Kurzreview: Celtic Frost Re-Releases


Es gibt Bands, bei denen sich die Geister scheiden und es gibt Truppen, bei denen sich alle Metalfans einig sind, dass sie zu den wichtigsten des Genres gehören. In letztere Kategorie gehören fraglos CELTIC FROST, die in den 80ern den Grundstein für die Genres Black- und Death Metal legten. Doch damit nicht genug, mit ihren späteren Alben entwickelten die legendären Schweizer ihren Extreme Metal weiter und erweiterten ihn um abgedrehte Rhythmen, Electronica-Elemente sowie Flair und Feeling von Richard-Wagner-Kompositionen.

Im Zuge der „Noise lebt!“-Kampagne werden nun die drei Klassiker „Morbid Tales“, „To Mega Therion“ und „Into The Pandemonium“ sowie das letzte CELTIC-FROST-Album (vor der ersten Bandauflösung) „Vanity / Nemesis“ erneut veröffentlicht. Dabei wurden alle Scheiben durch Bonusmaterial ergänzt, von V.Santura (mit dem Bandkopf Tom G. Warrior ja auch bei Triptykon aktiv ist) remastered und zusätzlich mit neuen Sleevenotes und umfassenden Booklets versehen. Die Konzeption des Ganzen nahm dabei niemand geringeres als Tom G. Warrior vor, der mit Martin Eric Ain stets der Kern und unbestrittener Chef von CELTIC FROST war.

Abgerundet wird dieses Paket an Wiederveröffentlichung durch ein Best Of namens „Innocence And Wrath“ (nach dem Opener von „To Mega Therion“), welches 27 Tracks – verteilt auf zwei CDs – bietet und so Neulingen einen guten Einstieg in das Gesamtwerk der Band ermöglicht.


Celtic Frost - Morbid Tales

Genre: Black Metal

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1984 veröffentlicht, markierte “Morbid Tales” das post-Hellhammer-Debüt der Band. Schnell fand das Werk Anerkennung unter den Zeitgenossen und machte deutlich, dass mit CELTIC FROST eine Band entstanden war, deren Einfluss enorm sein sollte. Mit seinem Einfluss auf die gerade entstehenden Thrash- und Death-Metal-Szenen, wurde „Morbid Tales“ schnell zu einer wichtigen Platte und Songs wie „Into The Crypts of Rays“ oder die Klassiker „Dethroned Emperor“ und „Procreation (Of The Wicked)“ sind ebenso unantastbar wie oft gecovered. Zusätzlich zum Album enthält die Wiederveröffentlichung Aufnahmen aus dem Proberaum von 1984, die den rauen und ungestümen Charakter der Songs und von CELTIC FROST in dieser Zeit wunderbar veranschaulichen.

[Christoph Emmrich]


Celtic Frost - To Mega Therion

Genre: Black Metal

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Nur ein Jahr nach ihrem Debüt ließen CELTIC FROST diesem ihren zweiten Streich folgen, welches bereits zeigte, wohin die Reise der Ausnahmeband gehen sollte. Gehüllt in einen Mantel aus Finsternis und Verderben, zeigte der Sound von „To Mega Therion“ bereits eine deutlich größere Bandbreite, die sowohl den primitiven, aggressiven Klängen Rechnung trug und zugleich bereits erste Ansätze der wagnerischen Größe und des dazugehörigen Bombastes transportierte. Genau diese Mischung sollte für nicht wenige Black-Metal-Größen eine Art Erweckungsmoment und eine Blaupause darstellen – angesichts von Granaten wie „The Usurper“, „Necromantical Screams“ und selbstverständlich „Circle Of The Tyrants“ kein Wunder. Die Wiederveröffentlichung enthält neben dem Album noch die EP „Emperor’s Return“ und einen Remix von „Visual Agression“ aus dem Jahr 1986.

[Christoph Emmrich]


Celtic Frost - Into Pandemonium

Genre: Avantgarde / Avantgarde Metal

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Bei seiner Veröffentlichung im Jahre 1987 sorgte „Into Pandemonium” für einige gehobene Augenbrauen. Zu neu, zu abgedreht erschien vielen Zeitgenossen das, was CELTIC FROST auf ihrem dritten Album veranstalteten. Neben der Einführung von Electronica in den Extreme Metal, waren es vor allem auch die ungewöhnlichen Rhythmen, die diese Platte zu einer nicht nur bemerkenswerten, sondern auch visionären machten. Das wird besonders deutlich, wenn man die Scheibe heute hört und ihren enormen Einfluss auf den (Extreme) Metal erkennen kann. Die Wiederveröffentlichung enthält neben dem Album noch alternative Versionen von vier Songs des Albums sowie ein Dean-Martin-Cover.

[Christoph Emmrich]


Celtic Frost - Vanity / Nemesis

Genre: Avantgarde / Avantgarde Metal

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Nach dem übereinstimmend – auch von der Band – als grausam schlecht bewerteten „Cold Lake“, veröffentlichten CELTIC FROST 1990 ihr fünftes Album. Mit diesem orientierten sich die Schweizer mehr in Richtung Thrash, auch wenn die Band weiterhin ruhelos wirkte und ihren Fans angesichts der gebotenen Geräuschkulisse und insgesamt sehr experimentierfreudigen Vorstellung auf „Vanity / Nemesis“ durchaus einiges abverlangte. Die Wiederveröffentlichung enthält neben dem Album Tracks von der EP „Wine In My Hand“ sowie ein außergewöhnliches Cover des David-Bowie-Klassiker „Heroes“.

[Christoph Emmrich]


Celtic Frost - Innocence And Wrath

Genre: Avantgarde / Avantgarde Metal

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Das CELTIC FROST jedem Fan des Extreme Metal dem Namen nach ein Begriff sind ist klar. Auch ohne die Musik der Schweizer je gehört zu haben, kommt man an dieser Band nicht vorbei, sei es durch Nennung als Einfluss, Shirts auf Shows und Festivals oder Tom G. Warriors aktuelle Truppe Tryptikon. Doch wo anfangen mit CELTIC FROST, wie einen Zugang finden? „Innocene And Wrath“ bietet dem Neueinsteiger in das Werk der Legende nun die Möglichkeit sich einen wunderbaren Überblick über die Platten der Band zu verschaffen. Zu diesem Zweck wurden auf zwei CDs 27 Tracks versammelt, die – abgesehen von „Cold Lake“ – das Schaffen von CELTIC FROST vor ihrer (ersten) Auflösung sauber abdeckt. So bekommt man natürlich die Übersongs „Procreation (Of The Wicked)“ und „Circle Of Tyrants“, aber auch weniger Offensichtliches wie „Tristesse De La Lune“ oder „Wine In My Hand (Third From The Sun)“. Perfekt als Einstieg, aber auch für Fans von CELTIC FROST ist „Innocence And Wrath“ eine lohnenswerte und gut gemachte Zusammenstellung, da sie die verschiedenen Facetten der Band sehr gut beleuchtet.

[Christoph Emmrich]


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1 Kommentar zu “Celtic Frost Re-Releases”

  1. hypnos

    hier sollte vielleicht angemerkt werden dass sämtliche Rereleases mittlerweile NICHT MEHR von den Bandmitgliedern authorisiert sind und als solches von jedem treuen Celtic Frost Fan geflissentlich ignoriert werden sollten.
    Statements vom Tom G. Fischer zu dem ganzen Schlamassel gibt es ja zu Genüge

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