CD-Review: Beyond The Morninglight - Dreaming Stoned

  • Veröffentlichung: 2014
  • Label: Worm Hole Death
  • Spielart: Rock
Besetzung

Runar Beyond - Gesang, Gitarre, Bass, Mellotron, Orgel

Tracklist

01. You Twisted Angel
02. Dreaming Stoned
03. Divine Infinity
04. A Moment In Time


Nach welchen Kriterien entscheiden sich Künstler eigentlich für die Titel ihrer Veröffentlichungen? Müssen sie ansprechend und außergewöhnlich sein? Oder lieber einfach und kurz? Betrachtet man wahllos ein paar Platten im Internet, fällt auf, dass mittlerweile doch eigentlich nur noch einfallslos der Titel des berühmtesten oder beliebtesten Stückes auf der Scheibe gewählt und dann für die komplette Veröffentlichung genutzt wird. Ob das immer so vorteilhaft ist, darf umstritten bleiben. Auch BEYOND THE MORNINGLIGHT setzt mit „Dreaming Stoned“ auf diesen Weg der Namensgebung, hier steht allerdings fest: Viel besser hat vermutlich noch nie ein Titel zur Musik, die in der Platte steckt, gepasst.

Schon im ersten Song, „You Twisted Angel“, fällt auf, wie beunruhigend einnehmend Musik sein kann: Sobald der skurrile Gesang Runar Beyonds einsetzt, ist der Hörer im Titel gefangen – vor allem vor Verwunderung. Mit jedem Stück der EP erwartet ihn eine Mischung aus qualvollem Wimmern, Hauchen und Flüstern, in dem gelegentlich schiefe Töne und hier und da auch eigenartige Betonungen auftauchen.
Die Strukturen der vier Songs sind zum großen Teil ähnlich. Hätte Runar Beyond etwas sanftere Übergänge gestaltet, könnte vermutlich behauptet werden, es handele sich auf der EP um einen zusammengehörigen Titel – immer wieder stehen die Akustik-Gitarre und der sonderbare Gesang im Vordergrund: Eigentlich hört sich hier doch viel zu viel gleich an, um zu unterhalten?
Dass sich eine solche Eintönigkeit nicht direkt negativ auswirkt, ist tatsächlich eher selten, bei „Dreaming Stoned“ aber der Fall. BEYOND THE MORNINGLIGHT verfolgt klare Absichten, die darin liegen, die Hörer aus dem rauschähnlichen, entspannten Zustand, in den er sie mit seiner sehr eigenen Musik auf außergewöhnlichste Weise versetzt, nicht früher herauszuholen als nötig.

Wer seine Hörer durch ungewöhnliche Mittel komplett zu verzaubern weiß, muss wahrhaftig ein musikalisches Talent sein. Dies beweist BEYOND THE MORNINGLIGHT mit „Dreaming Stoned“. Die EP weiß recht schnell zu begeistern, ist jedoch sicher nicht jedermanns Sache. Diejenigen, die offen für Neues sind, werden jedoch Freude an den Songs haben und sich hoffentlich auch zukünftig noch viel vom Projekt Runar Beyonds versprechen dürfen.

Keine Wertung

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