CD-Review: Lustre - Blossom

Besetzung

Nachtzeit - Gesang, alle Instrumente

Tracklist

1. Part 1
2. Part 2
3. Part 3
4. Part 4


Hinter LUSTRE verbirgt sich jenes schwedische Atmospheric/Ambient-Black-Metal-Projekt, welches sich dank seiner schleppenden, melancholischen Schwere ideal für verregnete Tage mit Donnergrollen, Platzregen und sekündlich aufzuckenden Blitzen eignet – je dunkler die Welt um einen herum, umso ergreifender die Musik von LUSTRE.

Musik, die seit der Gründung des Ein-Mann-Projektes um Henrik Sunding alias Nachtzeit im Jahre 2009 nur bedingt durch Wandel in den Kompositionen auffällt, sondern eher durch einen gleichbleibenden, stets packenden Grundtenor zu fesseln weiß. So ist beispielweise der Unterschied zwischen dem Debüt „Night Spirit“ (2009) und dem vorletzten Album „Wonder“ (2013) nur als marginal zu bezeichnen, denn während die Musik auf dem ersten Album noch weniger fein zusammengefügt klang, nahm Nachtzeit für „Wonder“ neue Klänge wie die eines die Melodie angebenden Cembalos in sein Repertoire auf und traute sich nun auch endlich einmal, den Klangteppich seiner Lieder um eine (computergenerierte) Double-Bass zu erweitern. Was bleibt, sind aber stets lange Lieder, die vollkommen auf Atmosphäre und Steigerung ausgelegt sind, oder analysierend gesprochen: LUSTRE bedienen sich wie jede Band aus dem Atmospheric-Black-Metal-Genre einer Monotonie, der Wiederholung eines Motivs, die den Hörer packen und verschlingen soll – was der Band auch gelingt.

Auf dem aktuellen fünften Album „Blossom“ ist weder die Herangehensweise noch der Klang von LUSTRE anders als zuvor; wer die vorherigen vier Alben zu schätzen weiß, wird mit dem vier Songs umfassenden Werk schnell warm werden, denn Nachtzeit bleibt sich auch hier in allem treu, nur eines fällt auf: LUSTRE klingen weniger bedrohlich als sonst, die dunklen Klangwände werden stellenweise von warmen Samples durchdrungen, was der Träumerei während des Hörens keinen Abbruch tut, für manch trven Fan aber schon fast zu zahm, sanft und fragil wirken könnte. Liebhaber des Debüts und den EPs „Welcome Winter“ (2009) sowie „Of Strength And Solace“ (2012) werden von „Blossom“ nicht enttäuscht sein, vielleicht aber die Dunkelheit sowie das Raue der erstgenannten Scheiben vermissen.

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Bewertung: 8 / 10

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