CD-Review: Althea - The Art Of Trees

Besetzung

Alessio Accardo - Gesang
Dario Bortot - Gitarre
Andrea Trapani - Bass
Marco Zambardi - Keyboards
Sergio Sampietro - Schlagzeug

Tracklist

01. For Now
02. Deformed To Frame
03. One More Time
04. Today
05. Evelyn
06. Not Me
07. The Shade
08. The Art Of Trees
09. Away From Me
10. Burnout


Fleshgod Apocalypse, Aborym, Hour Of Penance, Forgotten Tomb: Metal können die Italiener. Die Lombarden von ALTHEA fügen dieser Palette an eher Extreme- und Black-Metal-Bands nun einen Prog-Anteil der sanfteren Art hinzu.

Mit ihrem nunmehr dritten Album „The Art Of Trees“ nähern sich die Italiener dabei mit Leichtigkeit den großen Namen der Szene wie Cynic und Threshold an und machen im direkten Vergleich sogar etwas besser!

Denn während die letzte Cynic-Platte „Kindly Bent To Free Us“ (2014) zu unverfänglich war und mit wenig guter Melodieführung überzeugen konnte, gelingt ALTHEA hingegen der Clou: Ihre Songs sind zwar ebenso ungefährlich, aber nicht mangels genügend Mut, sondern aus dem Fakt heraus, dass ALTHEA schlicht verträumt anstatt vertrackt spielen.

Auf „The Art Of Trees“ erschaffen die fünf Italiener somit vielschichtige, oftmals zerbrechlich-schöne Klangwelten, deren Ohrwurm-Qualitäten glücklicherweise aber nicht das Maß an Pop-Tauglichkeit erreichen wie beispielsweise ein „Stars And Satellites“ oder „Small Dark Lines“ von Threshold („Legend Of The Shires„, 2017).

Von zur Schau gestellter Polyrhythmik und Polymetrik a la Dream Theater halten ALTHEA insgesamt somit recht wenig, dennoch progt sich das Quintett mit jazzy Basslinien und dissonaten Riffing gut durch Tracks wie „Deformed To Frame“ und „Not Me“. Dabei verleiht besonders das Keyboard den Songs stets eine gewisse Dichte, ohne aufgedrängt zu wirken („One More Time“).

ALTHEAs Gespür für tragende Melodien tritt besonders in dem vergleichsweise überladenen und traumhaft schönen „Today“ deutlich hervor; dass die Grenze zum Kitsch allerdings oftmals eine schmale Linie ist, die auch ALTHEA mal überschreiten, beweist das zu rührselige „The Shade“, was auch der gut platzierte Saxphon-Einsatz nicht abdämpfen kann.

Mit „Evelyn“ und dem Titeltrack wagen sich die Italiener auch an long tracks: eine gefährliche Disziplin, an deren Ende entweder zu langatmige Songs  (wie zuletzt bei Hakens „Veil“) oder schlicht geniale Unterhaltung (Stichwort Devin Tonwsend Project mit „The Mighty Masturbator“) stehen. ALTHEA überstehen diese Disziplin erstaunlich gut, denn besonders „Evelyn“ wohnt eine Klasse inne, die man einer eher unbekannten Band kaum zugetraut hätte.

Gefühlvoller Prog Metal mit einem hohen Grad an gelungener Abwechslung: „The Art Of Trees“ überrascht vom ersten Durchlauf an und baut sich im weiteren Verlauf zu einer qualitativ hochwertigen Platte auf, die man ALTHEA so nicht zugetraut hätte. Respekt!

Bewertung: 8.5 / 10

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