CD-Review: Betontod - Vamos!

Besetzung

Oliver Meister - Gesang
Frank Vohwinkel - Gitarre
Mario Schmelz - Gitarre
Adam Dera - Bass
Maik Feldmann - Schlagzeug

Tracklist

01. Para Toda La Vida
02. Zusammen
03. Vamos!
04. Boxer
05. La Familia
06. Es ist vorbei
07. Niemals untergehen
08. Nie mehr Alkohol
09. Bengalo
10. Stück für Stück
11. Diese Zeit


Man kann ja von den Toten Hosen halten was man will, aber in Sachen eingängiger Punk-Rock mit Mainstream-Potenzial kommt einfach niemand an die Jungs heran. Stattdessen entstehen oft genug Alben mit Riffs aus dem Baukasten und überschwänglich pathetischen Texten, die dann aber unverständlicherweise trotzdem häufig in den oberen Chartpositionen auftauchen. Nach der letzten BETONTOD-Scheibe „Revolution“ war es irgendwie vorhersehbar, dass sich auch die Rheinberger der Verlockung des Mainstreams zumindest ein Stück weit ergeben werden. Nach 28 Jahren harter Arbeit kann man es ihnen nicht einmal komplett verübeln. Schade ist nur, dass dabei ein so halbgares Album wie „Vamos!“ herauskommt.

Trotz des kämpferischen Titels scheinen BETONTOD nämlich alles andere als auf Krawall aus zu sein. Wirklich wild wird es auf „Vamos!“ nur bei zwei Songs: „Niemals untergehen“ und „Stück für Stück“, wobei gerade letzterer durch sein fettes trashiges-Riff und bissige Lyrics glänzen kann. Ansonsten ergehen sich die Jungs in den immer gleichen Plattitüden von ewiger Freundschaft („Zusammen“), gebrochenen Herzen („Es ist vorbei“) oder nostalgischen Erinnerungen („Diese Zeit“). Das alles hat man dieses Jahr und allgemein schon hunderte Male gehört und meistens dabei oft genug den Kopf über so viel Pathos geschüttelt. Den Vogel schießen BETONTOD aber mit „Nie wieder Alkohol“ ab. Die Nummer klingt wie eine Resteverwertung bekannter BETONTOD-Songzeilen und peinlichen neuen Lyrics wie „Alkohol – hol – hol ma noch ein Bier“. Nicht mal am Ballermann könnten die Musiker damit überzeugen.

Auch musikalisch ist auf „Vamos!“ nahezu alles glatt gebügelt und ohne Ecken und Kanten. Spätestens jetzt sind BETONTOD mehr weichgespülter Deutschrock denn Punk. Und das von einer Band, deren wilde Mischung aus dreckigem Punk mit Metal- und Hardcore-Elementen selbst bei Hörern härterer Genres gut ankam. Da hilft auch das groovende Riff des Titeltracks nicht viel. An Glanztaten wie „Schwarzes Blut“ oder „Glück auf“ reichen die Jungs nicht mehr heran.

Veränderungen sind gut und begrüßenswert und auch der Erfolg sei den Bands gegönnt, aber die nahezu immer damit einhergehende Anbiederung an den Mainstream nervt einfach nur noch. Wenn aus Punk-Heroen wie BETONTOD plötzlich handzahme Stadionrocker werden, muss die Frage erlaubt sein, ob der Erfolg das wert ist.

Bewertung: 3 / 10

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