Archives

Sink The Ship veröffentlichen Musikvideo zu „Second Chances“

Die aus Cleveland, Ohio stammenden Pop-Punk-Newcomer SINK THE SHIP haben ein neues Musikvideo zu „Second Chances“ veröffentlicht. Der Song stammt vom Debütalbum „Persevere“, das am 27. April via SharpTone Records erscheint und ab jetzt vorbestellt werden kann.

 

 

ZSK: Neuer Song, neues Album, neue Tourdates

Die Punker von ZSK haben gleich einen ganzen Schwung guter Neuigkeiten für ihre Fans. Ein neues Album der Band mit dem Titel „Hallo Hoffnung“ wird am 27.07.2018 erscheinen. Mit „Es wird Zeit“ gibt es auch schon den ersten Track daraus zu hören. Die Band meint zu dem Song:

„“Es wird Zeit“ erzählt die Geschichte von 20 Jahren ZSK. Von Höhen und Tiefen, von Spaß und Verderben. Wir hoffen es kommen noch viele weitere wunderschöne Jahre mit Euch dazu.“

Doch damit nicht genug, die Band gab außerdem weitere Tourdates bekannt:

 

Massendefekt – Pazifik

Wo sich MASSENDEFEKT auf dem letzten Album im weitesten Sinne dem Thema „Echos“ widmeten, hat das Quartett den neuesten Output schlicht „Pazifik“ betitelt und liefert gleich das passende Wasser-Artwork dazu. Nicht sonderlich innovativ vielleicht, aber kann die Musik überzeugen, so kann man über diesen Aspekt wohlwollend hinwegsehen. Ein Konzeptalbum ist es dann aber nicht geworden, soviel sei vorab verraten.

Bereits der Titeltrack als Opener ist erstaunlich mitreißend gestaltet und sehr kraftvoll eingespielt worden. Insgesamt scheinen die Songs zwischen den punkig-schnellen Passagen und entschleunigteren Momenten deutlich ausgereifter und auch die Texte durchdachter. Insgesamt sind es die kritischen Töne, die im Fall der zwölf neuen Songs die Feder führen. So kommen auch gesellschaftskritische und gerade heraus vertonte Zeilen wie „Ihr tötet nicht in meinem Namen“ („Maschinenmenschen“) zum Einsatz. Stimmlich hat sich Sebastian Beyer nicht merklich weiterentwickelt, dennoch scheint sein Organ gefestigter und die Kompositionen stimmiger für die gegebenen Möglichkeiten.

Natürlich arbeiten MASSENDEFEKT aber nicht nur nach dem stumpfen rotzig-melancholischen Schema, sondern binden auch andere Elemente in ihre Musik ein. So nähert sich die Band stärker an Jupiter Jones an („Von Horizont zu Horizont“) oder spielt mit starken Kraftklub-Referenzen inklusive Sprechgesang („In/die Hölle“). Die Produktion ist klar und doch nicht zu steril für die deutschsprachigen Rocksongs. Die Texte überzeugen insofern, da sie gelegentlich das nötige Fünkchen Augenzwinkern in sich tragen, aber auch mit Geschichten nah am Leben überzeugen. Vor allem verzichten sie größtenteils auf Plattitüden und gängige Klischees. Tolle Beispiele hierfür sind „Schlechter Optimist“ und „Feuer und Eis“.

MASSENDEFEKTs Erfolg mit ihrem siebten Studioalbum „Pazifik“ kommt nicht überraschend, betrachtet man die in sich stimmigen Songs mit ihren melancholischen und aus dem Leben gegriffenen Geschichten, aber vor allem den politischen Statements. Musikalisch bewegt sich die Band zwischen Punk, Alternative Rock und Indie. Dazu kommt eine gelungene Produktion, die den nötigen Druck mitbringt. MASSENDEFEKT haben einen Schritt nach vorne gemacht, der sie weiter in Richtung Spitzengruppe der deutschen Rockmusik bringt. Jetzt müssen sie das Niveau auf dem nächsten Longplayer nur noch halten.

