Necrophobic - Bloodhymns

Review Necrophobic – Bloodhymns

  • Label: Season Of Mist
  • Veröffentlicht: 2002
  • Spielart: Black Metal

NECROPHOBIC, ist das etwa eine der vielen gesichtlosen, stillosen Metalbands die man so oft auf dem Sampler der Zeitschrift Legacy findet? Nein, ganz im Gegenteil, wie es der Zufall aber so will, bin ich auf diese Band genau durch so einen Sampler aufmerksam geworden. Dieser eine Song hat mich dermaßen gepackt und von der musikalischen Qualität der Band überzeugt, daß ich nach langer Zeit mal wieder einen Blindkauf gewagt habe, der sich absolut gelohnt hat. Eine dermaßen geile Schwedentod-Scheibe habe ich schon lange nicht mehr gehört!

Das Inferno beginnt sofort mit einem Geschoss namens ‘Taste Of Black’, das sofort klar macht, daß NECROPHOBIC mit dieser Platte keine Gefangenen nehmen. Die Drums sind nah an der Blastbeatgrenze, die Gitarren sägen wie sonst nur im Black Metal, den Gesang kann man eigentlich nur als diabolisches Gekeife bezeichnen und die markerschütternden Schreie erinnern mich öfters an Tomas Lindberg zu seinen besten (At The Gates)Zeiten. Geil! Nach dreieinhalb Minuten bekommt man dann endlich eine Verschnaufpause. Oder doch nicht ? Nix da, die Schweden prügeln mit ‘Dreams Shall Flesh’ munter weiter drauflos, welches aber auch durch langsamere Momente und einen interessanten Songaufbau zu überzeugen weiß. Das nachfolgende ‘Act Of Rebellion’ kann mit ähnlichen Qualitäten begeistern und hier sind, genau wie in den meisten anderen Songs, die langsameren Momente und betörenden Melodien verdammt wichtig denn sie machen die Stücke erst zu dem was sie sind.

Darauf folgt ‘Shadowseeds’, was soll man zu diesem Lied noch sagen? Diese wundervolle Hymne war der Track auf dem Legacy-Sampler und haut mich heute noch jedes mal genauso um wie damals als ich es das erste mal hörte. Hier verstehen es NECROPHOBIC, ihre wuchtigen Gitarren so gut mit endgeilen Melodien zu verbinden daß man nur noch staunen. Ein Song für die (oder auf jeden Fall meine) Ewigkeit. ‘Mourningsoul’ reiht sich nahtlos an die vorherigen Stücke an und steht ganz in der Tradition von ‘Dreams Shall Flesh’ und ‘Act Of Rebellion’. Hier können sich die Jungs sogar erlauben die Gitarren für ganze zehn Sekunden nicht zu verzerren und schütteln sich Todesmelodien aus dem Ärmel wie King und Hanneman Thrash-Metal-Riffs.

Mit ‘Helfire’ (ja, Helfire und nicht Hellfire) drehen die Schweden die Tourenzahl wieder mächtig nach oben und hacken alles kurz und klein ohne primitiv oder gar anspruchslos zu klingen. Das ändert auch nicht bei ‘Cult Of Blood’, wo der Fuß wieder etwas vom Gaspedal genommen wird. Nach knapp vier Minuten gibt es sogar ein klassisches Heavy Metal-Solo zu hören das genauso gut aus einem Song von Iron Maiden stammen könnte. ‘Roots Of Heldrasill’ beginnt mit schleppend Gitarren nur um dann nach 2 Minuten doch wieder tempomäßig zu zuschlagen, was allerdings am Ende wieder nachlässt. Textlich handelt das Stück von einem Krieger, warscheinlich einem Wikinger, der stirbt und zu den nordischen Göttern spricht. Der letzte reguläre Song heißt ‘Blood Anthem’ und ist eine weitere Hymne neben ‘Shadowseeds’ und ist als der Titeltrack des Albums anzusehen. Hier laufen Necrophobic wieder zur Höchsform auf und spielen alle ihre Qualitäten aus. Das abschließende ‘Amond The Storms’ ist ein Instrumental und das würdige Outro für dieses Album.

Am Artwork der Platte kann man überhaupt nicht meckern, denn es wurde dem Konzept und der Stimmung sehr gut angepasst und es könnte genauso gut von irgendeiner ‘großen’ Band stammen. Obwohl die Produktion sehr transparent ausgefallen ist, könnte der Sound doch etwas druckvoller aus den Boxen donnern, allerdings ist man natürlich meilenweit von darkthronesche Gerummpel weg. Diese CD ist ein Muß für alle Fans des harten Metal und könnte man als eine Mischung aus Dismember und Dissection bezeichnen, denn NECROPHOBIC schaffen es, die Härte des Death Metal und Atmosphäre und Melodien des Black Metal zu vereinen. Greift zu, Leute, solche Bands haben es verdient, gekauft zu werden – Maiden und ‘tallica haben genug verdient!

Wertung: 8.5 / 10

Geschrieben am 5. April 2013 von Metal1.info

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