CD-Review: Carcass - Reek of Putrefaction

Besetzung

Jeff Walker – Gesang, Bass
Bill Steer – Gesang, Gitarre
Ken Owen – Schlagzeug

Tracklist

01. Genital Grinder
02. Regurgitation Of Giblets
03. Maggot Colony
04. Pyosisified (Rotten To The Gore)
05. Carbonized Eyesockets
06. Frenzied Detruncation
07. Vomited Anal Tract
08. Festerday
09. Fermenting Innards
10. Excreted Alive
11. Suppuration
12. Foeticide
13. Microwaved Uterogestation
14. Feast On Dismembered Carnage
15. Splattered Cavities
16. Psychopathologist
17. Burnt To A Crisp
18. Pungent Excruciation
19. Manifestation Of Verrucose Urethra
20. Oxidised Razor Masticator
21. Mucopurulence Excretor
22. Malignant Defecation


CARCASS zählen wohl neben Napalm Death zu einer der Mitbegründer des heutigen Grindcores. Den Stein ins Rollen brachte damals Bill Steer, als er Napalm Death verließ um sich voll und ganz seiner eigenen Ideen und Visionen zu widmen. Mit Jeff Walker und Ken Owen begann man das erste Album einzuspielen, dass klang, wie damaliger Grindcore klingen musste: schnell, simpel, laut und brutal. Natürlich noch im Falle von CARCASS mit einer gehörigen Portion Napalm Death ergänzt.

Das die junge Szene damals noch voller Kinderkrankheiten war, wird leider bei dem ersten Song schon deutlich. Denn das größtes Manko von „Reek of Putrefaction“ ist die Produktion. Der Sound ist mehr schlecht, als recht und die Instrumente wirken wenig aufeinander abgestimmt. Manche Songs sind zu basslastig, bei anderen drängt sich die Gitarre zu sehr in den Vordergrund und verschluckt alles andere. Mit dem Schlagzeug geht es ähnlich.

Doch die Produktion eines Albums ist nicht alles. Denn lässt man diesen Punkt außen vor, so eröffnet sich ein Album, welches seinen Kultstatus zu Recht verdient!Das Schlagzeug zerlegt in bester, rasender Grindcore-Manier alles im Umkreis von mehreren Kilometer, die Gitarren kreischen als gäbe es kein Morgen und Jeff Walker Gekreische kämpft gegen Bill Steers Gegrowle an. Dies zusammen ergibt eine exzellente musikalische Mischung. Ergänzt wird das ganze noch durch das typische, mittlerweile schon legendäre Carcass Songwriting, welches durch den hohen Gore-Anteil damals wie heute sämtliche Schranken der Toleranz durchbricht. Die Ironie hinter dem ganzen ist nicht von ungefähr, war schließlich ein Teil der Band damals Vegetarier.

Bei der Betrachtung all dieser Punkte, könnte man auch schon fast meinen, die oben angesprochene schlechte Produktion wäre Absicht gewesen. Denn irgendwie passt letzten Ende das ganze Durcheinander doch zusammen und erzeugt eine verstörende und zerstörende Atmosphäre. Die Spielzeit von einer knappe halben Stunde ist hierfür genau richtig bemessen.

„Reek of Putrefaction“ beweist, dass auch ein Album mit Kultstatus nicht unbedingt 10/10-Punkte kassieren muss. Bei kaum einem anderen Werk liegt Chaos und Genialität so nahe beieinander, als bei diesem Debüt der Engländer.
Ob es CARCASS damals bei den Aufnahmen bewusst war, welche Lawine sie mit diesem Release auslösen? Man mag es nicht so recht glauben.
Die Produktion mag Geschmackssache sein, dass die Musik auf ihre Art und Weise genial ist kann man jedoch nicht abstreiten. Für manche mag dieses Album eine Vergewaltigung der Instrumente sein, aber gibt dem ganzen eine Chance und ihr werdet nicht enttäuscht werden.
Jeder der nur etwas mit dem Brutal Death Metal oder Grindcore Genre anfangen kann, sollte hier mindestens einmal reingehört haben. Diverse Versionen gibt es schon für knappe 10€ bei allen bekannten Mailorder oder Auktionshäuser. Eine Diskussion über den Sinn und Unsinn von Re – Releases ist in diesem Falle überflüssig.

Bewertung: 8.5 / 10

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