CD-Review: 1349 - Dødskamp (EP)

Besetzung

Ravn – Gesang
Archaon – Gitarre
Seidemann – Bass
Frost – Schlagzeug

Tracklist

01. Dødskamp
02. Atomic Chapel (live)


Seit gut fünf Jahren steht Massive Cauldron Of Chaos“, das letzte Album von 1349, nun in den Läden – eigentlich wäre es da mal wieder Zeit für ein neues Full-Length. Statt dessen präsentieren die Norweger ihren Fans eine auf 1000 Stück limitierte Vinyl-EP: „Dødskamp“.

Weder der Titel, noch das Cover – ein Gemälde von Edvard Munch, sind dabei willkürlich gewählt: Bei dem gleichnamigen Song „Dødskamp“ handelt es sich um die Vertonung eines Gemäldes des norwegischen Malers, das die Band im Rahmen einer Aktion des Munch-Museums Oslo komponierte: Vier Künstler verschiedener Genres wurden gebeten, ein Gemälde in ihrem jeweiligen Stil in Musik umzusetzen. Soweit das Konzept.

In der Praxis enttäuscht das Resultat leider in recht vielen Gesichtspunkten: Fängt „Dødskamp“ noch mit einem recht hübschen Gitarrenlick an, stückeln 1349 anschließend hektisch und wenig nachvollziehbar verschiedene Parts aneinander. Soweit, so erwartbar. Hektisch und wenig nachvollziehbar ist diesmal aber auch, was Frost am Schlagzeug abzieht: Dass der Mann schnell spielen und viele Anschläge in wenig Zeit unterbringen kann, muss er eigentlich niemandem mehr beweisen.

Er tut es dennoch – mit dem Resultat, dass der Song vor überflüssigen Fills geradezu überquillt. Dass der Drumsound zwar „natürlich“, aber irgendwie auch nicht wirklich gelungen ist, und alles zusammen auch nicht mit der für 1349 früher typischen Präzision überzeugen kann, gibt dem Stück leider den Rest: Schlussendlich klingt „Dødskamp“ zwar nach 1349 – gewiss aber nicht nach der besten Version ihrer selbst.

Dazu gibt es als B-Seite den „Demonoir“-Song „Atomic Chapel“: Davon abgesehen, dass der Song kompositorisch auch kein Meisterwerk ist, weiß auch die Live-Version (trotz merklich besserer Aufnahmequalität als noch auf dem „Demonoir“-Re-Release) nur in Maßen zu begeistern.

So interessant das Kunstprojekt des Munch-Museums in der Theorie auch sein mag, und so interessant der Beitrag von 1349 eventuell sogar für Kunstfreunde ohne Black-Metal-Hintergrund sein mag: Für Szenegänger empfiehlt sich der Kauf dieser EP nicht wirklich – selbst Fans von 1349 sollten der Veröffentlichung mit einer gehörigen Portion Skepsis begegnen. Von musikalischen Großtaten wie „Beyond The Apocalypse“ oder „Hellfire“ sind 1349 2019 leider nach wie vor weit entfernt.

Keine Wertung

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