CD-Review: Dissection - Storm Of The Lights Bane

Besetzung

Jon Nödtveidt - Gesang, Gitarre
Johan Norman - Gitarre
Peter Palmdahl - Bass
Ole Öhman - Schlagzeug

Tracklist

01. At The Fathomless Depths
02. Night's Blood
03. Unhallowed
04. Where Dead Angels Lie
05. Retribution - Storm Of The Light's Bane
06. Thorns Of Crimson Death
07. Soulreaper
08. No Dreams Breed In Breathless Sleep


DISSECTION zählen zweifellos zu den Einflussgrößen des Black Metal. Die Schweden ebneten den Weg für ein Genre, das immer mehr und mehr expandieren sollte. Entsprechend dauerte es nicht lange, bis sich auch andere Bands von der Mischung aus gitarrenbetontem, melodischem Black Metal mit einem Touch von Death Metal hinreißen ließen. Jede dieser großen Bands hat „ihr“ Album und obwohl „The Somberlain“ einen harten Konkurrenten darstellt, ist es im Falle DISSECTION wohl unbestritten das ’95er-Werk „Storm Of The Light’s Bane“, das seinerzeit als eines der ersten Alben aus dem Bereich des extremeren Metal über Nuclear Blast erschien.

Schon das Intro „At The Fathomless Depths“ erzeugt die passende kalte Atmosphäre, die mit dem grandiosen Coverartwork aus der Feder von Necrolord Hand in Hand  geht und den Opener „Night’s Blood“ einleitet. Zunächst ein schallender Drumwirbel, dann geht es los mit einem stürmischen, teils markant schwedischen Riff, dem ebenso schallenden Gekeife Nödtveidts und einem melodischen, ja fast gar eingängigen Refrain. Schon in diesem ersten Song taucht auch die für das Album (bzw. die Band allgemein) sehr typische Akustikgitarre auf, deren wunderbare Klänge nahtlos von den elektronischen Instrumenten übernommen werden. Bei „Unhallowed“ geht es zunächst um einiges Black-Metal-typischer zu Werke, gegen Mitte des Songs tauchen aber wieder die obligatorischen und so gottverdammt simpel-eingängigen Melodien, die eine ganze Musikrichtung stark beeinflussen sollten, auf.

Anders verhält es sich auch nicht mit dem schleppenden Opus „Where Dead Angels Lie“, das vermutlich mit dem ohrwurmhaftesten Refrain der gesamten Scheibe aufwartet und erneut unzählige Facetten aufweist, ohne jedoch in irgendeiner Form ins avantgardistische oder progressive abzuschweifen. Natürlich wird nicht viel experimentiert, lediglich mit diversen Rhythmen wird gearbeitet, mal etwas stürmischer wie beim bitterbösen „Retribution – Storm Of The Light’s Bane“ oder erneut melancholischen Cleangitarreneinlagen und Melodiebögen beim epischen „Thorns Of Crimson Death“. Einen einzelnen Song als Höhepunkt herauszupicken ist extrem schwer, da die mitreißende Gesamtstimmung niemals abgeschwächt, sondern durch die großartigen Riffs immer mehr in die Höhe getrieben wird. Allgemein gesprochen ist das Album jedoch schon produktionstechnisch – nicht nur für seine Zeit – einmalig: Der hallende, und doch markante Klang jedes einzelnen Instruments verleiht „Storm Of The Lights Bane“ eine unvergleichliche Atmosphäre.

Natürlich wird im Vergleich zu moderneren Werken noch „relativ“ wenig Abwechslung geboten – wozu auch? – trotzdem bieten DISSECTION Black Metal der etwas anderen Art, indem sie Melodie in den Vordergrund stellten, gleichzeitig aber auf viel Gefrickel und Drumherum verzichteten. Und genau das macht dieses Album aus: Jeder Titel ist zwar kompositorisch schlicht gehalten, reißt aber auf seine ganz eigene Art und Weise dermaßen mit, wie es später fast kein Album oder Song aus diesem Genre mehr vermochte. Dieses Meisterwerk gehört in eine jede Metalsammlung.

Bewertung: 10 / 10

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