Talco – And The Winner Isn’t

Mit ihrem schleichenden Abschied haben die Basken Ska-P im Ska-Punk ein riesiges Loch in der aktiven Ska-Punk-Szene hinterlassen. Eine Band, die diese Lücke füllen kann, war lange nicht in Sicht. Seit einigen Jahren schon arbeiten jedoch die Italiener TALCO hart an sich, um in die übergroßen Fußstapfen von Ska-P hineinzuwachsen. Mit Erfolg, wie das neue Album „And The Winner Isn’t“ und der damit gemachte nächste Schritt zur Ska-Größe beweist.

So ist „And The Winner Isn’t“ das von vorne bis hinten stimmigste Album, das TALCO bislang vorgelegt haben: Ob nun Fronter Dema, der sich gesanglich nochmal verbessert hat und mittlerweile voll zu überzeugen vermag, oder die Instrumentalfraktion, die ihre Offbeat-Hits mit viel Dynamik und Energie überzeugend rüberbringen – in diesen 13 Songs mit knapp 30 Minuten Gesamtspielzeit steckt ordentlich Pogo-Potential!

Dabei gehen TALCO erfreulich abwechslungsreich zu Werke: Mal wird das Banjo („Al Parto Sfigurato Della Superiorità“), mal das Schifferklavier („And The Winner Isn’t“) ausgepackt, mal geht es laut und schnell („Onda Immobile“), mal eher ruhig und gefühlvoll („Matematica Idea“) zu. Im Mittelpunkt der meisten Songs stehen – neben dem Gesang – auch auf „And The Winner Isn’t“ die im Ska obligatorischen Bläser: Deren Melodien sind zwar bisweilen etwas abgegriffen, so dass man viele Tonfolgen fast schon beim ersten Hören mitpfeiffen kann. Im Zusammenspiel aller Instrumente als Vorreiter in Sachen Eingängigkeit eingesetzt, erfüllen sie jedoch ihren Zweck.

Ähnlich wie Ska-P herrscht auch bei TALCO – der fröhlichen Musik zum Trotz – nicht eitel Sonnenschein: Vielmehr geben sich die Italiener auch auf „And The Winner Isn’t“, textlich als Konzeptalbum über politische Abgründe, moralische Fragwürdigkeiten und menschliche Erniedrigung ausgelegt, ausgesprochen politisch und sozialkritisch.

Auch wenn  „The Winner Isn’t“ vielleicht noch nicht ganz in einer Liga mit Über-Alben wie „Planeta Eskoria“ spielt: Mit ihrem siebten Album legen TALCO ohne Frage ein schmissiges, rundum gelungenes Ska-Punk-Album vor, das Fans des Genres definitiv auf CD wie in der Live-Umsetzung viel Freude bereiten wird.

We Were Sharks veröffentlichen Video zu „Hotel Beds“

Die bei Victory Records unter Vertrag stehenden, US-amerikanischen Pop-Punker WE WERE SHARKS haben ein neues Video zum Song „Hotel Beds“ veröffentlicht.  Die Single entstammt dem gestern erschienenen Album „Lost Touch“.

 

 

The Menzingers w/ Pup, Cayetana

In den letzten Jahren haben sich THE MENZINGERS vom Geheimtip der US-amerikanischen Melodic-Punk-Szene zu einer der derzeit bekanntesten Emo-Rock-Bands gemausert. Entsprechend sind nach einigen Support-Shows und Konzerten in eher kleineren Hallen die Locations auf ihrer Europatour im Februar 2018 deutlich größer. Dafür bieten sie ihren Fans unterstützt von den Pop-Punk-Überfliegern PUP und den Indie-Rockerinnen von CAYETANA ein stimmiges und überzeugendes Bandpaket an, das Mitte Februar in die Halle im Backstage in München kommt.

Während im deutlich größeren Backstage Werk nebenan der Auftritt von Fler entfällt und im kleineren Club der Metalcore regiert, füllt sich die Backstage Halle trotz der frühen Stunde zusehends. So betreten um Punkt 19:30 die drei Musikerinnen von CAYETANA die Bühne vor einer bereits recht anständig gefüllten Backstage Halle. Ihr eingängiger Indie-Rock mit Emo-Anleihen bewegt sich durchgehend im Mid-Tempo und ist mit schrammelnden Gitarren und einem geradlinigen Schlagezug recht einfach gehalten. Leider nimmt die fast vollkommen auf Höhen verzichtende Abmischung dem Sound fast alles an Dynamik. Dennoch ist die Show ein stimmiger und gelungener Einstieg in den Abend.

