Das Cover von "Worlds To Conquer" von Ironflame

Review Ironflame – Worlds To Conquer

  • Label: High Roller
  • Veröffentlicht: 2026
  • Spielart: Heavy Metal

Einst begannen sie als Soloprojekt von Sänger Andrew D’Cagna, inzwischen sind IRONFLAME aber offenbar nicht nur live, sondern auch im Studio zu einer ausgewachsenen Band herangereift. Mit ihrem von den Vorreitern des Genres inspirierten US-True-Metal-Sound haben sich die Herren in den letzten zehn Jahren einen mehr als guten Namen erspielt, weshalb die Band auf einschlägigen Festivals wie dem „Keep It True“ oder dem „Headbangers Open Air“ gern gesehen ist. Pünktlich zwei Jahre nach ihrem letzten Output „Kingdom Torn Asunder“ haben IRONFLAME mit „Worlds To Conquer“ nun ein neues Album aufgenommen.

Es dürfte kaum jemanden überraschen, dass IRONFLAME auf ihrem sechsten Werk wieder nach ihrem inzwischen etablierten Rezept vorgehen: Kernige Heavy-Metal-Riffs treffen auf epische Arrangements und entsprechende Texte über Verrat und Schlachtenruhm, womit sich die Band nach wie vor bis zum Hals im Fahrwasser von Kollegen wie VISIGOTH und ETERNAL CHAMPION sowie den gemeinsamen Vorbildern MANILLA ROAD befindet. Dass die Truppe das mit der Theatralik ziemlich gut kann, zeigt sich schon im vom Klavier getragenen Intro zu „Night Closes In“ und auch im folgenden „Legion Of Fire“ kombiniert die Band gekonnt erhabene Eingängigkeit mit wuchtigem Riffing.

Ebenso wenig überraschend wie die stilistische Beständigkeit von IRONFLAME ist, dass die Formation auch auf „Worlds To Conquer“ wieder kein Klischee auslässt. Vor allem im True Metal gehört das aber geradezu zum guten Ton, weshalb die Amerikaner insbesondere in genretypischen Hymnen wie dem zum inbrünstigen Mitgrölen gemachten „Dynasties Fall“ oder „Valhalla Is Calling“ glänzen – allerdings sind auch rasantere Nummern wie „Crimson Shores“ durchaus gelungen. Hinzu kommt, dass IRONFLAME durchweg starke Leadgitarren auffahren und vor allem simple, aber doch mitreißende Gitarrenmelodien wie in „Where Cauldrons Burn“ oder „Shadow Slave“ auf Lager haben.

Am Ende punktet die Band in erster Linie mit ihren Songs als Gesamtwerke, bei denen kein Element im Einzelnen hervorsticht. Das macht „Worlds To Conquer“ zu einem spürbar abgeschlossenen Album mit klarem roten Faden. Als Kritikpunkt lässt sich vor allem die erwähnte Vorhersehbarkeit anführen. Die macht das neue IRONFLAME-Album zwar zu einer ziemlich stilsicheren Angelegenheit, bei der Fans des Genres sofort abgeholt werden, reduziert Überraschungen aber auch auf ein Minimum: Alles, was es auf „Worlds To Conquer“ zu hören gibt, kennt man sowohl von den zahlreichen anderen Gruppen der Sparte als auch nicht zuletzt von IRONFLAME selbst. Zudem wird der dünne Sound, der sich zuvorderst durch unangenehm harsche Gitarren und ein schwaches Fundament im Bassbereich auszeichnet, diesem eigentlich mehr als soliden Werk kaum gerecht.

Mit „Worlds To Conquer“ ist IRONFLAME ein absolut anständiges True-Metal-Album uramerikanischer Machart geglückt. Überraschungen bleiben zwar vollkommen aus und vieles von dem, was die Burschen anbieten, kennt man schon von anderswo; das gleicht die Truppe jedoch weitestgehend durch ansteckende Spielfreude und ein ausgeprägtes Gefühl für Arrangements, die den Song als Ganzes in den Fokus rücken, wieder aus. Für Gänsehaut-Momente wie bei VISIGOTH reicht es auf „Worlds To Conquer“ nicht und die dünne Produktion nimmt der Musik einen Teil ihrer Durchschlagskraft. Fans der genannten Bands und hymnischer True-Metal-Epen im Allgemeinen können aber dennoch bedenkenlos zuschlagen.

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Wertung: 7 / 10

Thomas Meyns

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