente und im Nachgang stand gar der Fortbestand der Band als solcher in Frage. Vier Jahre später gelang jedoch der Neustart und WARBRINGER kehrten mit „Woe To The Vaquished“ mit frischem Sound und neuen Musikern auf den Pfad der Tugend zurück. Das Besetzungskarussell dreht sich bei den Kaliforniern zwar nach wie vor munter weiter, allerdings nicht mehr ganz so schnell wie noch vor ein paar Jahren und sowohl die im Vorfeld veröffentlichten Songs ihrer neuen Platte „Weapons Of Tomorrow“ als auch das Artwork derselben legen nahe, dass WARBRINGER zur alten Beständigkeit zurückgefunden haben.

Und tatsächlich knüpft „Weapons Of Tomorrow“ nahtlos dort an, wo WARBRINGER 2017 mit „Woe To The Vanquished“ aufgehört haben. Damit ist der „Wow-Effekt“ natürlich nicht mehr ganz so groß wie angesichts der Entwicklung zwischen den vorigen beiden Alben. Da „Woe To The Vanquished“ aber das bist dato beste Album der Kalifornier ist, macht das rein gar nichts. Kompromisslose Nummern wie „Firepower Kills“, „The Black Hand Reaches Out“ oder „Unraveling“ zeigen, dass sich die Burschen 2020 erneut die meisten Genre-Experimente sparen. Damit steht die Truppe mit ihren neuen Album mit mindestens anderthalb Füßen im gradlinigen Thrash Metal der alten Schule und das ist auch gut so.

Auf „Weapons Of Tomorrow“ verbinden WARBRINGER einmal mehr die stilbildenden Elemente von Bands wie Metallica, Slayer oder Demolition Hammer zu ihrem eigenen Sound. Der halbe Fuß, den die Truppe nicht im Thrash Metal hat, sorgt hier für den nordischen Blastbeat und die schrammelnden Black-Metal-Riffs von „Heart Of Darkness“. Das haben die Herren auch in der Vergangenheit schon gerne gemacht und ja, es funktioniert, allerdings ist es kaum der stärkste Moment dieser Platte – da stehen die griffigen Präzisionsriffs der „echten“ Thrash-Nummern auf „Weapons Of Tomorrow“ der Band weit besser zu Gesicht. Zum Abwechslungsreichtum des Albums trägt es aber dennoch bei.

Alleinstellungsmerkmal Nummer eins von WARBRINGER sind jedoch ihre Texte, die oftmals ungleich durchdachter als bei der Konkurrenz ausfallen. Die werden hier von Frontmann John Kevill auf derart eindringliche, überzeugende und intime Art und Weise vorgetragen, dass man dem Mann über die gesamte Spielzeit von „Weapons Of Tomorrow“ unter Gänsehaut bei jedem Wort an den Lippen hängt – etwas, das es sonst nur bei Iron Maiden gibt. Bestes Beispiel hierfür ist sicher das abschließende Kriegsepos „Glorious End“, das in eine ähnliche Kerbe schlägt wie das vertonte Weltkriegsgedicht „When The Guns Fell Silent“ vom Vorgängeralbum und der beste Song dieser Platte ist.

Auch auf „Weapons Of Tomorrow“ erfinden WARBRINGER das Rad bzw. Genre sicherlich nicht neu. Trotzdem gelingt es ihnen einmal mehr, die stilbildenden Elemente des Thrash Metal zu einer spannenden Mischung zu verbinden, die es in dieser Form nur bei ihnen gibt. Im Zusammenspiel mit der auf dieser Platte zu hörenden technischen Finesse, dem routinierten Songwriting und den durchweg anspruchsvollen Texten ergibt das ein ebenso kurzweiliges wie vielseitiges Album, mit dem sich diese Band auch vor der etablierten Konkurrenz nicht verstecken muss. Die „großen Alten“ des Genres wie z.B. Testament mögen nach wie vor die Spitzenreiter sein, aber mit einer Platte wie „Weapons Of Tomorrow“ sind ihnen WARBRINGER dicht auf den Fersen.

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Bewertung: 8.5 / 10

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