CD-Review: Destruction - The Antichrist

Besetzung

Schmier – Gesang, Bass
Mike Sifringer – Gitarre
Sven Vormann – Schlagzeug

Tracklist

01. Days Of Confusion
02. Thrash 'til Death
03. Nailed To The Cross
04. Dictators Of Cruelty
05. Bullets From Hell
06. Strangulated Pride
07. Meet Your Destiny
08. Creations Of the Underworld
09. Godfather Of Slander
10. Let Your Mind Rot
11. The Heretic


Was Metallica, Slayer, Megadeth und Anthrax für den US-Thrash sind, sind in Europa wohl ohne Zweifel Sodom, Tankard, Kreator und DESTRUCTION – die „Big Four“. Allesamt 1981/’82 gegründet, hat jede dieser Bands das eine oder andere legendäre Album abgeliefert. Was Sodoms „M16“ oder Kreators „Coma Of Souls“ sind, dürfte in der Diskographie von DESTRUCTION „The Antichrist“ sein – das Album in der Diskographie nämlich, welches man gehört haben muss, um zu wissen, wofür diese Band steht.

Bereits das Cleangitarren-Intro „Days Of Confusion“ verspricht Großes – und in der Tat: Was folgt, ist mit „Hitfeuerwerk“ noch verharmlost. Denn egal, in welcher Reihenfolge (diese variiert zwischen den verschiedenen Versionen der CD) man sich das groovende „Dictators Of Cruelty“, das mittlerweile zur Bandhymne gewordene „Thrash ‚til Death“ oder das so schlichte wie geniale „Nailed To The Cross“ anhört – DESTRUCTION übertreffen sich hier von Song zu Song.
Von niemand Geringerem als Peter Tägtgren in ein Soundgewand gehüllt, das von der ersten Sekunde an als echte, vor Dreck und Kult strotzende Thrasher-Kutte zu erkennen ist, bietet „The Antichrist“ Thrash Metal, wie man ihn sich nur wünschen kann: schnell, griffig, mitreißend und so eingängig wie kantig. Wie notwendig die Rückkehr des nach sieben Jahren Auszeit erst zum Vorgängeralbum „All Hell Breaks Loose“ wieder zur Band gestoßenen Sängers und Bassisten Schmier war, zeigt „The Antichrist“ in aller Deutlichkeit: Denn gerade Schmiers charakteristische Stimme ist es, die DESTRUCTION hier ihren unverwechselbaren Charakter verleiht. Der Ermüdungsfaktor spielt bei Thrash-CDs aufgrund der genrebedingt relativ geringen stilistischen Vielfalt nahezu immer eine gewisse Rolle – hier jedoch definitiv eine untergeordnete. Denn auch wenn die Hits des Albums mit den eingangs genannten Nummern definitiv in der ersten Albumhälfte liegen, weiß „The Antichrist“ den Hörer auch in der zweiten Hälfte noch gut zu unterhalten – sei es mit einem „Godfather Of Slander“ oder dem nicht minder fetzenden „The Heretic“.

Dass „Thrash ‚til Death“ mittlerweile so etwas wie das Motto des Trios aus Weil am Rhein geworden ist, ist definitiv kein Zufall – ebenso wenig die Tatsache, dass „Nailed To The Cross“ zu einer DESTRUCTION-Show gehört wie ebendieses in die Kirche. Denn ganz im Gegensatz zum eher umstrittenen Nachfolger „Metal Discharge“ und dem ebenso nicht ganz runden Reunion-Werk „All Hell Breaks Loose“ ist „The Antichrist“ nicht nur ein für seine Zeit beeindruckendes Werk, sondern auch aus heutiger Sicht noch ein Lehrbeispiel für ein nahezu perfektes Thrash-Metal-Album, das auch zwölf Jahre nach seiner Veröffentlichung nichts an Aktualität und Aggression eingebüßt hat.

Bewertung: 9 / 10

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