Ensiferum w/ Insomnium, Omnium Gatherum

  • München, Backstage Werk
  • 13. März 2015

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Es gibt einige Gesetze im Metal, auf die kann man sich verlassen. Eines davon lautet: ENSIFERUM rufen und alle, alle kommen. So ist es wenig verwunderlich, dass das Konzert der Finnen im Münchner Backstage ein Kassenschlager wird – zumal die Pagan-Vorreiter mit INSOMNIUM und OMNIUM GATHERUM zwei starke Support-Acts mitbringen.

1026183_10152843630911647_4604687263963464257_oEntsprechend lang ist die Schlange der Fans, die sich vor dem Münchner Backstage noch um 19:30 um Einlass-Bändchen bemühen, so dass die Stagetime von OMNIUM GATHERUM kurzerhand um eine halbe Stunde nach hinten verschoben wird. Als es schließlich losgeht, können sich die Finnen, deren Gitarrist Markus Vanhala später am Abend noch bei Insomnium sein Bestes geben muss, bereits über eine gut gefüllte Halle und starke Publikumsresonanz freuen. Da auch Sound und Licht nicht dem Klischee einer Support-Act-Show entsprechen, kommt bereits früh am Abend richtig gute Stimmung auf. Sänger Jukka Pelkonen weiß die Menge mit seiner gelebten Liebe zum Metal für die „Headbanging Songs“ der Truppe zu begeistern, während der Rest der Band sich entsprechend in Pose wirft und dabei bedingungslose Spielfreude an den Tag legt. So sollte jedes Konzert beginnen.

Setlist Omnium Gatherum

  1. New Dynamic
  2. Soul Journeys
  3. The Sonic Sign
  4. The Unknowing
  5. New World Shadows
  6. Everfields


10358999_10152843631451647_8114865573333880237_oNachdem bereits Omnium Gatherum 40 Minuten spielen durften, bekommen ihre Landsmänner von INSOMNIUM im Anschluss eine volle Stunde, um ihre zahlreichen Fans zu beglücken. Und das mit Recht, gehören INSOMNIUM doch zu den Senkrechtstartern der Szene. Allerdings musste die Band kurz vor der Tour personell umstrukturieren: Da Leadgitarrist Ville Friman beruflich verhindert ist, steht an seiner statt Kari Ollu von Pressure Points auf der Bühne. Dass man diesen Wechsel nicht merken würde, wäre gelogen – holpert es gerade am Anfang doch ziemlich und auch die filigranen Clean-Parts kommen nicht so flüssig wie gewohnt. Dennoch gebührt dem Ersatzmann aller Respekt, schließlich übernimmt er neben den nicht allzu trivialen Gitarrenspuren auch den Klargesang von Ville und kann sich mit seiner vollen, ausdrucksstarken Stimme diesbezüglich richtiggehend hervortun. So liefern INSOMNIUM ihren Fans auch in geänderter Formation eine vollwertige Show, die nicht nur aktuelles Material beinhaltet, sondern mit Hits wie „Daughter of the Moon“ auch die großartigen Frühwerke angemessen repräsentiert.

Setlist Insomnium

  1. The Killjoy
  2. While We Sleep
  3. Every Hour Wounds
  4. Daughter Of The Moon
  5. Black Heart Rebellion
  6. Where The Last Wave Broke
  7. The Promethean Song
  8. Drawn To Black
  9. Ephemeral
  10. Weighed Down With Sorrow


Als um 22:20 schließlich der Headliner die Bühne betritt, ist offensichtlich, dass auch ENSIFERUM nicht in Stammbesetzung auf Reisen gehen konnten: Keyboarder Emmi Silvennoinen wird auf der Tour durch Netta Skog am Akkordeon ersetzt. Sound-Puristen mag die Umbesetzung zunächst irritieren, schnell stellt sich jedoch heraus, dass die ehemalige Turisas-Mitstreiterin die Show nicht nur durch ihr Aussehen, ihre aufgeweckte Art und ihr Dauergrinsen, sondern auch musikalisch bereichert – schließlich wurde die Finnin 2006 nicht ohne Grund für ihr Können mit dem „Golden Accordion“ ausgezeichnet. Was die Setlist angeht, kämpfen sich ENSIFERUM heute kreuz und quer durch ihr Werk – von traditionellen Stücken wie „Into Battle“ bis hin zu eher abgefahrenen Nummern wie „Unsung Heroes“ ist alles dabei.

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Das Publikum dankt es auf seine Art: Es wird geklatscht und mitgesungen, was Hände und Kehle hergeben. Da das Backstage mittlerweile gesteckt voll ist, ergibt sich so eine durchaus eindrucksvolle Kulisse. ENSIFERUM danken dies ihrerseits mit Spielfreude und Engagement. Die Ankündigung der Zugabe durch Netta gleicht dann auch eher einer Comedy-Einlage – gekrönt durch das Judas-Priest-Cover „Breaking The Law“ in durchgewechselter Bersetzung mit Skog am Mikrophon. Nach dem Hit-Trio aus „From Afar“, „Token Of Time“ und dem obigatorischen Rausschmeißer „Iron“ ist nach satten 1:40 Stunden schließlich Schluss.

Setlist Ensiferum

    March Of War (Intro)

  1. Axe Of Judgement
  2. Heathen Horde
  3. Into Battle
  4. Little Dreamer (Väinämöinen, Part II)
  5. Warrior Without A War
  6. Ahti
  7. Smoking Ruins
  8. Two Of Spades
  9. Unsung Heroes
  10. Burning Leaves
  11. One Man Army
  12. Victory Song
  13. Breaking The Law (Judas-Priest-Cover)
  14. From Afar
  15. Token Of Time
  16. Iron


11043330_10152843628776647_1760528327026057934_oDas Finnische Trio aus OMNIUM GATHERUM, INSOMNIUM und ENSIFERUM schlägt voll ein: Durch die unterschiedliche stilistische Ausrichtung der drei Bands ist stets für Abwechslung gesorgt, während die unbestreitbare Qualität aller drei Bands dafür sorgt, dass die Shows allesamt Laune machen. Darüber, ob das Merch-Preise von 25€ pro Shirt rechtfertigt, lässt sich zwar trefflich streiten, ansonsten dürften heute alle einer Meinung sein.

1 Kommentar zu “Ensiferum w/ Insomnium, Omnium Gatherum”

  1. Clemens

    Bereits 4 Wochen vor dem Konzert hatte ich das Ticket – die Show war dann auch der absolute Hammer! Was die Nordmänner im Backstage ablieferten, war allererste Sahne! Insomnium hatte ich zuvor schon live erlebt, in Nürnberg, auch damals waren die Jungs klasse! Die unumstrittene Nummer Eins war für mich jedoch der Show-Headliner Ensiferum. Der Saal hat getobt vor Begeisterung! Hammerhart war auch Netta Skog, die Akkordeonistin! Ich stand ziemlich weit vorne, unweit der Bühne… ein paar Moshpits und blaue Flecken gab’s gratis! Schade, dass die Finnen nicht mehr die ‚Knaller‘ und meine persönlichen Ensiferum-Top-Hits ‚Twilight Tavern‘ und ‚In my sword I trust‘ spielen konnten… Allen Fans, die am Freitag, den 13.3. in München nicht dabei sein konnten, sei gesagt: Schade, Ihr habt echt was verpasst! Ich hoffe, die Finnen bald wieder auf einem der (zum Glück bald beginnenden) Sommer-Festivals live erleben zu können! Keep rockin‘ hard! Long live METAL!

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