CD-Review: Korn - Follow The Leader

Besetzung

Jonathan Davis - Gesang
Brian Welch - Gitarre
James Shaffer - Gitarre
Reginald Arvizu - Bass
David Silveria - Schlagzeug

Gastmusiker:
Ice Cube - Gesang (Track 17)
Fred Durst - Gesang (Track 20)
Tre Hardson - Gesang (Track 24)

Tracklist

01. Untitled 01
02. Untitled 02
03. Untitled 03
04. Untitled 04
05. Untitled 05
06. Untitled 06
07. Untitled 07
08. Untitled 08
09. Untitled 09
10. Untitled 10
11. Untitled 11
12. Untitled 12
13. It's On
14. Freak On A Leash
15. Got The Life
16. Dead Bodies Everywhere
17. Children Of The Korn
18. B.B.K.
19. Pretty
20. All In The Family
21. Reclaim My Place
22. Justin
23. Seed
24. Cameltosis
25. My Gift To You
26. Earache My Eye (Cheech-And-Chong-Cover, Hidden Track)


Mit über 14 Millionen verkauften Exemplaren ist „Follow The Leader“, das dritte Studioalbum der US-amerikanischen Nu-Metaller KORN, bis heute ihr erfolgreichstes Werk. Zwischen März und Mai 1998 wurden die 13 Titel plus ein Hidden Track in den NRG Recording Studios in North Hollywood aufgenommen. Erstmals wurde als Produzent nicht Ross Robinson ausgewählt, sondern Steve Thompson und Toby Wright mit der Aufgabe betraut. Der Longplayer ist mit zwölffach Platin und dreifach Gold veredelt worden. Der Band-Klassiker „Freak On A Leash“ war seinerzeit für neun MTV Music Video Awards nominiert.

Eröffnet wird das Album in untypischer Weise von zwölf Leerstücken, die aber nicht das Ergebnis einer Fehlpressung sind. Aus den jeweils fünfsekündigen Titeln ergibt sich eine Schweigeminute, die aus Respekt vor einem verstorbenen Fan eingerichtet wurde. So beginnt der eigentliche erste Song „It’s On!“ tatsächlich relativ verhalten und zeigt den ersten härteren Ausbruch erst kurz vor Ende. Was danach folgt ist Nu Metal der Marke KORN in seiner Reinform und bietet einige der besten Momente der Bandgeschichte. „Freak On A Leash“ muss zwar nicht großartig vorgestellt werden, sei hier aber trotzdem erwähnt, da die mitreißenden Riffs, der starke Refrain und die düstere Atmosphäre heute immer noch bestens funktionieren.

„Got The Life“ überzeugt mit seinem Groove und einer ohrwurmverdächtigen Hookline, dagegen stellt „Dead Bodies Everywhere“ wieder unter Beweis wie grandios KORN auf diesem Album mit dem Wechsel zwischen ruhigen und brachialen Anteilen spielen. Die drei Feature-Gäste sind zwar weise gewählt, werden aber sicher nicht jedem Rock- bzw. Metal-Fan schmecken, binden sie doch den Rap stark in die Musik ein. Sei es ein überzeugender Ice Cube („Children Of The Korn“) oder ein rundum beleidigender Fred Durst („All In The Family“), von dessen späterer Stärke und Inbrunst hier nichts zu hören ist.

Leider geht im weiteren Verlauf der Kompositionsfaden etwas verloren. Die Singleauskopplung „B.B.K.“ oder „Cameltosis“ sind hierfür prägnante Beispiele. Das ist insofern schade, da KORN morbide, aber nicht minder spannende Stories erzählen, die auf persönlichen Erlebnissen basieren. „Pretty“ handelt von einem einjährigen Mädchen, dessen Vater ihm die Beine brach, um es zu vergewaltigen. „Justin“ erzählt die Geschichte eines 14-jährigen krebskranken Jungen, der sich ein Treffen mit der Band wünschte und es auch bekam. Überzeugend sind auch das  KORN-typische „Reclaim My Place“, das verschachtelte „Seed“ und das schleppende „My Gift To You“ samt Dudelsack-Intro.

„Follow The Leader“ ist insgesamt stärker als der Vorgänger „Life Is Peachy“ und obwohl das Album sicherlich für viele Metalfans eine der Einstiegsdrogen darstellte, ist die Platte keine leichte Kost. Die transportierte Wucht an Emotionen ist erdrückend, die unkonventionellen Songstrukturen fordern den Hörer heraus. Die Produktion arbeitet den oftmals grandiosen Wechsel zwischen laut und leise sehr gut heraus, und auch Jonathan Davis kann mit seiner stimmlichen Bandbreite, die von aggressiv über verrückt bis zu zerbrechlich reicht, überzeugen. Dennoch ist es ein Manko, dass einige Songs zerfahren wirken und dadurch hinter den Vorzeigestücken des Albums zurückbleiben. KORN haben mit diesem Album einige Meilensteine ihrer Karriere geschaffen und den Nu Metal nachhaltig geprägt. Dafür gebührt ihnen heute noch Respekt, wenn auch nicht alle Songs den Langzeittest unbeschadet überstehen.

Bewertung: 9 / 10

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