CD-Review: Destruction - Born To Thrash (Live In Germany)

Besetzung

Schmier - Gesang, Bass
Mike - Gitarre
Damir Eskic - Gitarre
Randy Black - Schlagzeug

Tracklist

01. Curse The Gods
02. Nailed To The Cross
03. Born To Perish
04. Mad Butcher
05. Life Without Sense
06. Betrayal
07. Total Desaster
08. The Butcher Strikes Back
09. Thrash Till Death
10. Bestial Invasion


Nur wenige Bands sind in der Coronakrise so präsent wie DESTRUCTION. Jüngst zeigte sich das daran, dass – kaum, dass es wieder möglich war – die Ur-Thrasher als eine der ersten Bands live in der Schweiz auftraten. Doch auch in der Hochphase der Beschränkungen verstanden es Schmier und seine Mitstreiter, sich im Gespräch zu halten: Kaum wurde der Lockdown inklusive entsprechender Konzertverbote verkündet, gaben DESTRUCTION die Veröffentlichung ihres neuen Live-Albums „Born To Thrash (Live In Germany)“ bekannt. Das war mitnichten als Geldmacherei zu werten, sondern vielmehr als Aufmunterung für Fans auf Live-Entzug – wenn wir schon alle zuhause bleiben müssen, haben wir hier trotzdem ein Bonbon für euch, schien der Gedanke dahinter zu sein. Obendrein handelt es sich bei „Born To Thrash (Live In Germany)“ um das erste Live-Dokument der Band, seit sie mit der Verpflichtung von Gitarrist Damir Eskic wieder zum Quartett angewachsen sind.

Der Untertitel „Live In Germany“ ist dabei irreführend, legt er doch nahe, dass DESTRUCTION hier Aufnahmen von verschiedenen Konzerten im Bundesgebiet verewigt haben. Dem ist glücklicherweise nicht so, denn „Born To Thrash“ enthält den Mitschnitt eines vollständigen Konzertabends, nämlich vom 10. August 2019, als die Truppe auf dem Party.San Metal Open Air auftrat. Das ist umso schöner, da sowohl bei ihrer letzten Doppel-Live-CD „The Curse Of The Antichrist – Live In Agony“ als auch beim Bonus-Silberling der DVD „A Savage Symphony – History Of Annihilation“ kein vollständiges Konzert enthalten war.

Wie immer spielt die Qualität der Songs bei Live-Alben keine Rolle, die Auswahl derselben aber sehr wohl. Die geht auf „Born To Thrash“ vollkommen in Ordnung, allerdings fällt auf, dass sich DESTRUCTION trotz des einen Tag vor diesem Konzert erschienenen neuen Albums „Born To Perish“ hauptsächlich auf ihre Klassiker konzentrierten. Klar, Festival-Auftritte sind kein Tour-Alltag und das Party.San-Publikum hat sich bestimmt auch mehr auf Hits wie „The Butcher Strikes Back“, „Nailed To The Cross“ oder „Bestial Invasion“ gefreut – mehr als zwei Songs von der aktuellsten Platte wären aber vielleicht möglich gewesen. Andererseits kommt die Hörerschaft so in den Genuss des klassischen DESTRUCTION-Materials, dargeboten von der neuen Besetzung, was durchaus seinen Reiz hat.

Schon im eröffnenden „Curse The Gods“ wird deutlich, dass Drummer Randy Black das altbekannte Material der Thrasher mit seinem wuchtigen Spiel enorm aufwertet. Noch offensichtlicher wird die erweiterte Besetzung natürlich durch Gitarrist Damir Eskic. DESTRUCTION waren lange als Trio unterwegs und Gitarrist Mike – der von sich selbst sagt, dass er lieber Riffs als Soli spielt – hat immer einen guten Job gemacht. Dennoch schien es, als hätte diese Band die Leadgitarre vor allem live stets ein wenig stiefmütterlich behandelt. Damit ist nun Schluss, denn mit Herrn Eskic haben DESTRUCTION einen Leadgitarristen gefunden, der, wie sich hier zeigt, seinen Platz neben Band-Veteran Mike schnell gefunden hat. Somit ist es letztendlich zu begrüßen, dass DESTRUCTION sich auf „Born To Thrash“ vornehmlich an ihren Klassikern abarbeiten, denn dank der starken Leistung des neuen Gitarristen erstrahlen Nummern wie „Life Without Sense“, „Mad Butcher“ oder „Bestial Invasion“ in völlig neuem Glanz.

Mindestens genauso wichtig wie die Songauswahl ist die Atmosphäre eines Live-Albums, und auch hier geben sich DESTRUCTION keinerlei Blöße. „Born To Thrash“ transportiert dank rohem und gleichzeitig druckvollem Klangbild ein schön authentisches Live-Gefühl. Auch das Publikum wurde überzeugend eingefangen, weshalb diese Platte die ausgelassene Stimmung, die am 10. August auf dem Flugplatz Obermehler herrschte, so gut es eben geht ins heimische Wohnzimmer holt. Somit fungiert „Born To Thrash“ als leuchtendes Beispiel für gelungene Live-Alben: Songauswahl und Atmosphäre verdienen eine Eins mit Stern und obendrein gibt’s hier eine komplette Show von Anfang bis Ende auf die Ohren. So und nicht anders wird’s gemacht.

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Bewertung: 8 / 10

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