CD-Review: Katatonia - Tonight's Decision

Besetzung

Jonas Renkse – Gesang
Fredrik Norrman – Gitarre, Bass
Anders Nyström – Gitarre, Keyboards, Gesang
Session-Musiker:
Dan Swanö – Schlagzeug

Tracklist

01. For My Demons
02. I Am Nothing
03. In Death, A Song
04. Had To (Leave)
05. This Punishment
06. Right Into The Bliss
07. No Good Can Come Of This
08. Strained
09. A Darkness Coming
10. Nightmares By The Sea (Jeff Buckley Cover)
11. Black Session


Nur ein Jahr nach „Discouraged Ones“ lieferten KATATONIA bereits ihr nächstes Album ab – welches bis heute wohl als Meilenstein in der Diskographie der Schweden anzusehen ist: „Tonight’s Decision“.

Nachdem man sich bereits mit dem Vorgänger aufgrund der Stimmband-Verletzung von Sänger Jonas Renkse notgedrungen sanfteren Klängen als in der Anfangsphase zugewendet hatte, war auch von „Tonight’s Decision“ keine Rückkehr in harte Gefilde zu erwarten. Vielleicht mag sich der ein oder andere „Fan“ daran gestört haben – man kann es jedoch nicht anders sagen: Gerade diese Wendung machte KATATONIA erst so einzigartig, wie sie bis heute in der Szene sind. Mit „Tonight’s Decision“ legte man in vielerlei Hinsicht den Grundstein dafür – klingt das Album doch deutlich ausgereifter als der für meinen Geschmack noch etwas schüchterne Vorgänger: Selbstbewusst und mit einer Melancholie, wie sie nur wenige in ihre Stimme zu legen vermögen, geleitet Renkse durch die dreizehn Tracks, von denen so mancher noch heute zu den absoluten Hits der Band zählt. Neben groovenden Nummern mit kräftig Zug nach vorne wie dem unübertroffenen Opener „For My Demons“ oder „In Death, A Song“ sind es gerade die ruhigen Nummern wie „This Punishment“, der fast schon als Akkustik-Ballade bezeichnet werden könnte und in seiner Traurigkeit kaum zu überbieten ist, die dem Album ihren Reiz verleihen.
Bereits die ersten Töne des darauffolgenden „Right Into The Bliss“ zeigen die nächste große Stärke des Albums auf: Unsterbliche Melodien. Kaum eine Melodie aus der Feder der Schweden dürfte sich so in die Gehörgänge ihrer Fans eingebrannt haben wie der zentrale Gitarrenlauf in dieses Songs. Zieht man an dieser Stelle Zwischenbilanz, stellt man fest, dass bereits die erste Albumhälfte mehr Hits, Ohrwurmmelodien und Gänsehautmomente aufzuweisen hat als die meisten anderen Alben auf ihre gesamte Spielzeit gesehen.
Dass KATATONIA es in in der zweiten Albumhälfte ruhiger angehen lassen, und eher auf subtile Emotionen als auf ins Auge beziehungsweise Ohr springende Hits setzten, macht da nicht mehr viel aus – auch wenn die Verteilung der Hits auf die Tracklist durchaus etwas glücklicher hätte laufen können.

Mit „Tonight’s Decision“ hält man eines der absolut legendären Alben von KATATONIA in Händen, das definitiv in keiner Sammlung fehlen sollte. Denn auch, wenn die Hitdichte nach hinten hin merklich abnimmt – die Qualität des Albums tut dies ganz gewiss nicht.

Bewertung: 8.5 / 10

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