Der Jahresrückblick 2021 von Bernhard Landkammer

Meine Top-5 der Metal-Alben 2021

  1. Deafheaven – Inifinte Granite
  2. Every Time I Die – Radical
  3. One Step Closer – This Place You Know
  4. Turnstile – Glow On
  5. Tenue – Territorios

Bisschen gemogelt ist das ja schon, da Deafheaven mit Metal mittlerweile nicht mehr wirklich viel mit Metal gemein haben und ich diese Kategorie um Hardcore und Post Rock erweitert habe. Ich höre einfach kaum „klassischen“ Metal – aus der Ecke wären es aber sicher die neuen Alben von Helloween, At The Gates und Carcass.

Eine Sondererwähnung in Sachen Deutschpunk möchte ich noch an die fabelhaften neuen Alben von El Mariachi, Fahnenflucht und Missstand geben.

Schlechtestes Metal-Album des Jahres

Ich halte mich seit Jahren von schlechten Alben fern, von schlechten Metalalben sogar noch mehr, daher kann ich hier keine adäquate Antwort geben.

Bestes Entmetallisiert-Album des Jahres

  1. Black Country, New Road – For The First Time
  2. Spellling – The Turning Wheel
  3. San Holo – bb u ok?
  4. Olivia Rodrigo – Sour
  5. Chvrches – Screen Violence

Das ist nur die Spitze des Eisbergs, es kamen so viele großartige Alben aus allen Genres raus dieses Jahr.

Mein bestes Festival des Jahres

Für mich haben die letzten zwei Jahre keine Festivals stattgefunden, insofern bleibt die Hoffnung, dass hier nächstes Jahr „Brutal Assault“ stehen kann.

Mein bestes Konzert des Jahres

Ich habe überraschend viele Konzerte gesehen dieses Jahr – besonders herausragend waren die Shows von The Notwist und Tocotronic (auf ihrer „The Hamburg Years“ Tour) im Olympiastadion in München.

Dazu war der Livestream von Envy aus Tokyo atemberaubend – perfekter Sound, perfekt gefilmt, und ich Sonntagvormittag tanzend alleine in meinem Wohnzimmer mit Tränchen in den Augen.

Mein schlechtestes Konzert des Jahres

Ein paar Vorbands waren nicht meins – aber in Anbetracht der Umstände überwiegt auch hier das Positive.

Bestes Coverartwork des Jahres

Es gab viele schöne Cover (an dieser Stelle möchte ich explizit das Artwork der neuen Helloween-Platte erwähnen), aber letztendlich waren es dann doch Mastodon, die mich mit dem Design Ihres neuen Albums „Hushed And Grim“ am meisten überzeugen konnten:

Das Cover des gleichnamigen Albums von Helloween

Mein Newcomer des Jahres

Black Country, New Road haben mich mit ihrem Debütalbum umgehauen, die ganze Ecke an No-Wave-Bands derzeit (Squid, Dry Cleaning, Black Midi) ist großartig.

Meine Entdeckung des Jahres

Musikalisch: Black Country, New Road, Squid, Tenue, Cruelty, Fiddlehead, Fahnenflucht, San Holo, Lorna Shore

Persönlich: Ich bin mehr wert, als ich immer geglaubt habe und es gibt keine Notwendigkeit und keinen Grund, Niedergeschlagenheit als meine Grundstimmung zu akzeptieren. Danke, Psychotherapie.

Meine Enttäuschung des Jahres

Neben dem müßigen Haareraufen über Querdenker:innen, Nazis, und ähnlichen Bevölkerungsgruppen waren es die Entlassungen von mehr als 80 Wrestler:innen im Misthaufen WWE. Zum Glück gibt es mit AEW eine mitreißende und überzeugende Wrestlingliga.

Überraschung des Jahres

Dass Die Ärzte mit „Dunkel“ nur ein Jahr nach „Hell“ direkt ein neues Album veröffentlicht haben.

Mein Song des Jahres

Die Gänsehaute, die ich beim Finale von „Das ist alles von der Kunstfreiheit“ gedeckt auch beim x-ten Hören bekomme, lässt keine andere Wahl als diesen großartigen Song von Danger Dan:

YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

Mein bestes gelesenes Buch

Auch wenn ich mein Ziel von 30 gelesenen Büchern haarscharf verfehlt habe, war das einfach ein fabelhaftes Lesejahr.

Ganz vorne dabei sind für mich folgende drei Titel:

Robert Ehrlich – Malé
Markus Ostermair – Der Sandler
Cho Nam-Hoo – Kim Jiyoung, geboren 1982

Mein bester gesehener Film

Ich habe wenig Filme gesehen, die dieses Jahr erschienen sind. Dabei ist die Neuverfilmung von „Dune“ aber unangefochten auf Platz 1 – dafür bin ich zum eesten Mal seit 20 Jahren 2x ins Kino gegangen, einfach nur, um diesen Film zu erleben und zu fühlen. Ein audiovisuelles Meisterwerk.

Ansonsten haben mich „The Harder They Fall“ und „The Mitchells vs. The Machines“ begeistert.

Dazu habe ich noch einige großartige Filme aus früheren Jahren entdeckt und mich dabei aus je unterschiedlichen Gründen direkt in „Us“, „One Cut Of The Dead“, „Parasite“, „Soul“ und „Your Name.“ verliebt.

Mein Wunsch / Hoffnung für das kommende Jahr

Das wir alle wieder eng tanzend auf schwitzigen Konzerten stehen können, und sich Covid im Laufe des nächsten Jahres zu einer Art Grippe entwickelt, die zwar ansteckend und nicht ungefährlich, aber nur noch in den seltensten Fällen lebensbedrohlich ist.

Und dass dadurch wenigstens einige der fünf geplanten Konzerte von Die Ärzte stattfinden können.