CD-Review: Carcass - Heartwork

Besetzung

Jeff Walker – Gesang, Bass
Bill Steer – Gitarre
Ken Owen – Schlagzeug
Michael Amott – Gitarre

Tracklist

01. Buried Dreams
02. Carnal Forge
03. No Love Lost
04. Heartwork
05. Embodiment
06. This Mortal Coil
07. Arbeit macht Fleisch
08. Blind Bleeding The Blind
09. Doctrinal Expletives
10. Death Certificate


Die Anfänge der 1990er Jahre waren schon etwas außergewöhnliches für die Metalszene. Neben dem Aufstieg(und dem Fall) des Black Metals, machte auch die Death Metal Szene eine enorme Wandlung durch. Jede Band versuchte etwas neues und große Labels unterzeichneten eben diese am laufenden Band . Diese Aufbruchsstimmung ging auch an CARCASS nicht vorbei. Und so erschien 1993 eines der besten Metal Alben Allerzeiten.Waren die ersten beiden Alben noch mehr Krach als Musik und „Necroticism-Descanting the Insalubrious“ eine sehr geniale Mischung aus Grindcore und Death Metal. Ist „Heartwork“ ein Meisterwerk.

Das sich mit diesem Album CARCASS deutlich verändert haben fällt schon beim betrachten der CD auf. Man hat sich von Leichen und Konsorten entfernt und bedient sich nun an einer Skulptur des Schweizers H.R. Giger.
Auch lyrisch besitzt man nun einen gewissen Tiefgang. Vergangen sind die Tage als Gore und außergewöhnliche medizinische Fachbegriffe (teils zusammenhanglos) dominierten. Nun setzt man auf Themen die durchaus einen gesellschaftlichen Hintergrund verbergen.

Musikalisch hat man erneut einen Schritt auf den (melodischen) Death Metal zugemacht.Das Schlagzeug ist unfassbar wuchtig, die Double Bass sehr präzise und das komplette Zusammenspiel außergewöhnlicher wie je zuvor. Bei den Gitarren setzt man weiterhin auf das Duo Amott & Steer . Jedoch spielen diese nun weitaus rhythmischer, die Riffs besitzen mehr Tempowechsel und die Soli sind noch verspielter Es hat irgendwie den Anschein, als duellieren sich die drei, wer am besten mit seinem Instrument umgehen kann. Ein wahrlicher Genuss.Gegen diese instrumentale Wucht muss Walker versuchen anzukommen. Weniger agressiv, dafür mit umso mehr Power fliegen die Lyrics durch den Raum.
Einen negativen Punkt ausmachen zu wollen, ist nahezu ein Ding der Unmöglichkeit. Hier wird 42 Minuten lang Musik auf allerhöchsten Niveau geboten.

Dennoch spaltet „Heartwork“ die CARCASS Fanbase. Manche fühlen sich verraten, manche sehen es als das beste CARCASS Album aller Zeiten. Die „alten“ Fans kritisieren, dass hier wirklich kaum mehr etwas von dem ursprünglichenm CARCASS zu hören ist. Als Fan der frühen Alben muss man sich gewiss erst einmal reinhören. Aber dann erkennt man auch hier und da Elemete der früheren Alben und ist nahezu gezwungen, dieses Album zu lieben.
CARCASS hätten ohne dieses Album nicht den Status den sie heute inne hätte. Eine Szene verändert sich, und das veranschaulichen CARCASS besser als jede andere Band zu dieser Zeit. Sie katapultieren das ganze auf eine neue Ebene, ohne ihre Wurzeln komplett zu verleugnen.
Das Amott nach den Aufnahmen die Band verlassen hat, ist mehr als traurig. Wer weiß, wie der Nachfolger mit diesem Line-Up geklungen hätte.

Viel mehr Worte muss man über dieses Werk auch nicht verlieren. Ein Pflichtkauf ohne wenn und aber. „Heartwork“ in seiner ganzen Komplexität zu rezensieren würde jeglichen Rahmen sprengen. Wer in dieses Album nicht kennt, kennt nichts. Das Rerelease besitzt zudem noch einen weiteren genialen Bonussong, sowie zwei Videos zu „No Love Lost“ und „Heartwork“.
Schade das die Metal1-Bewertungstabelle bei 10/10 Punkten schon zu Ende ist.

Bewertung: 10 / 10

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