CD-Review: Memoriam - For The Fallen

Besetzung

Karl Willetts – Gesang
Scott Fairfax – Gitarre
Frank Healy – Bass
Andrew Whale – Schlagzeug

Tracklist

01. Memoriam
02. War Rages On
03. Reduced To Zero
04. Corrupted System
05. Flatline
06. Surrounded (By Death)
07. Resistance
08. Last Words


Eben erst verkündeten Hail Of Bullets das Ende ihres Krieges, bereits 2016 hatten Bolt Thrower, exakt ein Jahr nach dem für alle überraschenden Tod ihres Schlagzeugers Martin Kearns, ihre Auflösung bekanntgegeben – und von Benediction haben die Fans seit bald zehn Jahren nichts mehr zu hören bekommen. Harte Zeiten also für Fans des wahren Death Metal, könnte man meinen. Wären da nicht MEMORIAM, die nun aus der Asche von Bolt Thrower und dem Staub auf Benediction geboren wurden und genau die hier entstandenen Lücken füllen.

Mit ihrem Debüt-Album „For The Fallen“ zelebrieren die zwei Benediction-Musiker Frank Healy und Scott Fairfax gemeinsam mit den (ehemaligen) Bolt-Thrower-Mitgliedern Andrew Whale und Karl Willetts nämlich die Kerntugenden des Oldschool Death Metal: Mal düster und schleppend, mal beinhart steht das Material unverkennbar in der Tradition der beiden Death-Metal-Koryphäen Benediction und Bolt Thrower, aber auch in einer Linie mit neueren Bands dieser Ausrichtung wie Asphyx, vor allem aber Hail Of Bullets („Memoriam“). Das Ganze paaren MEMORIAM mit simplen, aber stilsicher ausgeführten Melodien („Last Words“) und Karl Willetts unverkennbarer Reibeisenstimme – ein todsicheres Rezept.

Natürlich erfinden die „Kiddy“ Kearns gewidmeten MEMORIAM damit weder das Rad noch den Death Metal neu – so dass es nicht weiter überraschen dürfte, dass nicht jede Passage auf „For The Fallen“ vor Innovation strotzt oder unverkennbar klingt. Gehüllt in einen griffigen Oldschool-Sound sollte „For The Fallen“ seine Wirkung dennoch nicht verfehlen – auf Platte wie auch live: Schon beim heimischen Genuss vermag man sich bildlich vorzustellen, wie MEMORIAM mit ihrem stampfenden Midtempo-Death die Haare im Publikum fliegen lassen.

Mal fast filigran melodisch, mal spröde-schleppend, wie man das von Bolt Thrower gewohnt war, und immer mit mächtig Schub nach vorne hat „For The Fallen“ alles, was ein waschechtes Death-Metal-Album benötigt. Allzu großer Abwechslungsreichtum gehört da bekanntlich nicht so dringend dazu wie ein gerüttelt Maß an Headbang-Potential. Für Fans der genannten und aller anderen Bands aus dem Old-School-Death-Metal-Sektor ist „For The Fallen“ jedenfalls definitiv sein Geld wert.

Bewertung: 8 / 10

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