CD-Review: Destrage - Are You Kidding Me? No.

Besetzung

Paolo Colavolpe - Gesang
Matteo Di Gioia - Gitarre
Ralph Salati - Gitarre
Gabriel Pignata - Bass
Federico Paulovich - Schlagzeug

Tracklist

01. Destroy Create Transform Sublimate
02. Purania
03. My Green Neighbour
04. Hosts, Rifles & Cokev 05. G. O.D
06. Where The Things Have No Colour
07. Waterpark Bachelorette
08. Before, After And All Around
09. Obedience
10. Are You Kidding Me - No


Irgendwie war Mailand bisher nicht so als Zentrum des Metalcore bekannt und auch wenn die Italiener DESTRAGE seit zehn Jahren und mittlerweile drei Langdistanz-Labelveröffentlichungen aktiv sind, konnten sie noch nichts an diesem Zustand ändern. „Are You Kidding Me? No.“ ist das angesprochene dritte Album, zehn frische Songs und 49 energiegeladene Minuten hat die Band hier verewigt.

Gut, die stilistische Einordnung „Metalcore“ ist vielleicht etwas grob, DESTRAGE verstehen die Spielart durchaus als offen und bauen immer wieder Elemente aus anderen Revieren ein. So ist gerade der Gesang ziemlich breitgefächert, neben höheren Screams gibt es auch tiefe Growls und einige thrashige Einlagen zu hören. Der Punktsieg geht dabei eindeutig an das eher todesmetallische Grunzen, es versprüht die meiste Kraft, je höher die Stimme wird, desto dünner wirkt das Gesamtbild.
Dies gilt auch für die Instrumentalarbeit. Sicherlich ist es ganz cool, wenn man technisch was kann und ab und an ist ein gewisses Gitarrengewichse auch annehmbar. Aber „Are You Kidding Me? No.“ hat seine stärksten Momente immer dann, wenn die Riffs tiefer gespielt werden, dies verleiht den Songs mehr Wucht und motiviert den Fuß, im meist mittelschnellen Rhythmus mitzuwippen. Hier und da nehmen die Lombarden aber auch mal Fahrt auf, was ihnen ebenso gut zu Gesicht steht wie die ebenso nicht allzu häufigen langsamen Stampf-Passagen.
Für Abwechslung ist also gesorgt, auch weil die Gitarren immer wieder cleane Passagen einstreuen. Diese sind nicht zu lang, dies würde die Musik zu sehr „verweichlichen“, geschickt eingesetzt bringen sie aber eine weitere Dynamik in den Sound von DESTRAGED. Leider fehlt eigentlich nur eines, um wirklich ein rundum gelungenes Album abzuliefern, nämlich der eine oder andere richtige Ohrwurm. Die 49 Minuten gehen irgendwie etwas spurlos am Hörer vorbei. Man ist nie geneigt, sich über langatmige Musik zu beschweren, aber wenn man sich hinterher fragt, welche Nummern man am besten sofort noch mal hören sollte, muss man eine Antwort schuldig bleiben.

Zusammengefasst ist „Are You Kidding Me? No.“ ein durchaus ambitioniertes Album, welches neben einer gewissen Unentschlossenheit im Gesangsbereich auch am Fehlen von echten Hits etwas krankt. DESTRAGED könnten eine absolut beachtliche Band im harten Melodiesektor werden, aber dafür bedarf es noch etwas mehr Aggressivität und musikalische Rücksichtslosigkeit.

Bewertung: 7 / 10

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