CD-Review: Papa Roach - Crooked Teeth

Besetzung

Jacoby Shaddix - Gesang
Jerry Horton - Gitarre
Tobin Esperance - Gitarre, Bass
Tony Palermo - Schlagzeug

Gastmusiker:

Skylar Grey (Gesang Track 6) Machine Gun Kelly (Rap Track 8)

Tracklist

01. Break The Fall
02. Crooked Teeth
03. My Medication
04. Born For Greatness
05. American Dreams
06. Periscope
07. Help
08. Sunrise Trailer Park
09. Traumatic
10. None Of The Above

Bonustracks:
11. Ricochet
12. Nothing
13. Bleeding Through


Die Alternative- und Nu-Metal-Fraktion hat es nicht immer leicht, da diese Spielarten längst nicht von jedem Anhänger der traditionellen Genres akzeptiert werden. Dennoch gibt es in diesen Sparten einige Konstanten, die seit Langem bestehen und mit ihren Alben einige Erfolge für sich verbuchen konnten. PAPA ROACH aus den USA sind eine dieser Gruppen, seit ihrer Gründung 1993 legte die Band immerhin sieben größtenteils positiv rezipierte Alben vor. Mit „Crooked Teeth“ folgt nun der achte Streich.

Und dieser bietet im Prinzip alles, was die Hörerschaft von einem starken Album der US-Amerikaner erwarten dürfte. Coole, treibende Gitarrenriffs, eingängige, oftmals hymnenhafte Refrains („American Dreams“!) und Jacoby Shaddix‘ Vocals, die eine für Abwechslung sorgende Bandbreite von rauen Shouts, sanften Cleans und ausgiebigen Rap-Einlagen umfassen. Aus diesen Zutaten zimmern PAPA ROACH gekonnt zehn reguläre und drei Bonus-Tracks zusammen, unter denen sich kaum Schwachpunkte ausmachen lassen. „Born For Greatness“ mit seiner selbst für Nu- beziehungsweise Alternative Metal sehr modernen Ausrichtung kann einen zwar aus dem Hörerlebnis reißen und „Periscope“ ist dann schon arg poppig geraten, überzeugt aber immerhin mit einem gut gemeisterten Gastauftritt der Sängerin Skylar Grey. Einen zweiten Gast-Part absolviert später der Rapper Machine Gun Kelly auf „Sunrise Trailer Park“. Man könnte darüber sinnieren, inwieweit das nötig war, liefert Jacoby Shaddix selbst doch sehr überzeugende Rap-Parts ab (einen davon auf dem selben Song), dennoch macht der Gast seine Sache gut und harmoniert ansprechend mit dem von Jacoby gesungenen Refrain.
Abgesehen von den genannten Momenten agieren PAPA ROACH auf ihrem achten Album jedoch auf hohem Niveau und glücklicherweise bleibt das bereits angesprochene „Periscope“ auch der einzige wirklich poppige Ausrutscher. Es mag sein, dass vorherige Alben der Band insgesamt mehr Härte gezeigt haben, dennoch verzichtet hier nahezu kein Song auf ansprechende und kraftvolle Gitarrenarbeit, selbst tendenziell ruhigere Nummern wie „Help“ oder „None Of The Above“ bringen das richtige Maß an Energie mit. Kombiniert mit den zumeist sehr eingängigen, aber in der Regel nicht allzu aufdringlichen Refrains, die sich bei nahezu jedem der Songs finden lassen, liefern PAPA ROACH hier Tracks ab, die sich größtenteils nach den ersten Hördurchgängen festsetzen, zugunsten dieser Zugänglichkeit allerdings nicht auf kraftvolle musikalische Untermalung verzichten. So muss das!

Am Ende kann man der Band zu diesem Output im Grunde nur gratulieren. „Crooked Teeth“ wirkt vielleicht ein wenig routiniert, sodass der große „Wow“-Effekt zumindest für Stammhörer ausbleiben dürfte. Nach 24 Dienstjahren lässt sich jedoch ohnehin nicht von jeder neuen Platte erwarten, dass die Band damit ihren Sound neu erfindet. Insofern liefern PAPA ROACH vielleicht nicht ihr bestes Werk ab, jedoch definitiv eines, das sich souverän in die bestehende Diskographie einfügt und auch das Zeug dazu hat, neue Hörer auf die nach fast einem Vierteljahrhundert nach wie vor unverbraucht klingende und noch immer hörenswerte Band aufmerksam zu machen.

Bewertung: 7.5 / 10

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