CD-Review: Grave Digger - Tunes Of War

  • Veröffentlichung: 1997
  • Label: G.U.N.
Besetzung

Chris Boltendahl – Gesang
Uwe Lulis – Gitarre
Tomi Göttlich – Bass
Stefan Arnold – Schlagzeug
H.P. Katzenburg - Keyboards

Tracklist

01. The Brave
02. Scotland United
03. The Dark Of The Sun
04. William Wallace (Braveheart)
05. The Bruce (The Lion King)
06. The Battle Of Flodden
07. The Ballad Of Mary (Queen Of Scots)
08. The Truth
09. Cry For Freedom (James The VI)
10. Killing Time
11. Rebellion (The Clans Are Marching)
12. Culledon Muir
13. The Fall Of The Brave


Mit „Tunes Of War“ beginnen die urdeutschen Power Metaller GRAVE DIGGER ihre legendäre Mittelalter-Trilogie. Auf diesem ersten von drei Alben dreht sich alles um das Volk der Schotten – von der Gründungs Scotlands 1018 bis zum Verlust der Eigenständigkeit 1746.
Das wird im Booklet auch alles wunderbar ausführlich in (deutschen) Texten erklärt, die neben den Lyrics zum jeweiligem Song stehen. Ist sehr hilfreich, um das Konzept besser mitverfolgen zu können, und auch gut geschrieben.

Das Gitarren/Dudelsack Intro „The Brave“ läutet heute die Grave Digger-Gigs ein, und mit „Scotland United“ und „The Dark Of The Sun“ muss man sich gleich um sein Leben bangen! Bei „William Wallace (Braveheart)“ wird geschickt mit knallenden Double Bass-Attacken und einigen ruhigen Einschüben hantiert, und bei „The Bruce (The Lion King)“ wurden die Gitarren bis 10 Meter unter die Erde tief gestimmt, hier geht’s also recht düster und langsam zu, kann allerdings nicht an die ersten drei Tracks anschließen.
Nach dem nächsten schnellen und saugutem Banger „The Battle Of Flodden“ wird mit „The Ballad Of Mary (Queen Of Scots)“ eine sehr atmosphärische – wie der Titel schon sagt – Ballade eingeschoben. Hier kann Boltendahl’s Stimme wirklich überzeugen, so etwas emotionales könnte man ihm fast nicht zutrauen. „The Truth“ ist ein etwas merkwürdig klingendes Lied, das mir nicht so richtig gefallen will, hier wurde wohl auch so manches durch den Computer gejagt. „Cry For Freedom (James The VI)“ und das leider viel zu kurze „Killing Time“ gehen dagegen wieder richtig gut ab.
Doch das Highlight des Albums kommt erst jetzt: Mit „Rebellion (The Clans Are Marching)“ steht eine Hymne in den Startlöchern, die man auf eine Stufe mit dem absoluten Klassiker Grave Diggers „Heavy Metal Breakdown“ stellen muss. Auf jedem GD-Konzert verursacht der mitsingende und bangende Mob Gänsehautstimmung, wie man sie in diesem Genre selten erlebt. Wohl eines der besten und auch bekanntesten Stücke der Bandgeschichte.Das schnelle „Culledon Muir“ und das Outro „The Fall Of The Brave“ beschließen dieses doch sehr abwechlungsreiche Album.

Bis auf 2 Ausnahmen („The Bruce“ und „The Truth“) sind hier nur starke Songs vertreten, durch die „Tunes Of War“ einen sehr guten und auch erfolgreichen Einstieg in die Mittelaltertrilogie ist.
Das hübsche Cover stammt übrigens von Andreas Marshall, hat mich schon öfter erheitert (was nicht heissen soll, dass es lächerlich ist…). Für die saubere Produktion zeichnen sich Boltendahl und Lulis selbst verantwortlich, gute Arbeit der beiden!

Grave Digger-Fans der alten Platten können hier unbesorgt zugreifen, einen Stilbruch hat es wirklich nicht gegeben.

Bewertung: 8 / 10

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