Nach einer lediglich 20-minütigen Umbaupause, in der die immer noch nicht kürzer werdende Garderobenschlange, der Andrang an der Bar sowie die immer stickiger werdende Luft ein ausverkauftes Konzert ankündigen, schallt lauter Hip Hop aus den Boxen. Zu ebenso lautem Jubel treten PUP aus Ontario auf die Bühne und legen direkt mit „Guilt Trip“ von ihrem ersten Album los. Das Gaspedal bleibt die gesamte Show über auf Anschlag, in der die Band fast ihr gesamtes aktuelles Album „The Dream Is Over“ und einige Highlights ihres Debüts darbietet. Bereits nach einigen Minuten entsteht ein veritabler Mosh-Pit vor der Bühne, der Schweiß tropft von der Decke und das Münchner Publikum ist extrem textsicher. Als PUP nach 40 Minuten mit dem Doppel aus „If This Tour Doesn’t Kill You Then I Will“ und „DVP“ ihre Show beenden, haben sie ihren Ruf als großartige Live-Band untermauert und sicher einige neue Fans gewonnen.

Setlist PUP

  1. Guilt Trip
  2. My Life Is Over And I Couldn't Be Happier
  3. Dark Days
  4. Doubts
  5. Back Against The Wall
  6. Sleep In The Heat
  7. The Coast
  8. Reservoir
  9. Familiar Patterns
  10. If This Tour Doesn't Kill You, I Will
  11. DVP


Nach einer halben Stunde wird es erneut und zum letzten Mal am heutigen Abend dunkel in der Backstage Halle und zu ohrenbetäubenden Applaus betreten THE MENZINGERS die Bühne. Das Publikum frisst der Band von der ersten Sekunde aus der Hand: Bei klarem und druckvollem Sound werden bereits die ersten Töne des rockigen „Tellin‘ Lies“ von allen Anwesenden laut mitgesungen und betanzt. Nur von kurzen Ansagen und Dankesworten unterbrochen spielen sich die vier Musiker mit einem breiten Grinsen im Gesicht durch ihre Diskografie.

Den Fokus bildet allerdings das aktuelle Album „After The Party“ – die Mischung aus beschwingten, indierockigen und häufig Hymnen-haften Songs mit melancholischen Texten funktioniert live genauso gut wie auf Platte. Wie sehr das Publikum dabei ist, zeigt sich spätestens bei „I Don’t Wanna Be An Asshole Anymore“, das schon beinahe bedrohlich laut vom gesamten Backstage mitgeschrien wird. Nach einer Stunde verabschieden sich THE MENZINGERS kurz von der Bühne, um mit „After The Party“ ihren vielleicht besten Song zu einer entsprechenden Reaktion zu spielen. Nach dem finalen „In Remission“ ist die Show nach 75 Minuten schließlich wirklich zu Ende.

Setlist THE MENZINGERS

  1. Tellin' Lies
  2. Good Things
  3. House On Fire
  4. A Lesson In The Abuse Of Information Technology
  5. Charlie’s Army
  6. Thick As Thieves
  7. Casey
  8. The Obituaries
  9. My Friend Kyle
  10. Nice Things
  11. Bad Catholics
  12. Gates
  13. Your Wild Years
  14. I Was Born
  15. Burn After Writing
  16. I Don't Wanna Be An Asshole Anymore
  17. Lookers
  18. ----------
  19. After The Party
  20. Irish Goodbyes
  21. In Remission


Die grinsenden Gesichter, die in die kalte Nacht aus der Backstage Halle strömen und der Andrang am Merchandise-Tisch beweisen: Der heutige Abend war für alle Beteiligten ein voller Erfolg. Während Cayetana den Abend beschwingt eröffnet und Pup die Hütte veritabel abgerissen haben, zeigen The Menzingers, dass sie bereits eine ähnlich eingeschworene Fan-Gemeinschaft haben wie Bands wie Hot Water Music oder The Bouncing Souls. Bei derartigen Live-Qualitäten: Zurecht!

