CD-Review: Grave Digger - Heart Of Darkness

Besetzung

Chris Boltendahl - Gesang
Uwe Lulis - Gitarre
Jens Becker - Bass
Frank Ullrich - Schlagzeug

Tracklist

01. Tears Of Madness
02. Shadowmaker
03. The Grave Dancer
04. Demon's Day
05. Warchild
06. Heart Of Darkness
07. Hate
08. Circle Of Witches
09. Black Death


Zweites Album nach der Reunion 1993, das natlos an “The Reaper” anknüpft. Das sehr stimmungsvolle Intro “Tears Of Madness“ zaubert eine beeindruckend gruslige Stimmung, passend zur Band eben. Mit krachenden Drums und Riffs geht es weiter mit der ersten Nummer „Shadowmaker“. Wer mit der extrem rauen und kratzigen Stimme Chris Boltendahls nichts anfangen kann, ist hier auf verlorenem Posten. Auf jeden Fall werden hier und mit dem Rest der Scheibe alle Grave Digger-Fans bestens bedient. Nach dieser Speednummer folgt der extrem groovige Midtempo-Kracher „The Grave Dancer“. Exzellenter Rhythmus und sehr tief gestimmte Gitarren können hier begeistern. Vor allem, wenn man jetzt Kopfhörer aufhat, wird einem bei „Demon’s Day“ kräftig die Birne ausgespült. Starke Leads können hier mit einem genial aufgelegtem Boltendahl überzeugen, seine Vocals kommen hier richtig selbstbewusst rüber, auch mit den Backing Vocals hört sich das alles sehr beeindruckend an.

Nachdem dieser Reißer ausklingt, fragt man sich fast eine Minute lang ob das noch dieselbe CD ist… Richtig süß diese Glöckchenklänge, das kleine schreiende Baby…BANG! Mit einer unglaublichen Aggressivität wird man aus seiner Lethargie gerissen. Das ist „Warchild“, mit Tempo 300 und dem zweitstärksten Refrain der Platte kann hier niemand mehr ruhig sitzen, ein perfekter Banger. Mit unheimlichen Gitarrenklängen, Strandgeräuschen und einer mystischen Stimme aus der Tiefe wird das epische 12 Minuten lange „Heart Of Darkness“ eingeläutet. Das klingt alles sehr doomig, bis dann der sehr überraschend klare Gesang von knackigen Riffs abgelöst wird, und Boltendahl wieder zu seinem Element zurückfindet. Mit „Warchild“ ist der Titeltrack das Highlight, der definitiv das Potenzial zu einer wahren Metal-Hymne hat, der Refrain geht hier wieder zentimetertief unter die Haut und hinterlässt einen bleibenden Eindruck, nach dem Chorus von ‚Rebellion (The Clans Are Maching)’, das unumstritten den stärksten hat, von der Tunes Of War vielleicht der beste der Bandgeschichte. Starke E-Gitarren und ein bärenstarkes Drumgewitter beherrschen „Hate“, vor allem Schlagzeuger Frank Ulrich kann hier seine Stärken ausspielen.

Digger-typisches Gänsehaut-Feeling per Excellence wird uns beim „Circle Of Witches“ geboten, definitiv nichts für schwach besaitete Seelen. Als Halbballade beginned, entwickelt es sich zu einem starkem Midtempo-Reisser mit geilem Riffgewitter und einigen langsamen Einschüben, die aber definitiv nicht zum Erholen geeignet sind. „Black Death“ knüpft nahtlos an die vorhergehenden Tracks an, und lässt bis zur letzten Minute nicht nach und legt teilweise noch eine Schippe drauf. Insgesamt gesehen ein typisches, gutes Grave Digger Album, dass für Aufsehen in der deutschen Heavy Metal-Welt gesorgt hat. Gewöhnungsbedürftig ist es definitiv, aber wenn man es mag, kann man es auch lieben.

Bewertung: 7.5 / 10

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