CD-Review: Dark Funeral - Angelus Exuro Pro Eternus

Besetzung

Emperor Magus Caligula – Gesang
Lord Ahriman – Gitarre
Chaq Mol – Gitarre
B-Force – Bass
Dominator – Schlagzeug

Tracklist

01. The End Of Human Race
02. The Birth Of The Vampiir
03. Stigmata
04. My Funeral
05. Angelus Exuro Pro Eternus
06. Demons Of Five
07. Declaration Of Hate
08. In My Dreams
09. My Latex Queen


Bezüglich ihrer Entwicklung gibt es zwei Arten von Bands: Auf der einen Seite stehen diejenigen, die sich über die Jahre weiterentwickelt haben und von Album zu Album versuchen, ihren Stil zu wandeln, um sich nicht dem Stagnationsvorwurf ausgesetzt zu sehen – Metallica seien hier ein Beispiel, oder Satyricon. Auf der anderen Seite sind die Bands versammelt, die früh wussten, wohin die Reise gehen soll und mit jedem neuen Werk versuchen, ihren Stil zu perfektionieren – auf dieser Seite positionieren sich neben Bands wie Slayer auch DARK FUNERAL.

Dabei haben beide Vorgehensweisen greifbare Vor-, aber auch Nachteile:
Langweilig werden Kreationen der umtriebigen, sich ständig selbst erneuernden Formationen selten, dafür nimmt man in Kauf, sich mit jedem Release weiter von den Fans der ersten Stunde zu entfernen. Im Gegenzug hat die Band mit jedem Album eine neue Chance auf den großen Durchbruch, das ultimative Album.
Die konservativen Bands dagegen tun sich hiermit schwerer, vermag jedes neue Album zwar den Stil zu verfeinern, der qualitative Quantensprung ist jedoch per se nicht möglich: Langt man beim Songwriting nicht ganz daneben, wird das Resultat irgendwo nahe dem Vorgänger anzusiedeln sein – geringes Risiko, jedoch ebenso geringe Chance auf Überraschungen.

Genau dieses Phänomen lässt sich bei DARK FUNERAL und ihrem neuen Werk „Angelus Exuro Pro Eternus“ feststellen: War „Attera Totus Sanctus“ als logischer Nachfolger von „Diabolis Interium“ die Krönung des bisherigen Schaffens der Schweden, setzt „Angelus Exuro Pro Eternus“ genau dort an, wo man mit dem letzten Album aufgehört hat – fast schon bezeichnend also, dass das Coverartwork zum mittlerweile dritten Mal in Folge eine in Orange getauchte Satansfratze ziert und so fast wie eine Neuauflage des „Attera Totus Sanctus“-Artworks wirkt.
Ob nun das rasende „My Funeral“ oder das zur Abwechslung eher ruhig ausgefallene „In My Dreams“: Jeder einzelne Song des Albums bringt die DARK FUNERAL-typische Mischung aus Energie und Epik, Dunkelheit und Melodie auf den Punkt – eine deutliche Auffälligkeit des Albums: Während auf dem Vorgänger die Hits wie „Atrum Regina“ und „666 Voices Inside“ schon nach den ersten Durchgängen vom (qualitativ sehr hochwertigen) Spreu getrennt waren, tut man sich hier mit Favoriten wirklich schwer, spielen sich doch alle Stücke des Albums auf einem sehr ähnlichen Qualitäts-Niveau ab.
Überrschungen finden sich hier, wie zu erwarten, eigentlich keine: Bandneuling Dominator prügelt zum nahezu durchlaufenden Doublebass-Getacker wie wahnsinnig geworden auf sein Schlagzeug ein, dazu erklingen die für den schwedischen Black Metal so typischen, Single-Note-Riffs und epischen Midtempo-Melodien und Emperor Magus Caligula’s charakteristisch böser Gesang – aber was will man denn auch mehr? Hat das Album zwar keinen klaren Hit wie der Vorgänger, hat es doch diverse kleine Höhepunkte in Form von gelungenen Refrains, mitreißenden Melodien und coolen Riffs. Auch soundtechnisch liegt das Werk seinem Vorgänger sehr nahe, ein gewisser Fortschritt ist jedoch nicht zu überhören: Sowohl die Gitarren als auch das Schlagzeug klingen bissiger und präziser als der im Vergleich etwas dumpf wirkende Mix der Zerstörung alles Heiligen.

Eine Weiterentwicklung sucht man auf „Angelus Exuro Pro Eternus“ vergebens – die hätte aber auch wohl niemand ernsthaft erwartet, zumindest kein echter Fan einer Band der (eingangs erwähnten) zweiten Kategorie: Denn wer schon alle Vorgängeralben gut fand, ohne sich über mangelnde Progression zu beschweren, freut sich einfach über ein weiteres Werk im geliebten Stil, ohne sich auf Stagnationsdiskussionen einzulassen. Und warum auch nicht… Bands sind schließlich dafür beliebt, dass sie klingen, wie sie eben klingen – warum sollte man an diesem Erfolgsrezept etwas ändern? DARK FUNERAL bleiben hier bei ihrem Leisten und machen das, was sie am besten können: Sie sind sie selbst.

Details zur 2013 erschienenen Neuauflage des Albums findet ihr hier.

Bewertung: 8 / 10

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