Quo vadis, Slayer?

Die verblienenen Gründungsmitglieder von SLAYER standen in einem Interview mit Guitar World für die August-Ausgabe des Magazins Rede und Antwort. Kerry King, Tom Araya und Dave Lombardo schilderten unter anderem, dass sich der Gesundheitszustand des am 2. Mai verstorbenen Jeff Hanneman schon vor dem fatalen Insektenbiss im Jahre 2011 aufgrund von Arthritis und seiner Alkoholsucht so sehr verschlechtert hatte, dass er nicht mehr auf demselben Niveau wie noch Jahre zuvor Gitarre spielen konnte. Im Hinblick auf die Zukunft der Thrash-Titanen haben die drei Musiker unterschiedliche Ansichten.

King denkt nicht ans Aufhören: „Ich plane, weiterzumachen. Ich denke nicht, dass wir das Handtuch werfen sollten, nur weil Jeff nicht [mehr] da ist.“

Lombardo (zurzeit aufgrund von Vertragsunstimmigkeiten nicht bei SLAYER aktiv) würde gerne erst mal mit seinen ex-Kollegen sprechen: „Wenn sie reden wollen, bin ich da. Ich möchte keinerlei Feindseligkeiten zwischen uns. Das Leben ist zu kurz und wir sind zu alt für den Scheiß. Ich bin bereit, wir werden also sehen, was passiert.“

Araya zeigt deutliche Zweifel am Gedanken, die Band weiterzuführen: „Nach 30 Jahren wäre das wie ein Neuanfang. Ohne Jeff weiterzumachen wäre einfach nicht dasselbe und ich bin mir nicht sicher, ob die Fans so eine drastische Veränderung überhaupt akzeptieren würden. Besonders wenn man bedenkt, wie viel er musikalisch zu SLAYER beigesteuert hat. Man kann eine Vertretung für ihn finden, aber es gibt niemanden auf dieser Welt, der das tun kann, was Jeff tat. Ihn zu ersetzen ist unmöglich.“

 

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Geschrieben am 25. Juni 2013 von

7 Kommentare zu “Quo vadis, Slayer?”

    1. Moritz Grütz

      Leider wahr. Aber dass KK Slayer mittlerweile eher wie ein Unternehmen führt als wie eine Band, ist ja auch nichts neues. Andererseits ist das auf dem Level, auf dem solche Bands spielen, wohl auch in der Tat kein großer Unterschied mehr.

  1. Texta

    Wer spielt zur Zeit eigentlich Gitarre? Die waren ja in Graz am Seerock Festival. Und was ich besonders makaber finde ist, dass sie dort ein Heineken Transparent mit Hanneman drinnen stehen gehabt haben sollen. Passend zur Alkohlsucht. (Information eines Dritten ;) Ich war nicht dort.)

  2. Joker's Jester

    Naja, das Zitat ist ja nun scheinbar stark verkürzt. Ich bezweifel, dass er nur einen einzelnen Satz gesagt hat. Im Kontext des gesamten Interviews wirkt die Aussage von KK vielleicht nochmal anders. Der Tod eines Mitglieds muss – so tragisch es auch ist – nicht das Ende einer Band bedeuten.

    1. Moritz Grütz

      natürlich nicht – allerdings ist in diesem Fall schon die Frage, wie sinnvoll ist, weiterzumachen. Jeff war meiner Ansicht nach klar der bessere Gitarrist und vor allem der bessere Songwriter – während Kerry eher durch sein extrovertiertes Auftreten und willkürliches Sologefrickel von sich Reden macht. Insofern: Live mag das mit Gary ja ganz gut funktionieren, weil Jeff eben keiner war, der sich sonderlich in den Mittelpunkt gerückt hatte. Für eine eventuelle neue Platte sieht das aber halt dann dennoch wieder ganz anders aus…

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