CD-Review: Kataklysm - Prevail

Besetzung

Maurizio Iacono - Gesang
Jean-Francois Degenais - Gitarre
Stephane Barbe - Bass
Max Duhamel – Schlagzeug

Tracklist

01. Prevail
02. Taking The World By Storm
03. The Chains Of Power
04. As Death Lingers
05. Blood In Heaven
06. To The Throne Of Sorrow
07. Breathe To Dominate
08. Tear Down The Kingdom
09. The Vultures Are Watching
10. The Last Effort (Renaissance II)


Sichtlich angefressen scheint er zu sein, der bandeigene Two-Face. Kein Wunder, legte man ihm doch auch schwere Ketten an. Zum zweiten mal ziert der herzlose Zeitgenosse bereits ein KATAKLYSM-Album, nach „In The Arms Of Devastation“ ist es das nun schon neunte Album „Prevail“. Inzwischen sind die Kanadier – völlig zurecht – eine der ganz großen Nummern im Death Metal, seit ihrem Meisterwerk und Durchbruch „Shadows & Dust“ sind sie kaum mehr wegzudenken. Die danach folgenden „Serenity In Fire“ sowie ITAOD waren in der Fangemeinde zwar umstritten, untermauerten aber den Status der Band und mit „Prevail“ legen sie nun eine weitere Hammerscheibe nach.

An der optischen Präsentation ließ es sich wohl schon erahnen: Man knüpft direkt an den Vorgänger an, es gab aber auch wenig Grund, am Sound viel zu ändern. Es wird also weiterhin auf die inzwischen ausgetüftelte Mischung aus altbekannter Härte und Melodie gesetzt. Der Einstieg fällt mit dem Titeltrack dann auch nicht schwer, nach dem gewohnten gesprochenen Intro wird erst mal kräftig geknüppelt. Volle Breitseite, ohne Kompromisse, „Prevail“ scheint kein zufällig gewählter Titel zu sein: Siegen und herrschen wollen KATAKLYSM mit diesem Album und zur Speerspitze des Death Metals gehören.
Der zweite Track „Taking The World By Storm“ lässt ebenfalls keinen Zweifel aufkommen, dass es den selbst ernannten Hyperblastern ernst ist, hier wird mit Stakkato-Riffing, flirrenden Black Metal-Gitarren und einem beängstigend mitreißendem Refrain aufgetrumpft. Mit dem kurzen und knackigen „The Chains Of Power“ werden direkt danach alle möglichen Nacken und Knochen gebrochen. Unmenschlich, was der Kollege Duhamel hinter dem Drumset mal wieder leistet, außerdem befindet sich in der Mitte des Songs einer der wahnsinnigsten Groove-Parts, die man sich vorstellen kann.

Drei Megakracher direkt zu Beginn, man kennt es von KATAKLYSM ja eigentlich, trotzdem ist es immer wieder beeindruckend, mit welcher Konstanz die Nordamerikaner zu Werke gehen, denn auch im Anschluss findet sich kein schwacher Song. „As Death Lingers“ und „Blood In Heaven“ etwa bestechen durch ihre langsamen Refrains, „Tear Down The Kingdom“ ist wieder einer der schnellen und brechenden Sorte und „The Vultures And The Watching“ ist durch sein melodisches Riffing wieder ein Stück der Sorte, das einen absolut vom Hocker haut. Zum Schluss wird mit „The Last Effort“ sogar noch ein klasse Instrumental eingebaut.

„Prevail“ ist mächtig und, keine Frage, KATAKLYSM gehören anno 2008 zum allerbesten, was der Death Metal zu bieten hat. Zwar ist man nicht mehr ganz so brutal wie bisher und etwas rockiger, was aber trotzdem nicht verhindern kann, dass KATAKLYSM mit dem Härtegrad unzähliger Genrekollegen den verdammten Boden wischt. Dafür scheint mir Maurizio Iacono stimmlich nochmal an Aggressivität zugelegt zu haben. Neu ist hier nicht wirklich was, aber das braucht es auch gar nicht. Etwas ungewöhnlich ist höchstens, dass die Songs diesmal erst beim zweiten oder dritten Anlauf richtig zünden wollen. Es herrscht kein völliger Stillstand und die vorherigen Alben musste man auch gar nicht übertrumpfen. „Prevail“ ist somit ein weiteres hochklassiges Album geworden, das sich, natürlich, hinter „Shadows & Dust“ einreiht und auf einer Stufe mit „Serenity In Fire“ und „In The Arms Of Devastation“ wohl ganz glücklich ist.

Wer zum Schluss bemerkt mit bisher zwei Live-DVDs der Kanadier noch nicht glücklich ist, der sollte sich die limitierte Digipack-Version anschaffen. Darauf ist neben dem „Taking The World By Storm“-Videoclip ein sehr interessantes Konzert vor ganzen 30 Zuschauern. Der Gig wurde per Stream übertragen und die Internetzuschauer konnten die Liedreihenfolge bestimmen.

Bewertung: 8.5 / 10

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