CD-Review: Cannibal Corpse - Evisceration Plague

Besetzung

George Fisher - Gesang
Rob Barrett - Gitarre
Pat O´Brien - Gitarre
Alex Webster - Bass
Paul Mazurkiewicz - Schlagzeug

Tracklist

01. Priests Of Sodom
02. Scalding Hail
03. To Decompose
04. A Cauldron Of Hate
05. Beheading And Burning
06. Evidence In The Furnace
07. Carnivorous Swarm
08. Evisceration Plague
09. Shatter Their Bones
10. Carrion Sculpted Entity
11. Unnatural
12. Skewered From Ear To Eye


Es kann schon ein wenig zum Nachdenken anregen: Nachdem die Promo-CD zur neuen CANNIBAL CORPSE-Scheibe erst ewig niemand haben wollte, dann einem Redakteur schlichtweg nichts zur Platte einfiel, war sie also alles in allem so begehrt, dass sie im Endeffekt bei jemandem landete, der in seinem Leben zweimal „Hammer Smashed Face“ und einmal „Fucked With a Knife“ gehört hat. Das bin ich.
So etwas schafft natürlich spezielle Voraussetzungen für die Rezension einer solchen Platte. Während andere Redakteure wohl Vergleiche zu Vorgänger-Alben ziehen und „Evisceration Plague“ anhand dieser entweder verteufeln oder als Hoffnungsschimmer einstufen würden, kann ich hier ganz unbedarft rangehen – und da mir die Band nicht überaus sympathisch ist, den historischen Aspekt mal außenvor lassen.

Die erste nennenswerte Erkenntnis bezüglich der Scheibe: CANNIBAL CORPSE haben tatsächlich einen eigenen Stil, und auch der Corpsegrinder klingt schon nach dem ersten Song absolut unverkennbar. Leider klingt er aber auch, als würde das nur deshalb der Fall sein, weil seine Stimme in den letzten Jahren etwas überansprucht wurde und nun etwas arg abgenutzt ist, so richtig zu begeistern vermag das nicht. Zweite Erkenntnis: Die Songstrukturen wirken durchaus durchdacht und so einige Riffs haben haben durchaus Power und heben sich vom Standard-Gemetzger ab, nicht zuletzt durch die aber leider eher schlecht hörbaren Websterschen Basslinien. Dritte Erkenntnis: Der Großteil der Platte bleibt trotzdem nicht ansatzweise im Ohr hängen. „Beheading and Burning“ hat durch seinen Aufbau ein paar coole Momente, in „Scalding Hail“ gibt’s einige gut runtergeschrubbte Gitarren. In der Art und Weise könnte man wohl noch ein paar andere Stellen finden, die irgendwie markant sind, etwas überzeugendes Ganzes eher nicht.
Hinzu kommt, dass CANNIBAL CORPSE eben, nicht zuletzt produktionsbedingt, nicht unbedingt übermäßig brutal wirken. Ob das nun so ist, weil die Band so Old School ist und das deswegen so sein muss, oder ob irgendwas beim Mixen schieflief, keine Ahnung, aber so richtig braten tut das nicht.

Mit „Carnivorous Swarm“ und „Evisceration Plague“ finden sich dann doch zwei Songs auf dem Album, die komplett zwingend wirken und der Scheibe insgesamt einen qualitativ freundlicheren Tenor verleihen. Den braucht sie aber auch. Denn abgesehen davon ist der Silberling eben doch irgendwo nur Durchschnitt. Vollkommen professionell aufgemacht und eingespielt, ganz klar, aber die Songs sind jetzt doch nicht ganz das, was ich mir unter einer guten Death Metal-Keule so vorstelle. Und Mittelmaß mit kleinen Glanzmomenten kann man von kleineren Bands eben auch haben, die die Unterstützung nötiger haben als die Szene-Giganten. Wenn Leute heutzutage sagen, die neueren CANNIBAL CORPSE-Scheiben würden sie müde machen und einen deutlichen Abfall zu den Kultscheiben darstellen, dann kann ich zwar immer noch nichts im Vergleich, dafür aber auf das Album selber bezogen sagen, ja, Spektakuläres wird hier nicht geboten.

Bewertung: 5 / 10

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