
Mit ihrem zweiten Album „Angus McSix And The All-Seeing Astral Eye“ im Gepäck ziehen ANGUS MCSIX zu intergalaktischen Abenteuern quer durch Deutschland und nach Eindhoven. Zur Halbzeit der „Tour Of The All-Seeing-Astral Eye“ landen sie mit BLOODBOUND und BRAINSTORM im Lido in Berlin. An einem Dienstagabend ist das eine wahrlich schwere Mission – aber keine, mit der ANGUS MCSIX nicht fertig werden können.

Pünktlich auf die Minute werden die Lichter im Lido gedimmt und BRAINSTORM betreten die Bühne. Die Lust ist den fünf Power-Metal-Veteranen ins Gesicht geschrieben und die Stimmung bereits zu Beginn ausgelassen, Berlin hat Bock. Das Lido ist zwar erst zu circa einem Drittel gefüllt, das hält Andy B. Franck aber nicht davon ab, das Publikum mit Klatschen und „Hey, Hey, Hey“-Rufen zu animieren, und zwar in jedem einzelnen Song. Wer über die gesamte Länge mitmacht, kann sich das Fitnessstudio zumindest für diesen Tag sparen. Während sich das Lido immer weiter füllt, wippen alle Köpfe mehr oder weniger im Takt.
Neben den gut gesetzten Ansagen finden sich in den Songs immer wieder großartige Soloeinlagen der Gitarristen. Leider ist die Beleuchtung der Bühne von vorn fast nicht vorhanden, was die Musiker über das gesamte Set schwer erkennen lässt. Das wird sich auch den restlichen Abend nicht mehr wirklich ändern. Mit dem letzten Song von BRAINSTORM wird ein imaginärer Lautstärkeregler, den er wohl das letzte Mal in Berlin vergessen hat, aus der Mottenkiste gezaubert. Ziel ist es die Lautstärke des Publikums noch mal richtig hochzudrehen, bestimmt auf elf. Es wird durchaus laut mitgegrölt, die von Andy dabei selbst eingesprochenen Geräusche beim Bedienen des Reglers regen zum Schmunzeln an.
01. Worlds Are Coming
02. Devil’s Eye
03. Shiva’s Tears
04. The Shepherd Girl
05. Where Ravens Fly
06. Boys of Summer
07. All Those Words
08. Crawling
09. Ravenous Minds

Nach einer kurzen Umbaupause beginnt das Intro von BLOODBOUND. Der Drummer lässt zum ersten Song „Creatures Of The Dark Realm“ einklatschen. Die Animationsorgie führen auch BLOODBOUND fort, wenn auch nicht ganz so intensiv wie zuvor. Das Publikum haben sie von Beginn an gut im Griff und legen in Sachen Hymnischkeit noch mal eine Schippe drauf. Die Bühne wirkt mit dem kompakten Aufbau und den sechs Schweden dazwischen schon recht voll. Die Inszenierung ihrer Show ist dazu durchaus stimmig. Zwischendurch sorgt das Arrangement aber für eine kleine Stolpereinlage von Patrik J. Selleby. Dies überspielt er gekonnt mit einem Augenzwinkern.
Einen besonderen Support von der Bühne, aber auch aus dem Publikum, erhält der wohl jüngste Gast des Abends. Geschätzt gerade erst in die Schule gekommen, feuert es seine Helden von BLOODBOUND kräftig an. Zum Schluss wird er von einem anderen Gast noch auf die Schultern genommen, ein wirklich schöner Moment. Natürlich darf auch Tolkien am heutigen Abend nicht fehlen. Die Chöre zu „Moria“ müssen nicht mal mehr angekündigt werden. Die BLOODBOUND-Fans wissen, was zu tun ist. Zum Schluss kommt der leibhaftige „Nosferatu“ höchstpersönlich auf die Bühne. Kniend vor demselben, leitet Patrik J. Selleby den letzten Song ihres Sets ein. Dieses ist sichtlich gelungen und die Meute ist für den Headliner des Abends gut angeheizt.
01. Creatures Of The Dark Realm
02. Slayer Of Kings
03. As Empires Fall
04. The Warlock’s Trail
05. Battle In The Sky
06. Defenders Of Jerusalem
07. Moria
08. Tales From The North
09. Rise Of The Dragon Empire
10. Nosferatu

