CD-Review: Five Finger Death Punch - And Justice For None

Besetzung

Ivan Moody – Gesang
Zoltan Bathory – Gitarre
Jason Hook – Gitarre
Chris Kael – Bass
Jeremy Spencer – Schlagzeug

Tracklist

01. Fake
02. Top Of The World
03. Sham Pain
04. Blue On Black (Kenny-Wayne-Shepherd-Cover)
05. Fire In The Hole
06. I Refuse
07. It Doesn't Matter
08. When The Seasons Change
09. Stuck In My Ways
10. Rock Bottom
11. Gone Away (The-Offspring-Cover)
12. Bloody
13. Will The Sun Ever Rise


Nachdem der Name FIVE FINGER DEATH PUNCH lange nur im Kontext mit Konzertabbrüchen, Entzugskuren und Rechtsstreitigkeiten zu lesen war, zeigten die amerikanischen Metaller bereits auf ihrer Europatour mit In Flames ein überraschend starkes Programm. Nun legt das Quintett hinter Skandalnudel Moody mit einem neuen, ihrem siebten, Studioalbum nach: „And Justice For None“. Nach „Got You Six“ gibt es auch in diesem Bereich einiges wiedergutzumachen.

Gleich der Opener „Fake“ zeigt mit pumpenden Riffs und Dicke-Eier-Sound, wo der Hammer hängt. Auch „Top Of The World“ schlägt noch in diese Kerbe, später auch das knackige „Rock Bottom“ oder „It Doesn’t Matter“. Das sind die Momente, in denen FIVE FINGER DEATH PUNCH irgendwo zwischen stumpfen Slipknot und braven Devil Driver unterwegs sind – und in denen sie unbestritten punkten können.

Dazwischen klingt immer wieder jene andere Seite durch, die eben auch zu FIVE FINGER DEATH PUNCH gehört: Obwohl böse Proll-Metal-Boyz, sind die Amis eben doch auch echte Schmusebärchis. Und so geht die Reise über „Sham-Pain“, bei dem böse Zungen mal wieder den Nickelback-Vergleich rausholen könnten, zur coolen Coverversion der Rock-Ballade „Blue On Black“ von Kenny Wayne Shepherd. Einmal mehr überzeugt hier vor allem Sänger Ivan Moody: So kaputt der Mann körperlich und seelisch auch (gewesen) sein mag – seine kristallklare Stimme hat darunter nicht gelitten.

Am stärksten sind FIVE FINGER DEATH PUNCH jedoch, wenn sie sich beides zugleich trauen: Die Sau rauslassen und dann hinter den Öhrchen kraulen, quasi. „Stuck In My Ways“ ist so eine Nummer, oder „Bloody“, das auch auf „American Capitalist“ stehen könnte: Dann klingen FIVE FINGER DEATH PUNCH vielleicht nicht innovativ, am Ende aber genau so, wie man die Band im Kopf hat und wie man sie hören will. Denn sind wir ehrlich: Ein guter Teil der Fans hört FIVE FINGER DEATH PUNCH doch, weil man hier seinem Faible für Schnulzen frönen kann, ohne deswegen vor den Kumpels als Weichei dazustehen.

Vor Ausfällen ist man auf „And Justice For None“ jedoch nicht gefeit: Die furchtbar kitschige Klischee-Metal-Nummer „Fire In The Hole“ (incl. Ohh-ohh-Refrain und Amon-Amarth-Gedächtnisriffing), das schmierig-poppige „I Refuse“ mit seinem weinerlichen Text, und, ganz generell, das Mischungsverhältnis von Metal und Schnulze dämpfen die Euphorie: An sich starke Songs wie das überaus gefühlvolle, bereits 2017 auf „A Decade of Destruction“ erschienene THE-OFFSPRING-Cover „Gone Away“ oder (vor allem) das abschließende, wieder nur leicht rockig angehauchte „Will The Sun Ever Rise“ verlieren nach dem Balladen-Overkill (vor allem in der zweiten Albumhälfte) zumindest für Metal-Fans ohne ausgeprägtes Balladenfaible an Reiz.

Den durch das fast politische Artwork und die Metallica-Referenz im Titel geweckten Hoffnungen, das Album könnte wieder härter und kritischer ausfallen, erteilen FIVE FINGER DEATH PUNCH musikalisch leider über weite Strecken eine Absage: Damit, dass die fetzigen Metal-Tage der Band vorbei sind, sollte man sich so langsam wohl anfreunden. So elegant wie auf „American Capitalist“ werden FIVE FINGER DEATH PUNCH die Gratwanderung zwischen Gewumse und Gewimmer wohl nicht mehr meistern. Nach dem enttäuschenden „Got Your Six“ rangiert „And Justice For None“ jedoch zumindest wieder auf hohem Standard.

Bewertung: 7 / 10

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5 Kommentare zu “Five Finger Death Punch – And Justice For None”

  1. SethGeckoWWE

    Also ich hoffe das ändert sich noch, aber ich persönlch finde das neue Album nach den ersten Durchgängen sowas von entäuschend und langweilg und generic und Got Your Six sowas von besser…und an doe epischen Songs von Wrong Side of Heaven Vol. 1 nichtmal ansatzweise mit der Penisspitze heranreichend!

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