CD-Review: Bethlehem - Mein Weg

Besetzung

Jürgen Bartsch - Bass, Elektronik
Olaf Eckhardt - Gitarre
Steve Wolz - Schlagzeug

Gastmusiker:
Guido Meyer de Voltaire - Gesang
Andreas Tekath - Piano, Keyboard

Tracklist

01. Aalmutter
02. Allegoria
03. Knochenkorn
04. Frl. Deutsch
05. Felbel Fittich
06. Dr. Miezo
07. Elf Soffitten
08. Einsargen
09. Im Sog
10. Maschinensatan


„Mein Weg“ von BETHLEHEM ist das mittlerweile fünfte Album der Grevenbroicher und im Vergleich zu alten Alben hat sich einiges geändert. Die Gruppe hat sich größtenteils den düsteren Klängen des Black, Doom und Death Metals abgewandt und zelebriert eine eigenwillige Mischung aus Gothic, Industrial und vielleicht noch einigen wenigen Black Metal Elementen. Abwechslung ist durchaus da, allerdings konnten mich die seltsamen Klänge in Verbindung mit den ebenso seltsamen Texten auf Dauer nicht überzeugen. Stellenweise klingt das ganze für mich eher wie ein zäher Brei mit Hauptkomponenten aus der Ecke Rammstein und neuer Moonspell, was für den in dieser Beziehung eher kleinkarierten Metalfan nicht gerade eine Empfehlung sein muss. Wer allerdings auf diese Art von Musik und Lyrik steht, der könnte Gefallen an „Mein Weg“ finden.

Die ersten drei Titel klingen stellenweise wirklich interessant, besonders die Eingängigen Refrains hatten es mir angetan. Hier gibt es wirklich sowohl gute Gitarren- als auch Keyboardmelodien, klaren und geschrieenen Gesang (welcher auf dem ganzen Album etwas zu kurz kommt), die einen zum Weiterhören motivieren. Allerdings geht es ab dem sich vor sich hinschleppenden „Frl. Deutsch“ fast nur noch abwärts, was einem leicht die Nerven rauben kann. „Felbel Fittich“ ist trotz allem ein netter Song, den man sich in entsprechender Stimmung gut anhören kann, allerdings weist der Text die wirklich seltsamsten Zeilen auf, die ich je gelesen habe. Nun gut, Geschmackssache, auch wenn ich mir nicht vorstellen kann, dass ein normalsterblicher die Nachricht, die hinter dem Text steckt, versteht. „Dr. Miezo“ machte mir in der ersten Minute die Hoffnung, es könnte doch wieder abwechslungsreich werden, denn hier wird voll auf die Zwölfe geschlagen. Leider zerplatzt dieser Traum, und es geht wieder weiter mit anstrengenden, schleppenden Passagen. Wirklich hervorzuheben wäre jetzt nur noch „Einsargen“ (und vielleicht „Im Sog“ wegen des ebenfalls seltsamen Textes), ein wirklich starker, abwechslungsreicher Song, wovon man auf dem ganzen Album leider viel zu wenig zu Hören bekommt.

„Mein Weg“ ist wirklich seltsam. Einmal begeistern mich einige der Songs, das andere mal langweilen sie mich zu Tode. Mittlerweile gefallen mir aber Songs wie „Aalmutter“, „Allegoria“, „Knochenkorn“ oder „Einsargen“ relativ gut. Letzteres halte ich fast schon für einen überdurchschnittlich guten Song, leider ist das restliche Material, bis auf die drei anderen genannten Titel, zäh wie Gummi. Wer sich für diese seltsame Mischung begeistern kann, darf zugreifen. Vielleicht wird „Mein Weg“ sogar noch ein paar mal den Weg in meinen CD-Spieler finden. Gewöhnungsbedürftig ist das Ganze trotzdem…

Bewertung: 6 / 10

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