Dass ANGUS MCSIX heute eine laute und bunte Party abreißen wollen, wird von Beginn an klar. Nicht nur die Kostüme, auch das Bühnenbild erstrahlt in allen Farben des Regenbogens. Die Stimmung im Lido ist dementsprechend ausgelassen, das Publikum von Beginn an dabei. Der Einzige, der wiedermal schlechte Laune verbreiten muss: Archdemon Seebulon. Das macht er mit allerhand Hingabe und deutet mit über den Hals streichenden Gesten immer wieder an, wer aus dem Publikum das Lido heute nicht mehr lebend verlassen soll. Durchsetzen konnte er sich dann doch nicht, die gute Laune von The Dwarf hat ihm da einen Strich durch die Rechnung gemacht.
„Master Of The Universe“ eröffnete das Set mit Synth-Klängen, die eher an ein Wave- als an ein Metal-Konzert erinnern. Das ändert sich natürlich umgehend mit den live einsetzenden Gitarren- und Drumklängen des Abends. Was auffällig ist: Dass es live dabei bleibt, denn Bass und Keyboard kommen vom Band. Auch Thalìa Bellazecca fehlt heut leider und ANGUS MCSIX müssen ohne ihre Amazone Thalestris auskommen.

Auf der Bühne ist richtig was los. Adam McSix springt ständig auf und ab. Dabei animiert auch er unablässig das Publikum, was hervorragend gelingt. Der Archdemon Seebulon schafft es auch ohne Worte, immer wieder mit dem Publikum zu spielen. Es gibt auch mal ein Selfie von der Bühne. Besonders auffällig ist die Leistung von The Dwarf. Jasmin Pabst stellt sich zu ihrem Song „Dig Down“ auf die beste Weise dem Publikum vor. Sie hat eine wahnsinnig intensive Bühnenpräsenz, die The Dwarf immer wieder ausspielt. Zu „Ride To Hell“ findet man sie sogar im kleinen Circle-Pit wieder.
Dass der „Ork Zero“ nicht sonderlich beliebt ist in der Band, wird mit dem Zeigen des in die Luft gestreckten Mittelfingers zum Ausdruck gebracht. Zu „Sixcalibur“ versucht ein Ork, das Schwert von Adam McSix zu klauen, er hat natürlich keine Chance. Ein Gast aus der ersten Reihe wird zu „Eternal Warrior“ auf eine Quest geschickt. Er holt für The Dwarf ein frisches Bier von der Bar, denn Zwerge funktionieren nur mit Bier, und das auf der Bühne ist wohl zu Neige gegangen. Neben dem inzwischen obligatorischen Typen im Dinokostüm zu „Laser-Shooting Dinosaur“ singt das Lido dem Tourmanager kurz vor dem Ende des Abends noch ein Geburtstagsständchen.
- He-Man Masters Of The Universe Intro
- Aetheriyja
- Master Of The Universe
- The Fire Of Yore
- I Am Adam McSix
- Let The Search Begin
- Dig Down
- Ork Zero
- Sixcalibur
- Just A Fool Will Play Tricks On Angus McSix
- Techno Men
- Starlord Of The Sixtus Stellar System
- Eternal Warrior
- Laser-Shooting Dinosaur
- Happy Birthday
- 6666
- Amazons Of Caledonia
- Ride To Hell
- Into Battle
ANGUS MCSIX haben mit BLOODBOUND und BRAINSTORM ein gutes Händchen für das Vorprogramm bewiesen und einen soliden Power-Metal-Abend abgeliefert. Dass der starke Party-Einschlag in ihrer Musik aber nicht unbedingt etwas für einen Dienstagabend in Berlin ist, veranschaulicht das maximal zu zwei Dritteln gefüllte Lido. Das ist einerseits zwar schade, andererseits zeigt es aber auch, dass ANGUS MCSIX doch eher auf Festivals funktionieren. Dort ist dann auch das bierhumpenschwenkende Publikum zu finden, was ANGUS MCSIX dann ordentlich anheizen können.
Du siehst gerade einen Platzhalterinhalt von YouTube. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicke auf die Schaltfläche unten. Bitte beachte, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.

