CD-Review: Neal Morse - Songs From November

Besetzung

Neal Morse – Gesang, Gitarre, Keyboards, Bass, Schlagzeug
Gabe Klein – Schlagzeug, Piano, Gesang

Gastmusiker:

Chris Carmichael – Streicher
Jim Hoke – Saxofon, Gitarre
Steve Herrman – Trompete
Eric Darken – Perkussion
Regina McCrary – Gesang
Alfreda McCrary – Gesang
Wil Morse – Gesang
Eric Gilette – Gesang

Tracklist

01. Whatever Days
02. Heaven Smiled
03. Flowers In A Vase
04. Love Shot An Arrow
05. Song For The Free
06. Tell Me Annabelle
07. My Time Of Dying
08. When Things Slow Down
09. Daddy's Daughter
10. Wear The Chains
11. The Way Of Love


Es ist schon eine Weile her, dass NEAL MORSE ein Pop-Album veröffentlicht hat. Lässt man die zahlreichen christlichen Worship-Alben außen vor, die er auf seinem eigenen Label Radiant Records in Kleinauflage herausgebracht hat, müssen wir dafür bis ins Jahr 2001 zurückgehen. Damals erschien „It’s Not Too Late“, Neal war noch Mitglied bei Spock’s Beard und das letzte gemeinsame Album „Snow“ hatte noch nicht einmal das Licht der Welt erblickt.

13 Jahre später folgt nun also „Songs From November“. Ein klassisches Singer-Songwriter-Album mit Liedern, die Geschichten erzählen, zum Nachdenken und Mitsingen anregen. In gewisser Weise kehrt der Progressive-Rock-Star damit zu den Wurzeln seiner eigenen Geschichte zurück; denn bevor er mit Prog bekannt wurde, versuchte er sich in den Achtzigern als Songwriter im Pop-Business.

Musikalisch ist „Songs From November“ am ehesten mit dem schon erwähnten „It’s Not Too Late“ zu vergleichen. Progressive Rock findet man auf der Platte nicht. NEAL MORSE selbst erinnert sie an Aufnahmen von Jackson Browne oder Graham Nash. Das Album ist geprägt von einem sehr traditionellen Sound. Soll heißen: Viel Piano und Akustik- sowie Pedal-Steel-Gitarre, dazu Streicher und Blasinstrumente. Einige Songs haben einen charmanten Gospel-Touch. Insgesamt klingt die Scheibe auf eine sympathische Art und Weise altmodisch und gesetzt, moderne Sounds und Akzente gibt es nicht.

Den größten Unterschied zu Neals bisherigen Singer-Songwriter-Alben macht das Songmaterial. Es ist schwächer als viele der Tracks auf „Neal Morse“ (1999) und „It’s Not Too Late“, es fehlt an markanten Melodien und magischen Momenten. Ausnahmen wie das heimelige, nach Lagerfeuer fordernde „Flowers In A Vase“ oder das nachdenkliche „Tell Me Annabelle“ bestätigen die Regel und zeigen, dass Neal fantastische Melodien schreiben kann. „Tell Me Annabelle“ wurde bereits in den Achtzigern komponiert, was man auch an der gänzlich anderen Melodieführung hört. Eine besondere Nummer, die sofort aus den elf Songs heraussticht.

Ansonsten gibt es viele ordentliche und nett anzuhörende Songs, wie etwa den Opener „Whatever Days“ mit massivem Bläsereinsatz oder die Akustikgitarren-Ballade „When Things Slow Down“. Ausfälle sind nicht zu verzeichnen, es sei denn, der lyrische Kitsch in „Daddy’s Daughter“ geht einem eine Spur zu weit. In Neals wahnsinnig großem Repertoire (gerade, wenn man die christlichen Alben dazurechnet) werden sich die meisten der hier präsentierten Tracks nicht behaupten können. Dafür hat Neal schon zu viele grandiose und Gänsehaut erregende Songs geschrieben. Übrigens: Wer etwas gegen seine oft sehr christlichen Texte hat, darf sich freuen – auf „Songs From November“ packt er diese nur äußerst selten aus.

Alles in allem: Neal-Fans und -Sammler dürfen gerne zugreifen, wer „Neal Morse“ und „It’s Not Too Late“ mochte, sicherlich auch. Alle anderen sollten vorher lieber reinhören.

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Bewertung: 6.5 / 10

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