Kurzreview: Celtic Frost Re-Releases


Es gibt Bands, bei denen sich die Geister scheiden und es gibt Combos, bei denen sich alle Metalfans einig sind, dass sie zu den wichtigsten des Genres gehören. In letztere Kategorie gehören fraglos CELTIC FROST, die in den 1980ern den Grundstein für die Genres Black und Death Metal legten. Doch damit nicht genug, mit ihren späteren Alben entwickelten die legendären Schweizer ihren Extreme Metal weiter und ergänzten ihn um abgedrehte Rhythmen, Electronica-Elemente sowie Flair und Feeling von Richard-Wagner-Kompositionen.

Im Zuge der „Noise lebt!“-Kampagne werden nun die drei Klassiker „Morbid Tales“, „To Mega Therion“ und „Into The Pandemonium“ sowie „Vanity/Nemesis“, das letzte CELTIC-FROST-Album vor der ersten Bandauflösung, erneut veröffentlicht. Dabei wurden alle Scheiben durch Bonusmaterial ergänzt, von Triptykon-Gitarrist V. Santura remastert und zusätzlich mit neuen Sleeve-Notes und umfassenden Booklets versehen. Die Konzeption des Ganzen nahm dabei Tom G. Warrior selbst vor, der mit Martin Eric Ain stets der Kopf und unbestrittene Chef von CELTIC FROST war.

Abgerundet wird dieses Paket an Wiederveröffentlichungen durch ein Best-of namens „Innocence And Wrath“ (nach dem Opener von „To Mega Therion“), das 27 Tracks – verteilt auf zwei CDs – beinhaltet und so Neulingen einen übersichtlichen Einstieg in das Gesamtwerk der Band ermöglicht.

Ergänzung: Ursprünglich war Thomas Gabriel Fischer tief in das Projekt der CELTIC-FROST-Re-Releases von BMG Rights Management, den aktuellen Inhabern des Noise-Records-Katalogs, involviert. Als Art Director war der Bandgründer u. a. verantwortlich für Ausstattung sowie Konzept der Wiederveröffentlichungen und auch das Remastering von V. Santura geschah mit seiner Zustimmung. Aufgrund einer tiefgreifenden Meinungsverschiedenheit bezüglich seiner Linernotes zog sich Fischer in letzter Konsequenz frustriert und nach monatelanger Arbeit aus dem Projekt zurück. BMG wollte die Linernotes beträchtlich kürzen – vermutlich aufgrund von aus ihrer Sicht kontroversen Darstellungen von Noise Records und deren Geschäftsmethoden in den 198ern – und Fischer somit zensieren. Die Wiederveröffentlichungen mögen daher für Fans ein attraktives Package bieten, wurden jedoch schlussendlich nicht von Fischer abgesegnet und werden nicht von ihm gutgeheißen oder befürwortet. [Markus Frey]


Celtic Frost - Morbid Tales

Genre: Black Metal

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1984 veröffentlicht, markierte “Morbid Tales” das Post-Hellhammer-Debüt der Band. Schnell fand das Werk Anerkennung unter den Zeitgenossen und machte deutlich, dass mit CELTIC FROST eine Band entstanden war, deren Einfluss enorm sein sollte. Mit seiner Wirkung auf die gerade entstehenden Thrash- und Death-Metal-Szenen wurde „Morbid Tales“ schnell zu einer wichtigen Platte und Klassiker wie „Into The Crypts Of Rays“, „Dethroned Emperor“ und „Procreation (Of The Wicked)“ sind ebenso unantastbar wie oft gecovert. Zusätzlich zum Album, das die neun Tracks der US-amerikanischen LP-Version enthält, verfügt die Wiederveröffentlichung über Aufnahmen aus dem Proberaum von 1984, die den rauen und ungestümen Charakter der Songs und von CELTIC FROST in dieser Zeit wunderbar veranschaulichen.

