Interview mit Marta Gabriel von Crystal Viper

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CRYSTAL VIPER haben ihr achtes Album „The Cult“ erst Anfang 2021 veröffentlicht, legen nun mit „The Last Axeman“ aber schon wieder mit neuem Material nach. Mit acht Tracks hat diese EP eher den Umfang eines Mini-Albums: Livetracks, Coversongs, eine Neuaufnahme des Titeltracks und ein neuer, exklusiver Track finden sich auf der Scheibe. Mit Sängerin, Gitarristin und Songschreiberin Marta Gabriel sprachen wir über die Entstehung und Zusammenstellung von „The Last Axeman“, die Auswirkungen der Pandemie auf die Band und die Zukunftsaussichten.

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Crystal Viper BandfotoHi Marta! „The Last Axeman“ kam vor kurzem heraus. Wieso habt ihr euch dazu entschieden, jetzt eine EP bzw. ein Minialbum herauszubringen?
Wir wollten das 15-jährige Jubiläum unseres Debütalbums mit einer aufgefrischten Version von „The Last Axeman“ feiern, währenddessen haben wir aber auch bei den #RockOutSessions mitgemacht, bei denen wir vier Songs live im Studio gespielt haben. Außerdem haben wir zum offiziellen Diamond-Head-Tributalbum unsere Coverversion von „It’s Electric“ beigesteuert – wir hatten also sowieso schon sechs Songs. Anstatt sie aufzuteilen, haben wir noch einen neuen Song und eine weitere Coverversion hinzugefügt, damit die Veröffentlichung mehr Umfang bekommt, daraus entstand dann diese superlange EP. Die Grundidee dahinter war das Jubiläum, wir wollten aber auch nicht einfach nur rumsitzen und nichts tun, als fast alle unsere Liveshows abgesagt wurden.

Ihr habt „The Cult“ wegen der Pandemie von zu Hause aus aufgenommen. Wie lief das nun bei „The Last Axeman“, konntet ihr euch wieder im Studio treffen und alles gemeinsam aufnehmen?
Nun, wir haben den „Live im Studio“-Part zusammen aufgenommen, also ja, wir haben uns im Studio getroffen. Die vier anderen Songs wurden wieder getrennt aufgenommen, ebenso wie wir „The Cult“ eingespielt haben.

Warum habt ihr gerade den Titeltrack „The Last Axeman“ für eine Neuaufnahme ausgewählt? Was macht den Song für euch so besonders?
„The Last Axeman“ ist der allererste Song, den ich für CRYSTAL VIPER geschrieben habe, er ist also perfekt, um unser 15-jähriges Jubiläum zu feiern. Es scheint auch einer der Lieblingstracks unserer Fans zu sein, also dachten wir, dass er es verdient hat, mit einer besseren Produktion und leicht veränderten Arrangements neu aufgenommen zu werden.

Mit „In The Haunted Chapel“ gibt es auch einen neuen, sehr traditionellen CRYSTAL-VIPER-Track. Habt ihr ihn speziell für das Mini-Album aufgenommen oder ist der Song schon etwas älter?
„In The Haunted Chapel“ ist ein brandneuer Song, den ich speziell für diese EP geschrieben habe. Er würde auch perfekt auch „The Cult“ passen, da er auf der H.P.-Lovecraft-Story „The Haunter Of The Dark“ basiert – er ist also wie eine Brücke zwischen dem Album und der EP. Auch stilistisch hat der Song eine sehr ähnliche Atmosphäre wie die Songs auf dem letzten Album.

Ihr habt „Ulitsa Roz“ von Aria gecovert. Warum habt ihr euch den Song ausgesucht, was bedeutet die Band für euch?
Wir lieben es, Coversongs aufzunehmen und wir nehmen viele, wirklich viele davon auf. Es ist bei uns im Grunde eine Tradition. Wir machen immer weiter damit, Cover unserer Lieblingskünstler aufzunehmen, um unseren Fans zu zeigen, wo alles herkommt und wo die Wurzeln von CRYSTAL VIPER liegen. Es ist aber auch ein Tribut an die Bands, die uns inspiriert haben. Wir haben in der Vergangenheit Coversongs von Bands und Künstlern wie King Diamond, Exciter, Riot, Agent Steel oder Manilla Road eingespielt und jetzt für diese EP eben einen von Aria. Sie sind eine tolle Band, vor allem ihre frühen Alben sind großartig.

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Ich war ein bisschen überrascht, dass du auf Russisch gesungen hast, es klingt aber wirklich gut. Sprichst du Russisch?
Nein, ich habe den Song phonetisch gelernt und dann haben mir russischsprachige Freunde mit den Details geholfen.

Als wir letztes Mal über dein Soloalbum „Metal Queens“ gesprochen haben, hast du einen Song auf Spanisch gesungen und gesagt, du willst anfangen, die Sprache zu lernen. Wie läuft’s damit? (lacht)
Nun, nicht besonders. (lacht) Ich meine, ich will immer noch Spanisch lernen, aber ehrlich gesagt hatte ich noch keine Zeit, mich darauf zu konzentrieren.

