Review Enthroned – Ashspawn

  • Label: Season Of Mist
  • Veröffentlicht: 2025
  • Spielart: Black Metal

Von den großen Veteranen bis zu absoluten Newcomern – der Output und die Kreativität im Black Metal ist ungebremst. Das liegt unter anderem auch daran, dass es thematisch längst nicht mehr nur um Teufel, Pest und Tod geht. Ritualismus, Philosophie und transzendentale Themen sind das Framing der Stunde. SCHAMMASCH, BATUSHKA, UADA, THE GREAT OLD ONES – das sind alles Namen, die Fans weltweit begeistern. ENTHRONED aus Belgien sind ebenfalls eine Formation, die in diesen großen Themenbereich passt und ihn zudem schon seit 32 Jahren beackert – also lange bevor die Sache „cool“ war.

Nach 11 Studioalben meldet sich die Band kurz vor Ende des Jahres mit ihrem Neuling „Ashspawn“ zurück und – ein kleiner Wink vorweg – setzt dabei auf etablierte Mittel. Zwar sieht sich die Formation eher von Bands wie BLACK SABBATH und VENOM beeinflusst, allerdings lässt schon das eröffnende „Crawling Temples“ nur relativ wenig davon erkennen. Der Song ist rau, äußerst sperrig und damit für den Start in das neue ENTHRONED-Album fast schon eine Herausforderung. Das Zusammenspiel von Gitarren und Schlagzeug wirkt hier beinahe willkürlich und ohne erkennbaren Faden. Natürlich kann man das wohlwollend als atmosphärisches Chaos umschreiben; wenn einem bei diesem Label aber ein Song wie „Coalescence“ von DARK FORTRESS in den Sinn kommt, kann der erste Track auf „Ashspawn“ da einfach nicht mithalten.

Dass es aber auch recht intensiv zugehen kann, zeigt „Basilisk Triumphant“, auf dem die Band wie eine rohe Mischung aus DARK FUNERAL und den eben erwähnten DARK FORTRESS anmutet. Die Komposition ist hier vergleichsweise linear und vielseitiger geraten, was jedoch leider nichts daran ändert, dass die vehemente Genre-Dräscherei kaum wirklich erinnerungswürdige Momente bietet. Die Formel von ENTHRONED und „Ashspawn“ entschlüsselt sich einfach zu schnell. Es ist nicht so, dass es den Belgiern an Wendigkeit oder technischem Können fehlt, wie beispielsweise „Stillborn Litany“ beweist, aber wirklich auf den Punkt kommen wollen ENTHRONED auch nicht.

Der Wechsel von treibenden, eher rhythmisch orientierten Anteilen fließt mit stoischer Gelassenheit in aggressive Raserei über. Das mag für ihr Genre alles fein sein, macht einen Song wie das titelgebende „Ashspawn“ aber noch lange nicht spannend oder gar eindringlich. Dennoch gelingt es ENTHRONED hier und da, das Ruder herumzureißen. Zum Beispiel auf dem atmosphärischen wie spannenden „Raviasamin“, wo die Formation nicht nur erstmals wirklich Atmosphäre entstehen lässt, sondern auch eine gewisse Vielseitigkeit im Songwriting durchschimmern lässt. Die dichten Riffs und das tighte Schlagzeugspiel offenbaren, was ENTHRONED eigentlich drauf haben.

ENTHRONED können – wenn sie wollen. „Ashspawn“ ist bei aller Kritik ein Album, das dem Vorwerk der Band absolut gerecht wird. Das bedeutet einen Pflichtkauf für jeden, der das raue Temperament von DARK FUNERAL und MARDUK und die großen Werte konservativen Black Metals zu schätzen weiß. Darüber hinaus hinterlässt „Ashspawn“ jedoch kaum einen bleibenden Eindruck und zählt eher zu den durchschnittlicheren Alben seines Genres im Jahr 2025.

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Wertung: 5.5 / 10

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