SAGENBRINGER sind schon länger keine unbekannte Folk-Metal-Band mehr. Die vier Skalden aus dem Norden Deutschlands haben sich spätestens seit ihren Auftritten auf namhaften Bühnen und dem Labelvertrag bei Nocut einen festen Platz in der Szene gesichert. Auf der diesjährigen Ausgabe des Wacken Open Air schafften es SAGENBRINGER auf die Wackinger Stage; ein weiterer Meilenstein. Fantasy-begeisterte Fans der Band dürfen sich nun über die neu erschienene EP „Sagendarium“ freuen, denn diese ist definitiv hörenswert.
Konzeptuell bewegt sich SAGENBRINGERs „Sagendarium“ in J. R. R. Tolkiens „Hobbit“- und „Herr-der-Ringe“-Universum. Die melodische Folk-Metal-EP erinnert ein wenig an das 2022 erschienene Album „Sagenbringer“, das ähnlich tanzbare Songs wie „Bragis Flöte“ und „Trolltaverne“ beinhaltet. Die Tracks haben einprägsame Refrains, die zum Mitsingen animieren. Als Fantasy-Nerd fühlt man sich beim Zuhören, als wäre man selbst Teil einer von Bilbo Beutlins legendären Feiern. Die durch Flöte begleiteten Melodien passen zur Atmosphäre von Mittelerde und verleihen „Sagendarium“ Authentizität. Keiner der Songs gleicht dem anderen; der eine ist mehr zum Feiern, der andere ähnelt durch kraftvolle Rhythmen und Trommelschläge mehr einer Kriegshymne. Einspieler von Geklatsche und Rufhorn, die wie direkt aus den Tolkien-Verfilmungen von Peter Jackson klingen, verleihen den Tracks nochmal das gewisse Etwas.
Vor allem „Der hundertelfzigste Geburtstag“ ist mit der melodischen Flötenbegleitung sehr gut tanzbar und hat Ohrwurmpotenzial. Der Track macht Spaß und bringt trotzdem noch genug Härte mit, um nicht nur Fantasy-, sondern auch Metal-Fans zu begeistern. Schnelle Drums, energetische Riffs und gutturaler Gesang passen erstaunlich gut zu fröhlichen Flötenklängen. Auch wenn härtere Gitarrenpassagen nicht das sind, was man auf einem Hobbit-Geburtstag erwartet, tun diese dem Party-Feeling absolut keinen Abbruch; im Gegenteil. Tanzen, Headbangen, Pogen – zu diesem Song passt alles.
„Sagendarium“ fügt sich wunderbar in die Diskographie des Skalden-Quartetts ein. In üblicher metallischer Manier besingen SAGENBRINGER Tolkiens Geschichten. Nachdem die letzte Platte „Zwischen den Welten“ einen eher epischeren und monumentalen Klang mit sich brachte und auch die „Zeit der Geschichten“ etwas düsterer klang, ist die lockere Stimmung dieser EP eine schöne Abwechslung.
Ein Muss für „Hobbit“- und „Herr-der-Ringe“-Fans! Und auch wenn man nicht unbedingt zu jenen gehört: „Sagendarium“ passt sicher auch gut als Hintergrundbeschallung für Tabletop-Runden.
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