Wie du schon angesprochen hast, habt ihr mit „It’s Electric“ von Diamond Head einen echten Klassiker gecovert. Warum passt dieser Song so gut zu CRYSTAL VIPER?
Wir wurden gefragt, ob wir beim offiziellen Diamond-Head-Tributalbum mitmachen wollen, das dieses Jahr noch herauskommen soll, wir hielten es also für eine coole Idee, den Song auch auf „The Last Axeman“ zu veröffentlichen. Ich bin ein wirklich großer Fan von Diamond Head, sie sind eine meiner Lieblingsbands. Tatsächlich habe ich mich vor Liveshows manchmal mit ihren Songs aufgewärmt. Ich bin echt glücklich, dass wir die Möglichkeit hatten, den Song aufzunehmen.

Die vier Songs der RockOutSessions habt ihr bereits auf YouTube veröffentlicht. Sind diese Tracks auf dem Minialbum nun also sowas wie ein Bonus für die Fans, die die Songs auch gerne auch CD haben wollen?
Ich würde es nicht Bonus nennen, wir wissen, dass viele Leute noch immer die traditionellen, physischen Medien bevorzugen. Nicht jeder hört sich Musik auf YouTube an. Ich finde, es ist eine ordentliche Aufnahme, also wollten wir nicht, dass es „YouTube-only-Material“ ist.

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Ihr konntet 2021 immerhin ein paar Konzerte spielen. Wie hat es sich angefühlt, die Songs von „The Cult“ endlich live zu spielen und wie seht ihr die Aussichten für die Livemusik-Szene in 2022?
Wir haben letztes Jahr nur drei Shows gespielt, das ist verrückt und frustrierend. Wir werden dieses Jahr noch ein paar Shows spielen. Nicht so viele, wie wir möchten, aber es ist besser als nichts. Die Situation ist auch 2022 noch sehr kompliziert – viele verschobene Konzerte, viele abgesagte Konzerte und die extreme Inflation und viel höhere Kosten für alles machen alles noch schlimmer. Ich hoffe, 2023 wird für uns alle besser werden.

Cederick Forsberg hat die Band im November 2021 leider verlassen. Wie läuft die Suche nach einem Nachfolger und wie macht ihr das derweil mit möglichen anstehenden Gigs?
Es ist noch zu früh, um offiziell darüber zu sprechen, aber wir geben natürlich nicht auf und wir werden die bisher angesetzten Shows spielen.

Gibt es schon Pläne für den Nachfolger zu „The Cult“? Da du immer viel Musik machst und an Musik arbeitest, kann ich mir gar nicht vorstellen, dass es hier noch nichts zu sagen gibt.
Nicht wirklich, wir haben jetzt ja erst diese superlange EP veröffentlicht und daher wäre es jetzt noch viel zu früh, schon am neuen Album zu arbeiten. Aber du hast recht, ich arbeite immer an irgendwelchen musikbezogenen Projekten, das ist diesmal auch nicht anders. Ich habe gerade erst für zwei tolle Bands als Gast Gesang aufgenommen und ich habe noch ein weiteres Projekt im Kopf. Also schauen wir mal wie das läuft, informiert euch auf unseren Seiten!

Crystal Viper BandfotoKommen wir zum Schluss zu unserem traditionellen Brainstorming. Was fällt dir zu den folgenden Begriffen zuerst ein?

Aktuelles Lieblingsalbum: „Somewhere In Time“ von Iron Maiden. Ich weiß, das ist kein aktuelles Album, aber du wolltest, dass ich das erste sage, das mir einfällt. (lacht) Ich liebe das Album einfach!

Politik: Traurig, beängstigend und unglaublich. Politiker kämpfen für Geld und den eigenen Profit und währenddessen sterben hunderte, sogar tausende von Menschen, verlieren Mitglieder ihrer Familie und ihr Zuhause. Und fast immer kümmern sich die Politik überhaupt nicht darum.

Winter: Absolut nicht meine liebste Jahreszeit, ich mag den Sommer.

Eurovision Song Contest: Da habe ich gemischte Gefühle. Auf der einen Seite ist das cool, wie es ist, oder zumindest sollte es eine Feier der Musik sein. Auf der anderen Seite hat es seit vielen Jahren schon nicht mehr viel mit Talent zu tun.

Bestes Film-/Serien-/Buch-Universum: Da gibt es viele, aber momentan bin ich voll in „Locke & Key“ auf Netflix eingetaucht.

Etwas, das jeden schlechten Tag besser macht: Musik spielen, ganz klar!

CRYSTAL VIPER in zehn Jahren: Das weiß ich nicht. Ich hoffe, dass wir immer noch Musik machen, Konzerte spielen und das alles mit den Menschen teilen.

Danke dir für deine Zeit, Marta! Die letzten Worte gehören dir.
Danke für euren Support. Hört euch unsere neue EP „The Last Axeman“ und unser neues Album „The Cult“ an, es ist immer noch heiß. Passt auf euch auf. Long live Heavy Metal!

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Dieses Interview wurde per E-Mail geführt.
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