CD-Review: Novelists - Noir

Besetzung

Matt Gelsomino - Gesang
Florestan Durand - Gitarre
Charles-Henri Teule - Gitarre
Nicolas Delestrade - Bass
Amael Durand - Schlagzeug

Gastmusiker:
Matt Youkhana - Gesang (Track 7)
Jesse Cash - Gesang, Gitarre (Track 9)
Zachary Britt - Gesang, Gitarre (Track 9)
Julien Chevalier - Gitarre (Track 11)
John Heinrich - Saxophon (Track 2)

Tracklist

01. L'Appel Du Vide
02. Monochrome
03. Under Different Welkins
04. Les Nuits Noires
05. Grey Souls
06. A Bitter End
07. Stranger Self
08. The Light, The Fire
09. Joie De Vivre
10. Lead The Light
11. A Travers Le Miroir
12. Heal The Wound


NOVELISTS sind eine fünfköpfige Progressive-Metal-Band aus Paris, die auch Metalcore und Djent in ihre Musik einfließen lässt. Die Brüder Amael und Florestan Durand hoben sie 2013 aus der Taufe. Es folgte eine Demo und eine Single in Eigenvertrieb, ehe 2015 das Debüt „Souvenirs“ über Arising Empire erschien. Dort sind die Musiker auch heute noch beheimatet und legen jetzt ihr Zweitwerk „Noir“ vor, das sich als Konzeptalbum in vier Kapitel aufteilt – jedes geprägt von einer ganz eigenen Stimmung und unterschiedlichen Gefühlen.

So beginnt das Album mit dem entspannten Alternative-Rock-Song „L’Appel Du Vide“, was übersetzt soviel wie „Der Ruf des Vakuums“ bedeutet. Die Riffs liefern zwar jede Menge Groove, die Metalcore-Anleihen blitzen hier aber nur in kurzen Momenten auf. Vielmehr erregt das Piano Aufmerksamkeit, das sogar einen kleinen Solo-Part bieten kann. Beim folgenden Titel „Monochrome“ ist es John Heinrich am Saxophon, der diese speziellen Akzente setzen kann. Bis hierhin kann man auch die Gitarrenarbeit lobend hervorheben, die wiederholt sehr gekonnte Melodien vorlegt. Mit Beginn des zweiten Kapitels und „Les Nuits Noires“ („Die dunklen Nächte“) hebt die Band merklich den Härtegrad an. Vom Gesang klar im Metalcore angesiedelt, gestaltet sich die Atmosphäre jetzt deutlich unterkühlter. Der Plan des Konzepts, mit verschiedenen Stimmungen zu experimentieren, geht bis hierhin vollends auf.

Jedes Kapitel besteht übrigens aus drei Songs, was zumindest strukturell eine klare Linie unterstützt. Diese ist aber auch musikalisch vorhanden, denn so deutlich die verschiedenen Stimmungsbilder auch dargestellt sind, ist jedes Stück doch unverkennbar dem Stil von NOVELISTS zuzuordnen. „Stranger Self“ eröffnet den dritten Abschnitt wieder in gemäßigter Form, das eingangs auftretende Piano ist hier auch wieder vorhanden. Eine Neuerung gibt es jedoch: Mit dem Australier Matt Youkhana (DVSR) hat man auch Rap-Parts in das Geschehen eingebunden, die das Gesamtbild nicht stören und punktuell eingesetzt werden. Aber auch Jesse Cash (Erra) und Zachary Britt (Dream On, Dreamer) machen in „Joie De Vivre“ eine gute Figur, der sich so zum Metalcore-lastigsten Song entwickelt. Die drei abschließenden Titel bleiben dem bisherigen Konzept treu und wandeln gekonnt zwischen den beiden Hauptgenres, wenn sie auch die seichte Seite der Band etwas mehr in den Vordergrund stellen.

NOVELISTS ist mit ihrem zweiten Album „Noir“ vielleicht kein Meilenstein für die Ewigkeit, aber doch ein hochkarätiger Longplayer zwischen Progressive Metal und Metalcore gelungen. Der angepriesene Djent bleibt zwar ein wenig auf der Strecke, anhand der kraftvollen und in sich stimmigen zwölf Songs fällt das aber weniger ins Gewicht. Mit dem richtigen Gespür für die Mischung aus harten und soften Tönen, Groove und Melodie sowie präzise ausgewählten Gastmusikern schwingt sich „Noir“ damit zu einem intensiven Longplayer auf, der auf voller Länge überzeugen kann.

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Bewertung: 8.5 / 10

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