CD-Review: As I Lay Dying - Shaped By Fire

Besetzung

Tim Lambesis – Gesang
Nick Hipa – Gitarre
Phil Sgrosso – Gitarre
Josh Gilbert – Bass
Jordan Mancino - Schlagzeug

Tracklist

01. Burn To Emerge
02. Blinded
03. Shaped By Fire
04. Undertow
05. Torn Between
06. Gatekeeper
07. The Wreckage
08. My Own Grave
09. Take What’s Left
10. Redefined
11. Only After We’ve Fallen
12. The Toll It Takes


Der Prozess um das Mordkomplott des AS-I-LAY-DYING-Sängers Tim Lambesis gegen seine Frau und seine spätere Verurteilung war wohl einer der spektakulärsten Kriminalfälle in der jüngeren Musikgeschichte. Nachdem Lambesis Ende 2016 aus dem Gefängnis entlassen worden war, veröffentlichte die Band 2018 ein Video, aus dem hervorging, dass die Bandmitglieder sich versöhnt hatten und bald wieder von sich hören lassen würden. Für „Shaped By Fire“ haben AS I LAY DYING einen Vertrag mit Nuclear Blast ergattert – dem ersten Release seit dem 2012 erschienenen „Awakened“ steht also nichts mehr im Wege.

Anknüpfend an das pompöse Intro “Burn To Emerge“ eröffnen AS I LAY DYING das Album in “Blinded“ mit den für die Band charakteristischen melodischen Riff-Salven, Breakdowns und einem clean gesungenen Refrain. Tatsächlich findet sich das Schema „Harte Strophe – cleaner Refrain“ auf ausnahmslos jedem Lied des Albums – das nimmt „Shaped By Fire“ jegliches Überraschungsmoment. Darüber hinaus driften AS I LAY DYING zu oft ins Midtempo ab, so dass man spätestens nach der Hälfte des Albums jeden Tempowechsel kommen sieht.

Dennoch hat das Album einige starke Momente, was vor allem mit dem nach wie vor exzellenten Melodiegefühl der Band zu tun hat: Neben “Blinded“ sticht „Undertow“ durch besonders eingängige Riffs hervor, während AS I LAY DYING in “The Wreckage“ und „Take What’s Left“ besonders durch melodische Breakdowns glänzen. Letzterer ist außerdem der einzige Song, in dem die Band vom sonst übrigen Schema abweicht. In den am Ende des Albums stehenden “Only After We’ve Fallen“ und “The Toll It Takes“ fahren die Kalifornier nochmal alles an Härte auf: Abgesehen von den Growls und Double-Bass-Salven, die diese Songs prägen, entsteht hier durch das Wechselspiel der Sänger Gilbert und Lambesis im Refrain eine ganz eigene Intensität.

Mehr Mut zum Risiko hätte AS I LAY DYING nicht geschadet: “Shaped By Fire“ ist zwar genau so ausgefallen, wie man es vorher erwarten konnte, dennoch hat man das Gefühl, dass hier noch mehr drin gewesen wäre. Die Kalifornier bewegen sich auf einem hohen Niveau, wirklich herausragende Momente oder Lieder gibt es jedoch nicht zu hören. Dass AS I LAY DYING überhaupt nochmal ein Album veröffentlichen, kann man andererseits schon als Erfolg werten, auch wenn es an den Vorgänger nicht herankommt.

Bewertung: 7 / 10

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