[Christoph Emmrich]


Celtic Frost - To Mega Therion

Genre: Black Metal

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Nur ein Jahr nach dem Studio-Debüt ließen CELTIC FROST diese Full-Length folgen, die bereits zeigte, wohin die Reise der Ausnahmeband gehen sollte. Gehüllt in einen Mantel aus Finsternis und Verderben, zeigte der Sound von „To Mega Therion“ schon eine deutlich größere Bandbreite, die sowohl den primitiven, aggressiven Klängen Rechnung trug als auch erste Ansätze der wagnerischen Größe und des dazugehörigen Bombasts transportierte. Genau diese Mischung sollte für nicht wenige Black-Metal-Größen eine Art Erweckungsmoment und eine Blaupause darstellen – angesichts von Granaten wie „The Usurper“, „Necromantical Screams“ und selbstverständlich „Circle Of The Tyrants“ kein Wunder. Die Wiederveröffentlichung enthält neben dem Album noch die EP „Emperor’s Return“ und einen Remix von „Visual Aggression“ aus dem Jahr 1988.

[Christoph Emmrich]


Celtic Frost - Into Pandemonium

Genre: Avantgarde / Avantgarde Metal

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Bei seiner Veröffentlichung im Jahre 1987 sorgte „Into Pandemonium” für einige gehobene Augenbrauen. Zu ungewohnt, zu avantgardistisch erschien vielen Zeitgenossen das, was CELTIC FROST auf ihrem dritten Album veranstalteten. Neben der Einführung von Wave- und Electronica-Elementen waren es vor allem auch die ungewöhnlichen Rhythmen, die diese Platte zu einer nicht nur bemerkenswerten, sondern auch visionären machten. Das wird besonders deutlich, wenn man die Scheibe heute hört und ihren enormen Einfluss auf den Metal erkennen kann. Die Wiederveröffentlichung enthält neben den ursprünglichen Tracks noch alternative Versionen von vier Songs des Albums sowie ein Dean-Martin-Cover.

[Christoph Emmrich]


Celtic Frost - Vanity / Nemesis

Genre: Avantgarde / Avantgarde Metal

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Nach dem – auch von der Band – übereinstimmend als grausam schlecht bewerteten „Cold Lake“ und der Rückkehr von Gründungsmitglied Martin Eric Ain veröffentlichten CELTIC FROST 1990 ihr fünftes Album. Mit diesem orientierten sich die Schweizer mehr in Richtung Thrash, Gothic und traditionellem Heavy Metal, auch wenn die Band weiterhin ruhelos wirkte und ihren Fans angesichts der gebotenen Geräuschkulisse und insgesamt sehr experimentierfreudigen Vorstellung auf „Vanity/Nemesis“ durchaus einiges abverlangte. Die Wiederveröffentlichung enthält neben dem Album Tracks von der EP „Wine In My Hand“ sowie ein außergewöhnliches Cover des David-Bowie-Klassiker „Heroes“.

[Christoph Emmrich]


Celtic Frost - Innocence And Wrath

Genre: Avantgarde / Avantgarde Metal

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Dass CELTIC FROST jedem Fan des Extreme Metal dem Namen nach ein Begriff sind, ist klar. Auch ohne die Musik der Schweizer je gehört zu haben, kommt man an dieser Band nicht vorbei, sei es durch Nennung als Einfluss, Shirts auf Shows und Festivals oder Tom G. Warriors aktuelle Truppe Triptykon. Doch wo anfangen mit CELTIC FROST, wie einen Zugang finden? „Innocence And Wrath“ bietet dem Neueinsteiger in das Werk der Legende nun die Möglichkeit sich einen ersten Überblick über die Platten der Band zu verschaffen. Zu diesem Zweck wurden auf zwei CDs 27 Tracks versammelt, die – abgesehen von „Cold Lake“ – das Schaffen von CELTIC FROST vor ihrer ersten Auflösung sauber abdeckt. So bekommt man natürlich die Übersongs „Procreation (Of The Wicked)“ und „Circle Of Tyrants“, aber auch weniger Offensichtliches wie „Tristesse De La Lune“ oder „Wine In My Hand (Third From The Sun)“. Passend als Einstieg, aber auch für Fans von CELTIC FROST ist „Innocence And Wrath“ eine interessante Zusammenstellung, da sie die verschiedenen Facetten der Band adäquat beleuchtet.

[Christoph Emmrich]


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1 Kommentar zu “Celtic Frost Re-Releases”

  1. hypnos

    hier sollte vielleicht angemerkt werden dass sämtliche Rereleases mittlerweile NICHT MEHR von den Bandmitgliedern authorisiert sind und als solches von jedem treuen Celtic Frost Fan geflissentlich ignoriert werden sollten.
    Statements vom Tom G. Fischer zu dem ganzen Schlamassel gibt es ja zu Genüge

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