CD-Review: Five Finger Death Punch - The Wrong Side Of Heaven And The Righteous Side Of Hell Vol. 1

Besetzung

Ivan Moody – Gesang
Zoltan Bathory – Gitarre
Jason Hook – Gitarre
Chris Kael – Bass
Jeremy Spencer – Schlagzeug

Gastmusiker:
Rob Halford – Gesang (Track 1)
Maria Brink – Gesang (Track 7,13)
Tech N9ne – Gesang (Track 10)
Max Cavalera – Gesang (Bonustrack 12)
James Jasta – Gesang (Bonustrack 14)

Tracklist

01. Lift Me Up (feat. Rob Halford)
02. Watch You Bleed
03. You
04. Wrong Side Of Heaven
05. Burn Mf
06. I.M.Sin
07. Anywhere But Here (feat. Maria Brink)
08. Dot Your Eyes
09. M.I.N.E (End This Way)
10. Mama Said Knock You Out (feat. Tech N9ne)
11. Diary Of A Deadman
12. I.M.Sin (Bonustrack)
13. Anywhere But Here (Bonustrack, alterate Version)
14. Dot Your Eyes (Bonustrack)

Bonus-CD: Purgatory - Tales From The Pit
01. Intro
02. Under & Over It
03. Burn It Down
04. American Capitalist
05. Hard To See
06. Coming Down
07. Bad Company
08. White Knuckles
09. Drum Solo
10. Far From Home
11. Never Enough
12. War Is The Answer
13. Remember Everything
14. No One Gets Left Behind
15. The Bleeding
16. 00000


Die Musikwelt gibt immer wieder Rätsel auf. Eines davon ist, warum es für FIVE FINGER DEATH PUNCH in Europa bis Dato nicht zum großen Durchbruch gereicht hat, während die Band in den USA längst Heldenstatus erreicht hat und Genrekollegen wie Stone Sour oder Devildriver auch hierzulande frenetisch gefeiert werden. Davon unbeeindruckt veröffentlicht die Band dieser Tage ihr bereits viertes Album, das den etwas unhantlichen Titel „The Wrong Side Of Heaven And The Righteous Side Of Hell Vol. 1″ trägt und, um der Menge geschriebener Songs Herr zu werden, als erster Teil eines Doppelalbums angekündigt wurde.

Los geht es mit „Lift Me Up“, einem prädestinierten Opener, der alle Stärken der Band in sich vereint und sowohl die harte, groovende, als auch die weiche, melodische Seite des Fünfers aus Los Angeles herausstellt. Gleichermaßen lässt bereits dieser Song erahnen, dass „The Wrong Side Of Heaven …“ keine revolutionären Neuerungen mit sich bringt – bleiben sich FIVE FINGER DEATH PUNCH doch sowohl von der musikalischen Grundausrichtung als auch hinsichtlich des Albumklangs treu. Im Gegensatz zum grandiosen Vorgänger, „American Capitalist“, tut sich „… And The Righteous Side Of Hell Vol. 1″ jedoch deutlich schwerer, den Hörer mitzureißen: Gingen die Songs des amerikanischen Kapitalisten noch direkt ins Ohr und blieben dort auch hängen, zieht das neue Album bisweilen zum einen Ohr hinein und zum anderen hinaus. Einer der Gründe dafür dürfte darin liegen, dass die Unterschiede zwischen den Songs geringer geworden sind: Einzig der Titeltrack hebt sich hier noch als fast reinrassige Ballade vom Rest der Stücke ab.

Aufgewertet wird das Album durch die Zusammenarbeit mit gleich mehreren prominenten Gastsängern: Mit Rob Halford (Judas Priest), Maria Brink (In This Moment), Max Cavalera (Soulfly), James Jasta (Hatebreed) sowie dem HipHopper Tech N9ne ist hier eine illustre Vokalisten-Schar vertreten – über die Art der Verwendung dieser Beiträge kann man jedoch nur den Kopf schütteln. So bekommt man Max Cavalera beispielsweise erst in einer zweiten Version von „I.M.Sin“ zu hören, welche neben einer komplett überflüssigen Alternativversion von „Anywhere But Here“ als „Bonustrack“ auf die Platte gepresst wurde …. und auch für James Jasta („Dot Your Eyes“) hat es nur zu einem Platz auf der Ersatzbank gereicht. Abgesehen davon, dass das Album so gegen Ende eher an eine Single erinnert, hätte man sich hier auch einfach für jeweils eine Version entscheiden können.
Während Rob Halford gleich im Opener zeigt, wo der Hammer hängt und auch der etwas gewöhnungsbedürftige Gastauftritt des Hiphopers Tech N9ne dem Ganzen eine neue, spannende Komponente hinzufügt, stechen Max Cavalera und James Jasta vergleichsweise wenig heraus.

Einen echten Kaufanreiz für die limitierte Edition stellt die Bonus-CD dar, welche unter dem Titel „Purgatory – Tales From The Pit“ ein komplettes Livekonzert in guter Audioqualität zu bieten hat.

Alles in allem liefern FIVE FINGER DEATH PUNCH hier ein starkes, wenn auch nicht vollends begeisterndes Album ab, das Fans der Band sich guten Gewissens kaufen, den Kauf aber ebenso guten Gewissens noch etwas aufschieben können – viel neues Verpassen sie hier nicht.
Die große Frage, die „The Wrong Side Of Heaven And The Righteous Side Of Hell Vol. 1″ aufwirft, ist viel eher, was man von „Vol. 2″ erwarten darf. Denn wenn es sich wirklich um Material aus einem Songwriting- und Recording-Prozess handelt, das mehr oder weniger willkürlich auf zwei Alben verteilt wurde, dürfte Teil zwei nur wenige Überraschungen bereit halten.

Bewertung: 7.5 / 10

Geschrieben am

Antworten

Your email address will not be published. Required fields are marked *

You may use these HTML tags and attributes: