Konzertbericht: Afsky w/ Yoth Iria

11.06.2026 München, Backstage (Halle)

Wer AFSKY bei ihrem letzten Auftritt in München gesehen hat, dürfte die Band nicht in bester Erinnerung haben: Unter katastrophalen Sound-Bedingungen lieferte die Band im Backstage Club als Opener für KAMPFAR und 1319 eine ziemlich lustlos hingerotzte Darbietung, die wirklich keiner Wiederholung bedarf (Metal1.info berichtete). Doch die Fans der Dänen scheinen treu: Obwohl in deutlich kleinerem Band-Package und diesmal als Headliner, ist das Konzert in der deutlich größeren Backstage Halle angesetzt – und diese füllt sich auch tatsächlich bis zum Showbeginn.

Als Opener sind YOTH IRIA mit von der Partie: Die Formation aus Griechenland wurde zwar erst 2019 gegründet, besteht aber aus erfahrenen Musikern – allen voran Bassist und Bandkopf Jim Mutilator, der zum Gründungs-Line-up von ROTTING CHRIST gehört, bei denen er von 1987 bis 1996 aktiv war. Ob es daran liegt, oder ob es ganz allgemein der Griechische Metal-Vibe ist: YOTH IRIA erschaffen mit ihrem melodischen, durch Samples untermalten Mix aus Black, Death und Dark Metal stellenweise eine ganz ähnliche Atmosphäre wie die genannten ROTTING CHRIST oder auch MORIBUND OBLIVION aus der Türkei. Wirklich individuell klingt das Ergebnis zwar das nicht, und insbesondere auf den Klargesang bezogen leider auch nicht durchgehend gut – das Publikum scheint jedoch in Teilen explizit für YOTH IRIA gekommen zu sein und feiert den rund 50-minütigen Auftritt entsprechend ab.

Indem AFSKY beim Umbau nicht nur die Technik vorbereiten, sondern auch gleich eine fachmännisch kuratierte Auswahl Münchner Craft-Biere auf der Bühne drapieren, empfiehlt sich Bandleader Ole Pedersen Luk gleich für ein Bier-Tasting bei Onkel Ernie von KrachmuckerTV. Zum Glück bleiben AFSKY heute trotzdem auf ihre eigentliche Aufgabe fokussiert: In diesmal glücklicherweise astreinem Sound legen die Dänen eine technisch blitzsaubere Performance hin – sieht man davon ab, dass Ole Pedersen das Kunststück gelingt, in einem Song gleich zwei Saiten von seiner Gitarre zum Reißen zu bringen.

Musikalisch geht es quer durch die AFSKY-Diskografie, wobei sich auch die Stücke des handwerklich leider nicht vollends überzeugenden aktuellen Albums „Fællesskab“ (2025) stimmig ins Gesamtbild einfügen: Über alle Songs hinweg erzeugt das atmosphärische Schrammelriffing, gepaart mit ein paar lebendigen Clean-Gitarren-Parts für packende Atmosphäre. Das spiegelt sich auch in den Publikumsreaktionen wider: Schon während der Songs peitscht dieses AFSKY immer wieder mit „Hey“-Rufen voran, zum Abschluss gibt es frenetischen Jubel, der eine Zugabe mehr als rechtfertigt. Nach dieser und gut einer Stunde ist dann Schluss – mehr hätte man sich von diesem Auftritt aber auch wirklich nicht erwarten können.

AFSKY machen als Headliner alles wieder gut, was bei ihrem letzten München-Gastspiel schiefgelaufen war – und zeigen zugleich, worauf es bei Black Metal ankommt: Ohne große Show oder musikalische Finesse, ohne Nieten und Corpsepaint kreieren AFSKY eine weitaus intensivere Atmosphäre als so manch andere Band. Sehens- und hörenswert!

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Moritz Grütz

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