CD-Review: Kreator - Extreme Aggression

Besetzung

Mille Petrozza – Gesang, Gitarre
Frank „Blackfire“ Gosdzik - Gitarre
Rob Fioretti - Bass
Jürgen "Ventor" Reil – Schlagzeug

Tracklist

01. Extreme Aggression
02. No Reason To Exist
03. Love Us Or Hate Us
04. Stream Of Consciousness
05. Some Pain Will Last
06. Betrayer
07. Don’t Trust
08. Bringer Of Torture
09. Fatal Energy


Nach der ’88er Scheibe Terrible Certainy waren Kreator ganz groß im Kommen. Mit dem Nachfolger Extreme Aggression sollte nun so weitergemacht werden, wie es mit dem Vorgänger angefangen hatte. Der endgültige Durchbruch war da. Dieser sollte jetzt noch ausgebaut werden.

Der Titeltrack, der im Booklet und auf dem hinteren Cover unverständlicherweise „Extreme Aggressions“ genannt wird macht den Anfang. Sofort dominiert der „rostige“ Sound von Kreator. Gleich hinterher ein Eröffnungsschrei. Mit viel Tempo und gleichmäßigen Trommelschlägen bricht das Lied voll durch. Der schnelle und kreischende Gesang von Mille passt sehr gut zum Gedresche dazu. Ein langsameres Solo wird dann noch vor dem Finish hinterher geschoben. „No Reason To Exist“ baut auf dem ersten Song gnadenlos auf. Mit einem etwas unkontrollierterem Rhythmus ist das Lied nicht viel anders. Typisch sind hier wieder die Schreie der Songnamen im Refrain, wie es z.B. bei Sodom größtenteils auch so ist. Das Gitarrensolo fügt sich hier etwas besser in die Geschwindigkeit ein als vorhin.

An dritter Stelle kommt „Love Us Or Hate Us“. Bevor die Instrumente richtig anfangen kommen ein paar Eröffnungszeilen mit Gesang. Danach beginnt die erste Strophe. Nach einem kurzen Break nach gut 2 Minuten in den ersten Chorus. Nach einer weiteren Strophe dann wieder der ruhigere Break. Mit diesem Punkt geht das Lied nachher auch zu Ende.
„Stream Of Consciousness“ ist auch wieder sehr schnell. Mit einer unveränderten Stimme rockt Petrozza wütend durch die Songs. Das Solo fällt einem sofort auf, da es äußerst hoch ist. Dazwischen ist auch wieder ein kurzer Mittelteil, der erneut mit einem ruhigem Riff ausgestattet ist.

„Some Pain Will Last“ ist der längste Song auf der CD. Da kann man es sich schon mal erlauben mit gediegenen Tönen anzufangen. Mit der ersten Strophe hat man den Eindruck das eine Lawine langsam ins Rollen gerät. Da liegt man gar nicht so falsch: Nach knapp 2/3 wird der Song etwas schneller. Allerdings bleibt das Basis-Riff immer noch klar zu erkennen. Das Solo verschafft dem Song noch etwas mehr Tempo, denn das ist wieder verdammt hoch gespielt.

Mit „Betrayer“ kommt dann einer der besten Tracks auf dem Album. Mit einem überwältigenden Riff drischt das Lied auf den Hörer ein. Im Chorus kommen die „Betrayer“ Schreie fast wie aus dem nichts. In der Strophe danach fallen die Töne dann etwas ab. Doch mit einem „Betrayer“ wird man erneut in den Sitz gepresst. Nach einem schnellerwerdenden Solo ist der Song nach 3:45 vorbei. Doch man bekommt noch mal völlig überraschend die Wut zu hören.
„Don’t Trust“ ist der siebte Track. Der Gesang setzt hier spät ein. Man bemerkt hier wieder gut den Unterschied des Tempos. Vor allem das Schlagzeug macht dies mit den schnellen Schlägen hintereinander deutlich. Zwischendurch bekommt man dann auch mal einen ruhigen Mille zu hören. Mit einer gezogenen Einleitung geht es in das heulende Solo.

2:15 Minuten nur dauert „Bringer Of Torture“. Doch der hat es in sich. Besonders die Drums sind mit kurzem, schnellem aufbäumen wieder top. Ein Lob an Jürgen Reil! In der Mitte dann wieder eine langsamere Brücke, gefolgt von krachenden „Bringer of Torture“-Rufen. „Fatal Energy“ passt vom Namen nicht ganz so in die Reihe. Ist auch soundmäßig etwas anderes. Langsamer und mehr Geheule. Das legt sich aber dann nach kurzer Zeit schon wieder. Dieser Song entpuppt als absoluter Thrash-Reißer. Mit einen gekonnten Wechsel aus unglaublicher Geschwindigkeit an Musik und Gesang, sowie aus schleppenden Parts. Dazu kommt noch ein vikingmäßiges Solo, was jetzt aber nicht ganz so gut ist. Zum Ende dann noch ein typischer Break, gefolgt von einem schnellen Schluss.

Spätestens jetzt muss man erkennen, das Kreator völlig zurecht da stehen, wo sie heute sind. Mit einem tollen Sound und einem tollen Mille Petrozza haben sie es mit Extreme Aggression ganz nach oben auf der Thrash-Liste geschafft. Und das nicht nur in Deutschland. Einzig negativ ist das einfallslose Cover zu bewerten.

Bewertung: 9.5 / 10

Geschrieben am

Antworten

Your email address will not be published. Required fields are marked *

You may use these HTML tags and attributes: