CD-Review: Les Discrets - Prédateurs

Besetzung

Fursy Teyssier – Gesang, Gitarre, Bass, Keyboard
Audrey Hadorn – Gesang

Tracklist

01. Prédateurs
02. Virée Nocturne
03. Les Amis De Minuit
04. Vanishing Beauties
05. Fleur Des Murailles
06. Le Reproche
07. Les Jours d'Or
08. Rue Octavio Mey
09. The Scent Of Spring (Moonraker)
10. Lyon – Paris 7h34


Bereits mit der 2016 veröffentlichten EP Virée Nocturne war klar: Wie den Alcest-Fans mit „Shelter“, so steht mit „Prédateurs“ nun auch den Jüngern von LES DISCRETS eine mittelgroße Überraschung bevor. Nachdem LES DISCRETS ihr bisheriges Schaffen im Jahr zuvor mit dem Konzertmitschnitt „Live At Roadburn“ nochmal zusammengefasst hatten, scheint es Zeit für etwas Neues geworden zu sein.

Düster und melancholisch bleibt es – das stellt schon das atmosphärische Ambient-Intro mit einem bedrückenden Sprachsample klar. Allein die musikalische Ausdrucksform, der sich Fursy Teyssier diesmal bedient, hat sich merklich gewandelt. WarenSeptembre Et Ses Dernières Pensées oder „Ariettes Oubliées“ stilistisch noch Vorzeige-Alben des Post-Metal, wartet gleich der erste Track mit so viel Hall auf dem Schlagzeug auf, dass man meinen könnte, es wären Trip-Hop-Beats – und tatsächlich gesellen sich zu den sanften Gitarren bald auch elektronische Klänge. Diese treten mal mehr, mal weniger dominant in Erscheinung – begleiten den Hörer auf „Prédateurs“ aber, ebenso wie das insgesamt luftigere Kompositionsmuster der Songs, über das ganze Album hinweg.

Von Metal im eigentlichen Sinne entfernen sich LES DISCRETS damit – wie dereinst Alcest – nahezu ohne Spuren zu hinterlassen: Den sanften, auch diesmal durchweg französischen Gesang von Bandkopf Teyssier umspielen meist nur transparente Cleangitarren, untermalt von dezenten Layern elektronischer Sounds, das Schlagzeug weicht oftmals simplen Percussion-Figuren. Verzerrte Gitarren hingegen sucht man auf dem Album vergeblich. Damit klingt „Prédateurs“ alles in allem nicht nur deutlich ruhiger, sondern auch subtiler als seine Vorgänger.

Wo auf den Vorgängeralben fast ohne Pause prägnante Lead-Gitarren eingängige Melodien vorgeben und die Songs sich so fast automatisch als Ohrwurm im Hirn festbeißen, benötigt es bei „Prédateurs“ einige Durchläufe, bis sich Höhepunkte herauskristallisieren. Die Eingängigkeit eines „Le Mouvement Perpétuel“ wird dem einen oder anderen Fan deswegen auf „Prédateurs“ gewiss fehlen. Wer dem neuen, elektronisch angehauchten Stil von LES DISCRETS jedoch offen gegenübersteht und der Musik etwas Zeit zur Entfaltung gibt, wird mit einem im Vergleich zu seinen Vorgängern nicht minder gefühlvollen Album entlohnt.

Bewertung: 8 / 10

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