CD-Review: Primal Fear - Angels Of Mercy - Live In Germany (CD+DVD)

Besetzung

Ralf Scheepers – Gesang
Alex Beyrodt – Gitarre
Tom Naumann – Gitarre
Mat Sinner – Bass
Francesco Jovino – Schlagzeug

Tracklist

DVD:

Countdown To Insanity
Final Embrace
In Metal We Trust
Angel In Black
Rulebreaker
Sign Of Fear
Seven Seals
Let There Be Drums
Angels Of Mercy
The End Is Near
Rollercoaster
The Sky Is Burning
Nuclear Fire
When Death Comes Knocking
Band Introduction
Metal Is Forever
Fighing The Darkness
Running In The Dust

Videoclips:

– The End Is Near
– Angels Of Mercy
– When Death Comes Knocking
– King For A Day
– Strike
– Chainbreaker (Live At „Masters Of Rock“)

CD:

01. Countdown To Insanity
02. Final Embrace
03. In Metal We Trust
04. Angel In Black
05. Rulebreaker
06. Sign Of Fear
07. Seven Seals
08. Angels Of Mercy
09. The End Is Near
10. Rollercoaster
11. The Sky Is Burning
12. Nuclear Fire
13. When Death Comes Knocking
14. Metal Is Forever
15. Fighing The Darkness


PRIMAL FEAR sind zweifelsohne eine von Deutschlands hochkarätigsten Heavy-Metal-Maschinen. Mit stoischer Regelmäßigkeit veröffentlichen die Schwaben seit fast 20 Jahren neue Alben und halten dabei durchgehend ein erschreckend hohes Niveau. Mit ihrem neuesten Album „Rulebreaker“ begab sich die Truppe einmal mehr auf umfassende Welttournee und filmte das Konzert in ihrer Beinahe-Heimatstadt Stuttgart für eine neue Live-CD inklusive DVD. Dieses Package ist nun unter dem Titel „Angels Of Mercy – Live in Germany“ via Frontiers Music erschienen.

„Angels Of Mercy – Live In Germany“ ist ein recht gutes Beispiel dafür, warum Live-Mitschnitte vor allem inklusive Bild heutzutage ein zweischneidiges Schwert sind. Vor etwa zehn Jahren machte die Technologie einen Sprung und seither ist es möglich, mit recht geringem Mehraufwand komplette Konzerte mitzuschneiden, weil sowieso die gesamte Bühne abgenommen wird und da noch eine Festplatte mit dranzuhängen, ist ein Kinderspiel. Auch Kameras, die ein halbwegs vernünftiges HD-Bild aufzeichnen, sind heute nicht mehr sonderlich teuer und schon kann jede Band ihre eigenen hochwertigen Konzert-Mitschnitte anfertigen. Sollte man meinen. Leider ist dem nicht so.

Die genannten Eckdaten stimmen auch auf „Angels Of Mercy – Live in Germany“, denn PRIMAL FEAR sind hier in bester Bild- und Tonqualität eingefangen, wobei auch der Schnitt weitgehend in Ordnung geht, wobei vielleicht das Publikum etwas zu selten im Bild ist, aber daran stört sich kein großer Geist – dafür kann man den beiden Gitarrenhexern Tom Naumann und Alex Beyrodt immer im richtigen Moment auf die Finger gucken und das sollte insbesondere Fans eindrucksvoller Gitarrenarbeit großen Spaß machen. Wie das aber mit Mitschnitten über die Bühnenmikrofonierung oft so ist, klingen PRIMAL FEAR auf „Angels Of Mercy – Live In Germany“ leider fast gar nicht live.

Sicherlich nicht zuletzt dank gekonnter Nachbearbeitung im Studio kommt die band hier ähnlich fett wie auf ihren Alben aus den Boxen und das Publikum ist auf dann, wenn Frontmann Ralf Scheepers während eines Songs um Mitarbeit bittet, nicht zu hören und wird allenfalls zwischen den Songs mal lauter gedreht. Kurz: Live-Atmosphäre sucht der Betrachter hier weithin vergebens. Das ist schade, denn PRIMAL FEAR agieren beim hier eingefangenen Heimspiel in Stuttgart mit offenkundigem Enthusiasmus, die Setlist umfasst mit Klassikern wie „Final Embrace“, „Nuclear Fire“ oder „Metal Is Forever“ und neuerem Material wie „Rulbreaker“, „Angels Of Mercy“ und „In Metal We Trust“ das Beste aus der jüngeren wie älteren Schaffensgeschichte der Band und auch das Publikum hat – so man es denn zu sehen bekommt – mächtig Spaß.

Nur wurde hier eben bei den Aufnahmen mit vergleichsweise simplen [und vermutlich kostengünstigen] Mitteln gearbeitet, was in Sache Sound leider das nötige Live-Gefühl vermissen lässt und so mutet „Angels Of Mercy – Live In Germany“ oft eher wie ein Musikvideo denn ein Konzert-Mitschnitt an. Hier und da scheint auch das Bild nicht 100% mit dem Ton synchron zu sein und da setzen die Gitarristen dann schon mal zu einem flinken Lauf an ehe man ihn hört – stört nicht wirklich, wird aufmerksamen Zuschauern aber auffallen. Etwas befremdlich mutet es auch an, dass Frontmann Scheepers ausgerechnet in Stuttgart nur englischsprachige Ansagen macht, allerdings kann das noch darauf zurückzuführen sein, dass „Angels Of Mercy – Live In Germany“ international vertrieben werden soll.

Andererseits haben Hammerfall einst eine Live-CD in ihrer Heimatstadt Göteborg aufgenommen und dass Joacim Cans da nur schwedisch sprach, störte auch niemanden. Über die sonstige Ausstattung dieser DVD gibt es nichts negatives zu sagen, denn hier gibt es sämtliche Videoclips der Truppe seit „Unbreakable“ und zusätzlich noch einen Performance-Clip vom „Masters Of Rock“-Festival in Tschechien. Die beigefügte CD enthält das Konzert in vergleichbart guter (und unpersönlicher) Audioqualität, wobei neben dem Drumsolo auch die Bandvorstellung sowie – unverständlich – das abschließende „Running In The Dust“ entfernt wurden.

PRIMAL FEAR sind eine fantastische Live-Band und das sieht man auch auf „Angels Of Mercy – Live In Germany“ in aller Deutlichkeit. Hören kann man es auf diesem Mitschnitt leider nicht so gut, denn nach der Audiospur zu urteilen könnte das Dargebotene auch im Studio eingespielt worden sein. Mit dieser Problematik stehen PRIMAL FEAR wahrlich nicht alleine da und Auftritt und Setlist des Stuttgarter Konzertes lassen keinerlei Wünsche offen, allerdings verfehlt es „Angels Of Mercy – Live In Germany“ leider, die Magie eines Live-Konzertes, welche vor Ort mit Sicherheit spürbar war, erfolgreich zu transportieren.

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