CD-Review: Dark Funeral - Diabolis Interium (Re-Release)

Besetzung

Emperor Magus Caligula – Gesang, Bass
Lord Ahriman – Gitarre
Dominion – Gitarre
Matte Modin – Schlagzeug

Tracklist

01. The Arrival Of Satan’s Empire
02. Hail Murder
03. Goddess Of Sodomy
04. Diabolis Interium
05. An Apprentice Of Satan
06. Thus I Have Spoken
07. Armageddon Finally Comes
08. Heart Of Ice
09. An Apprentice Of Satan 2000
10. The Trial (King Diamond-Cover)
11. Dead Skin Mask (Slayer-Cover)
12. Remember The Fallen (Sodom-Cover)
13. Pagan Fears (Mayhem-Cover)
14. Hail Murder (Live in South America 2003)
15. Thus I Have Spoken (Live in South America 2003)
16. Armageddon Finally Comes (Live in South America 2003) (Bonus-Tracks der Re-Release-Edition)


Was macht man als Label, wenn eine Band sich mit einem neuen Album allzu viel Zeit lässt und aus dem Fokus der Öffentlichkeit zu verschwinden droht? Richtig: Man veröffentlicht ein beliebiges Album – oder gleich den halben Back-Katalog – neu. Rasch den Sound etwas aufpoliert, das Cover nochmal durch Photoshop gejagt, etwas Bonusmaterial zusammengekratzt und fertig ist die Laube.

Diesen Eindruck vermittelt zumindest die neue Re-Release-Reihe von Century Media, in deren Kontext nun auch die letzten drei DARK-FUNERAL-Werke wiederveröffentlicht werden. Ja, richtig gelesen: Nicht etwa die mittlerweile in die Jahre gekommenen Frühwerke wurden hier einer Bearbeitung unterzogen, sondern „Diabolis Interium“, „Attera Totus Sanctus“ und „Angelus Exuro Pro Eternus“ – die Alben also, die auch im Original schon mehr als anständig klingen.

Zum Re-Release:
So ist der Unterschied, der sich dem Hörer offenbart, wenn er die neue gegen die alte Version abgleicht, schon beim ältesten der drei Alben marginal: Etwas mehr Kompressor, etwas lauter im Resultat – viel mehr hat sich bezüglich des Sounds nicht getan. Auch die Änderungen am Cover sind nur mit der Lupe zu erkennen: Eine andere Farbe beim Bandlogo, ein anderer Font beim Albumtitel – hier von „überarbeitetem Artwork“ zu sprechen ist fast schon hoch gegriffen. Bleiben die Bonustracks als Kaufanreiz? Mitnichten. So sind die Coversongs von King Diamond, Slayer, Sodom und Mayhem leider nicht wirklich hörenswert, da es DARK FUNERAL weder gelingt, die Stimmung der originalen Songs aufrecht zu erhalten, noch, ihnen eine gänzlich neue Atmosphäre zu verleihen. So bleiben die Songs in ihren Black-Metal-Versionen leider relativ blass und wirken eher unmotiviert nachgespielt denn neu interpretiert. Die drei Live-Tracks am Ende kann man schließlich getrost ignorieren: Wer Livematerial hören will, sollte besser zu einer entsprechenden Veröffentlichung greifen, die die Konzertatmosphäre in Gänze einfängt. Was die Liner-Notes von Olivier „Zoltar“ Badin (Terrorizer / Iron Fist) und Archivaufnahmen im Booklet angeht, muss sich jeder selbst eine Meinung bilden, da sie nicht zur Rezension vorliegen – dass diese Besitzern der Erstveröffentlichung allerdings als Kaufanreiz ausreichen könnten, ist schwer vorstellbar.

Zum Album:
All das ändert jedoch nichts daran, dass „Diabolis Interium“ einen durchaus bemerkenswerten Punkt in der DARK-FUNERAL-Historie markiert: Nicht nur hinsichtlich des Höllenszenarios auf dem Cover, auch musikalisch könnte man das Album als Auftakt einer Trilogie sehen – ist „Diabolis Interium“ doch das Album, auf dem DARK FUNERAL nach dem wegweisenden „Vobiscum Satanas“ endgültig den ihnen bis heute eigenen Stil gefunden haben. Mit „The Arrival Of Satan’s Empire“ und „Hail Murder“ finden sich gleich zu Beginn des Albums zwei Kracher, die zusammen den wohl stärksten Album-Einstieg abgeben, der den Schweden je gelungen ist. Dass diese bis heute zu den Hits im Live-Set gehören, spricht eine klare Sprache. Rasant und sengend wie ein Höllensturm fegt „Diabolis Interium“ auch in seinem weiteren Verlauf über die Hörer hinweg und weiß mit noch so mancher hörenswerter Nummer („An Apprentice Of Satan“, „Armageddon Finaly Comes“) zu gefallen. Dennoch ist „Diabolis Interium“ (noch) nicht das perfekte DARK-FUNERAL-Album. So lässt sich die eine oder andere Länge im Albumverlauf nicht leugnen. Ursache dafür ist schlicht die bisweilen allzu unverhohlen zur Schau getragene Belanglosigkeit im Bezug auf Riffs und Texte. Da man sich daran jedoch bei DARK FUNERAL seit jeher und bis zum heutigen Tage nicht weiter stören darf, sollte dieser Punkt auch im Bezug auf „Diabolis Interium“ nicht zu schwer gewichtet werden.

Ob es unbedingt der Re-Release sein muss, darf aus im oberen Abschnitt genannten Gründen in Frage gestellt werden – Fakt ist jedoch: Wer die anderen Alben dieser Band zu schätzen weiß, das Album jedoch noch nicht sein Eigen nennt, kann hier getrost blind zugreifen. Allein wegen der beiden den Reigen eröffnenden Über-Songs „The Arrival Of Satan’s Empire“ und „Hail Murder“ gehört „Diabolis Interium“ in jede gut sortierte Black-Metal-Sammlung.

Da die Änderungen zum Original bei dieser Re-Release-Reihe wie oben beschrieben eher marginal sind, sei bezüglich „Attera Totus Sanctus“ und „Angelus Exuro Pro Eternus“ an dieser Stelle auf die verlinkten Original-Reviews verwiesen. Details zu den Neuauflagen der Alben findet ihr hier.

Bewertung: 7.5 / 10

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