CD-Review: Saltatio Mortis - Für immer frei (Unsere Zeit Edition)

Besetzung

Alea - Gesang
Till - Gitarre
Frank - Bass
Jean - Schlagzeug
Falk - Drehleier, Dudelsack
Luzi - Dudelsack, Schalmei
Elsi - Dudeslack, Schalmei

Tracklist

CD1:
01. Ein Traum von Freiheit
02. Bring mich zurück
03. Loki
04. Linien im Sand
05. Für immer jung
06. Palmen aus Stahl
07. Löwenherz
08. Mittelfinger Richtung Zukunft
09. Rose im Winter
10. Factus De Materia
11. Seitdem du weg bist
12. Keiner von Millionen
13. Neustart für den Sommer
14. Geboren um frei zu sein

CD2:
01. Nie allein
02. Funkenregen
03. Unsere Zeit
04. Wellerman
05. My Mother Told Me
06. Hypa Hypa (Eskimo-Callboy-Cover)
07. Geboren um frei zu sein (Alternative Version)
08. Nie allein (Proberaum-Session)


Neben der Liebe ist Freiheit das wohl am häufigsten besungene Thema der Musikgeschichte. David Hasselhoff sang bekanntermaßen die Mauer mit seiner unsterblichen Hymne „Looking For Freedom“ im Alleingang nieder, Westernhagens „Freiheit“ sorgt bis heute für Gänsehaut und mit „Frei zu sein“ haben In Extremo einen Evergreen der Mittelalter-Szene geschrieben. Vor knapp einem Jahr haben SALTATIO MORTIS der Freiheit ein ganzes Album gewidmet und wie es inzwischen fast schon Tradition ist, spendiert das Septett der Scheibe eine neue Version: „Für immer frei (Unsere Zeit Edition)“ beinhaltet nicht nur das Nummer-eins-Album, sondern auch eine Bonus-CD mit acht neuen Songs. Die nun insgesamt 22 Songs decken die gesamte musikalische Bandbreite von Deutschrock über Mittelalter-Punk bis hin zu den folkigen Wurzeln der Band ab.

Fans der Band dürften CD 1 bereits in- und auswendig kennen, schließlich hat die Scheibe schon ein Jahr auf dem Buckel. Die vierte Chart-Poleposition in Folge sorgte in der Szene mal wieder für reichlich Gesprächsstoff. Mit Tracks wie „Linien im Sand“ oder „Palmen aus Stahl“ zeigen sich SALTATIO MORTIS so metallisch wie noch nie und rechnen schonungslos mit Nationalismus und Umweltverschmutzung ab. „Loki“, „Löwenherz“ und besonders „Factus De Materia“ sorgen für feuchte Augen bei Fans der ersten Stunde und „Für immer jung“, „Geboren um frei zu sein“ oder „Keiner von Millionen“ bedienen die punkig-rockige Seite der Truppe. Nicht verschwiegen werden darf aber auch der textliche Totalausfall „Seitdem du weg bist“. Wer ernsthaft Zeilen wie „Seitdem du weg bist, geht es mir wieder geil“ schreibt, befindet sich normalerweise im Teenager-Alter und damit am Anfang seiner Songwriting-Versuche. Aber Schwamm drüber, der Rest der Scheibe macht einfach zu viel Spaß.

Besonder spannend auf „Für immer frei (Unsere Zeit Edition)“ ist natürlich CD 2. Dem Schunkel-Opener „Nie allein“ haben SALTATIO MORTIS auch ein wunderbar emotionales Video mit ihren Fans spendiert. Der Titeltrack „Unsere Zeit“ sowie das folgende „Funkenregen“ ziehen den Härtegrad ordentlich an und überzeugen mit punkigen Gitarren und ganz vielen Dudelsäcken. Für „Funkenregen“ standen wohl Iron Maiden Pate, anders lassen sich der galoppierende Rythmus und die melodischen Gitarren nur schwer erklären. Trotz aller Charterfolge und politischen Punk-Songs vergessen die sieben Spielleute nie ihre Wurzeln: „Wellerman“ und „My Mother Told Me“ könnten so auch auf „Aus der Asche“ oder „Wer Wind sät“ Platz finden. Zugegeben, bei beiden Stücken handelt es sich um Coversongs, aber SALTATIO MORTIS verleihen ihnen doch ihre ganz eigene Note.

Und dann ist da ja auch noch „Hypa Hypa“. Ja, die Nummer stammt im Original von Eskimo Callboy und ja, das Original ist wirklich grenzwertiger Elektro-Core, aber die Version auf „Für immer frei (Unsere Zeit Edition)“ macht unglaublich viel Spaß. Dudelsack, Drehleier und Bouzouki treffen auf Core-Gitarren und Jeans druckvolles Drumming. Sieht man dann im dazugehörigen Video auch noch, wie viel Spaß die Truppe an der Nummer hat, dürfte auch der letzte Zweifler überzeugt sein. Abgeschlossen wird die Scheibe durch unspektakuläre alternative Versionen von „Nie allein“ und „Geboren um frei zu sein“.

Mit „Für immer frei (Unsere Zeit Edition)“ servieren SALTATIO MORTIS ihren Fans definitiv keine B-Seiten-Sammlung. Bei fast allen Stücken der zweiten Scheibe fragt man sich, wieso sie nicht von Anfang an Teil des regulären Albums waren. Besonders „My Mother Told Me“ dürfte, nein, muss einen festen Platz in zukünftigen Setlists haben. Ob es aber wirklich die Veröffentlichung zusammen mit dem Album aus dem letzten Jahr hätte sein müssen oder nicht auch das EP-Format gereicht hätte, sei mal dahingestellt.

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Bewertung: 8 / 10

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