CD-Review: Gehenna - First Spell

Besetzung

Dolgar - GesangSanrabb - GitarreSvartalv - BassDirge Rep - SchlagzeugSarcana - Keyboard

Tracklist

01. The Shivering Voice Of The Ghost
02. Unearthly Loose Palace
03. Angelwings And Ravenclaws
04. The Conquering Of Hirsir
05. Morningstar


Kann Black Metal „schön“ oder gar „anmutig“ oder „bezaubernd“ im positiven Sinne sein? Über diese musikalisch schwerwiegende Frage streiten sich die Szenewächter oft und auch mit großem Enthusiasmus. Sollen sie nur, ich werde mich derweil „First Spell“ von GEHENNA widmen.

Eine erhabene, ruhig um sich greifende (ja, fast schon beschwörende) Orgelmelodie leitet diesen mit ca. 26 Minuten äußerst kurzen Hörgenuss ein. Was dann folgt, sind monotone, surrende Gitarrenriffs, weiterhin von Orgelklängen begleitet, und es entstehen die ersten inneren Bilder.
Innerhalb kürzester Zeit ist man vollkommen eingenommen vom Wechselspiel der Klänge. Dolgars Stimme klingt knurrig, aber nicht unangenehm, düster, aber doch nahezu schmeichelnd. Das Thema des Covers ist Programm. GEHENNA präsentieren dem geneigten Hörer ihre ganz eigene Form von Mystik und musikalischer Magie.
Die darauf folgenden vier Songs stehen dem Opener in nichts nach. Sie unterscheiden sich sehr untereinander, obgleich der Grundtenor der Stimmung gleich bleibt.

Was dieses Album in meinen Augen auch extrem aufwertet sind die kleinen Details. Ja, Liebe zum Detail ist hier erkennbar, immer wieder wird man mit kleinen, magisch-entzückenden Leads (z.B. in „Unearthly Loose Palace“) oder herrlich anspornenden, fast schon heroischen Tempowechseln wie in „Morningstar“ beglückt.
Die Seele schwelgt in Gedanken und Erinnerungen, Bildern von erhabener Schönheit und zugleich auch tiefster Trauer, Schlachten, Göttern, Schwarzer Magie…

Dieses Album berührt wegen seiner natürlich wirkenden Schönheit, obwohl es doch voll und ganz nach Black Metal klingt. Ein solches Meisterwerk haben GEHENNA in späterer Zeit nie wieder geschaffen. Aber was bekümmert das einen, behält dieses Album doch seinen für die 90er so untypischen zeitlosen Geist und seine herausragenden Melodien.

Fazit: In Zeiten, in denen Bands wie Dimmu Borgir oder Cradle of Filth unter dem Banner des „Melodic/Symphonic Black Metal“ ihren, zumindest mittlerweile, massentauglichen Schund zu verbreiten, sind GEHENNA eine wahre Wohltat für das Ohr. Im Gegensatz zu denen ihrer damaligen Label-Kollegen Ulver waren ihre kreativen Ressourcen schnell ausgeschöpft und GEHENNA wurden somit in meinen Augen belanglos. Aber was trauern wir dem nach? Lasst es mich auf den Punkt bringen: Dieses Album hat ohne jeden Zweifel die volle Punktzahl verdient.

Bewertung: 10 / 10

Geschrieben am

1 Kommentar zu “Gehenna – First Spell”

  1. Egal

    Ach ja Gehenna. Eine der Bands, die ohne Zweifel meine BM Welt durcheinander gewirbelt haben. Mit Gehenna, Emperor, Limbonic Art, Summoning und später Nocternity aus Griechenland fing es an, dass ich anfing mich für eine Sparte zu interessieren, die ich lange Zeit bewusst ignoriert habe. Keyboard lastiger Symphonic Black Metal. Lange Zeit habe ich ihn unglaubwürdigkeit unterstellt und auf Behematsch und Craddle Of Milz reduziert. Dabei zeigt vorliegendes Werk deutlich auf wie sehr Black Metal ja Symphonic Black Metal sein kann und va. wie glaubwürdig und mitreißend Vertreter dieses Genre sein können. Mit dem Werk hat es bei mir echt gezündet und klick gemacht und ich fing an alle Vorbehalte gegen dieses subgenre abzulegen und ja sogar richtig auf Keyboards abzufahren!

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