Then Comes Silence – Blood

Schon seit dem Ende der 70er Jahre werden Bands, die stilistisch dem Punk nahestehen, sich dabei aber auf mehr Experimente einlassen, mit dem Begriff „Post-Punk“ bedacht. 40 Jahre später gibt es immer noch Musiker, die sich für den unterkühlten, düsteren Sound von Joy Division oder Killing Joke begeistern, ein Post-Punk-Revival sozusagen. Auch das schwedische Quartett THEN COMES SILENCE beteiligt sich an dieser Renaissance und das offenbar mit brennendem Eifer: Erst 2012 gegründet, veröffentlichen die Post-Punker nun mit „Blood“ bereits ihre vierte Platte. Ein amüsanter Zufall, wenn man bedenkt, dass ihre Brüder im Genre Grave Pleasures nicht einmal ein Monat zuvor „Motherblood“ herausgebracht haben.

Ob THEN COMES SILENCE die umjubelten Grave Pleasures in den Ohren der Hörerschaft übertrumpfen können, erscheint fraglich. Denn schon auf dem Opener „The Dead Cry For No One“ und auch in weiterer Folge fällt auf, dass „Blood“ kaum Neues bietet. In einem Genre wie Post-Punk, das allein aufgrund der bemerkenswerten Experimentierfreude seiner frühen, unverwechselbaren Vertreter existiert, macht eine solch gewöhnliche Herangehensweise erst mal keinen sehr vielversprechenden Eindruck. Auch die allzu simple, vorhersehbare Struktur der Songs verrät, dass THEN COMES SILENCE keine allzu große Wichtigkeit darin sehen, mit ihrer Musik neue Wege zu gehen. Dass man „Blood“ deshalb anfangs mit einer eher nüchternen Skepsis begegnet, ist schade, denn eigentlich leisten sich die Schweden sonst nahezu keine Fehler.

Die mechanischen Vocals, die kalten, scharfkantigen Gitarren und die schwungvollen, unkomplizierten Schlagzeugrhythmen sind gekonnt aufeinander abgestimmt und allesamt äußerst eingängig arrangiert. Die meisten Tracks prägen sich von Anfang an ein und sind dennoch unterhaltsam. Vor allem die fetzigeren Nummern wie „Flashing Pangs Of Love“ oder „The Rest Will Follow“ gelingen THEN COMES SILENCE richtig gut. Dasselbe gilt für einige der mysteriöseren Kompositionen wie „Strange Kicks“ oder „My Bones“, in denen der Gesang hin und wieder eine verführerische Note annimmt und die sonst eher unauffälligen Synthesizer etwas mehr zu Tage treten.

Die moderne Produktion verleiht den größtenteils recht flotten Songs einen gewissen metallischen Schneid, ist aber auch nicht zu aufdringlich, sodass einige der Songs durchaus als atmosphärisch bezeichnet werden können. Lässt man außen vor, dass sich der eine oder andere etwas unspannende Filler eingeschlichen hat („Choose Your Poison“, „Warm Like Blood“), liegt die Schwäche von THEN COMES SILENCE also wirklich nur darin, dass sie sich auf „Blood“ allzu sehr an bereits Bekanntem orientieren.

Wer Post-Punk nur dann etwas abgewinnen kann, wenn er so bahnbrechend umgesetzt wird, wie es etwa Dead Can Dance mit ihrem selbstbetitelten Debüt oder die frühen The Cure getan haben, wird auf „Blood“ eindeutig unterfordert. Für all jene, die sich innerhalb dieses Genres immer noch für einfach gestrickte Lieder mit im wahrsten Sinne des Wortes coolen Gitarren und peppigen Drums begeistern können, haben THEN COMES SILENCE eine durchaus empfehlenswerte Platte kreiert. Seiner Stilrichtung hat das skandinavische Quartett mit seinem vierten Album jedenfalls gewiss keine Schande gemacht.