Folsom Prison Band

  • Augsburg, Spectrum Club
  • 30. November 2017

In einem kleinen und überschaubaren Rahmen luden FOLSOM PRISON BAND unter dem Motto „Homage To Cash & Countrymusic“ zu einem sehr persönlichen Konzertabend, der nicht nur Musik des großen Vorbildes Johnny Cash beinhaltete, sondern auch Titel, die ihn inspirierten und Songs seiner Wegbegleiter. Zur Qualität des Auftritts trugen auch die persönlichen Anekdoten und Anmerkungen zu den Liedern, die Hingabe zur Musik und die gekonnte Interpretation von Roman Hofbauer bei.

 


Den Einstieg in den Abend bestreitet Hofbauer solo an der Akustikgitarre. Dabei ist nicht nur der Opener „A Singer Of Songs“ sehr gut ausgewählt, auch „The Man Comes Around“ und „I Got Stripes“ bestechen durch ihre leise Seite außerordentlich. Zu den einzelnen Songs streuen die Musiker kleinere Aussagen ein, die von privaten Erfahrungen bis hin zur Entstehungsgeschichte bzw. dem Inhalt des jeweiligen Titels reichen. Martin Langer an der zweiten Gitarre kann ebenso mit einigen Glanzmomenten sein Können beweisen. Ein gutes Beispiel hierfür sind der Elvis-Presley-Song „Just Because“ und Buddy Hollys „Oh Boy“. Die Reise durch den Südwesten der USA schreitet folgerichtig fort, bedient mit „Rowboat“ nochmal die „American Recordings“-Reihe des legendären Johnny Cash. Darüber hinaus kommen auch Willie Nelson und Bob Dylan zum Einsatz, bevor sich das Duo nach „Ghostriders In The Sky“ in eine wohlverdiente Pause begibt.


Der zweite Teil wird vom grandiosen „Daddy Sang Bass“ eröffnet, das ursprünglich von Carl Perkins für Cash geschrieben wurde. Aber auch „Long Black Veil“ ist in seiner heutigen Darbietung etwas für musikalische Genießer. Zu „San Quentin“ berichtet die Band von ihrem Auftritt im Landsberger Gefängnis, während „Folsom Prison Blues“ von der Story ihres Gigs in der alten US-amerikanischen Kaserne in Landsberg eingeleitet wird. Ebendort schrieb Johnny Cash damals den Titel, nachdem er den Film „Inside The Walls Of Folsom Prison“ gesehen hatte. Immer wieder scheint durch, wie sehr die beiden Musiker die Country-Legende verehren. Hofbauer mimt nicht nur Körper- und Gitarrenhaltung nach, sondern hat auch das Hochziehen des Mundwinkels deutlich verinnerlicht. Weitere Highlights an diesem Abend sind „Big River“, Elvis‘ „Jailhouse Rock“ in einer stark umstruktierten Version und natürlich „Ring Of Fire“, das auch ohne Trompeten sehr gut gelingt. Die vier Zugaben orientieren sich vorerst an Creedence Clearwater Revival, ehe Eddie Cochrans „Tired And Sleepy“ und das sehnsüchtige „On The Road Again“ den heutigen Auftritt abrunden.


Setlist Folsom Prison Band

  1. A Singer Of Songs
  2. The Man Comes Around
  3. I Got Stripes
  4. Give My Love To Rose
  5. I Walk The Line
  6. Just Because
  7. Oh Boy
  8. Guess Things Happen That Way
  9. Rowboat
  10. Me And Paul
  11. Wagon Wheel
  12. She Belongs To Me
  13. Ghostriders In The Sky
  14. ---
  15. Daddy Sang Bass
  16. I Saw The Light
  17. Keep On The Sunny Side
  18. Long Black Veil
  19. San Quentin
  20. Folsom Prison Blues
  21. I Feel Like Hank Williams Tonight
  22. Honky Tonk Blues
  23. Big River
  24. Jailhouse Rock
  25. Down In The Valley
  26. Ring Of Fire
  27. ---
  28. Cotton Fields
  29. Midnight Special
  30. Tired And Sleepy
  31. On The Road Again


FOLSOM PRISON BAND sind keine Herren, die große Reden schwingen. Sie besinnen sich vielmehr auf die Inhalte und vorrangig darauf das musikalische Feeling der 50er- und 60er-Jahre ins Hier und Jetzt zu transportieren. Das gelingt dem Duo erstaunlich gut, was nicht zuletzt an ihrer Hingabe zu den dargebotenen Songs liegt. Diese ist zu jeder Zeit spürbar. In einer Zeit, in der viele der damaligen Helden nicht mehr aktiv oder bereits verstorben sind, ist ein musikalisches Kleinod wie die FOLSOM PRISON BAND wichtiger denn je. Oder um es in Roman Hofbauers Worten auszudrücken: „Johnny Cash schaffte es wie kein Zweiter den kleinen Dingen im Leben eine Stimme zu geben.“ Danke, dass ihr diese Sichtweise auch im Jahr 2017 weiter verbreitet.

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