CD-Review: Saltatio Mortis - Brot und Spiele - Klassik und Krawall

Besetzung

Alea der Bescheidene - Gesang, Dudelsack, Schalmei, Akustikgitarre, Bouzouki
Till Promill - Gitarre, Bouzouki
Jean Méchant, genannt der Tambour - Gitarre, Klavier, Bouzouki
Bruder Frank - Bass
Lasterbalk der Lästerliche - Schlagzeug
Falk Irmenfried von Hasen-Mümmelstein - Drehleier, Dudelsack, Schalmei, Nyckelharpa
El Silbador - Dudelsack, Schalmei, Uillean Pipes, Thin Whistle, Scottish Smallpipe, Great Highland Bagpipe
Luzi das LI - Dudelsack, Schalmei, Tin Whistle

Tracklist

Klassik:

01. Brunhild
02. Dorn im Ohr
03. Besorgter Bürger
04. Sie tanzt allein
05. Ich werde Wind
06. Heimdall
07. Brot und Spiele
08. Nie wieder Alkohol
09. Spur des Lebens
10. Europa
11. Träume aus Eis
12. Große Träume

Krawall:

01. Ein Stück Unsterblichkeit
02. Große Träume
03. Dorn im Ohr
04. Wo sind die Clowns?
05. Brot und Spiele
06. Wachstum über alles
07. Europa
08. Besorgter Bürger
09. Idol
10. Spur des Lebens
11. Galgenballade
12. Raghs-e-Pari
13. Heimdall
14. Brunhild
15. Ich werde Wind
16. Träume aus Eis
17. Nie wieder Alkohol
18. Rattenfänger
19. Prometheus
20. Sie tanzt allein
21. Früher war alles besser
22. Mittelalter
23. Eulenspiegel
24. Spielmannsschwur


Erst im Sommer 2018 ist mit „Brot und Spiele“ das elfte Album der Mittelalter-Rocker SALTATIO MORTIS erschienen. Schluss ist damit aber noch nicht: Schon fünf Monate später erhält die Platte in Form von „Brot und Spiele – Klassik und Krawall“ eine Alternativ-Version. Das Konzept ist rasch erklärt: Auf der ersten CD finden sich Neuaufnahmen der „Brot und Spiele“-Songs ohne Rock-Elemente und dafür mit orchestraler Unterstützung, die zweite CD beinhaltet ein Live-Konzert im typischen SALTATIO-MORTIS-Gewand.

Dass sich die Gruppe generell nicht zu schade dafür ist, ein Album nochmal in einer neuen Version einzuspielen und zu veröffentlichen, beweiste bereits „Zirkus Zeitgeist – Ohne Strom und Stecker“ aus dem Jahr 2015, eine komplett neu aufgenommene Akustik-Version von „Zirkus Zeitgeist“ aus demselben Jahr. Während dies ein durch und durch erfrischendes Konzept war, das sehr zu gefallen wusste, ist „Brot und Spiele – Klassik und Krawall“ nur teilweise gelungen. Über den „Krawall“-Teil müssen dabei nicht viele Worte verloren werden, die Live-Versionen klingen ordentlich und vermitteln ein gewisses Konzert-Feeling, darüber hinaus handelt es sich um eine gute Mixtur aus alten und neuen Songs. Wirklich spannend gestaltet sich in erster Linie der Blick auf den „Klassik“-Teil, der einen zwiespältigen Eindruck hinterlässt. Es sind in erster Linie die Songs, die bereits auf dem Original eher ruhig, atmosphärisch und episch waren, die von der Generalüberholung profitieren. Nummern wie „Brunhild“ oder „Heimdall“ erscheinen durch die Orchestrierung in einem ganz neuen und interessanten Licht und werden somit zu vollwertigen Alternativ-Versionen, die überaus hörenswert sind. Unerwartet ist wohl der Umstand, dass ausgerechnet die erste Single „Große Träume“ einer der Songs ist, der sich in seinem neuen Gewand am besten macht. Aus der HosenOnkelz-Gedächtnisnummer mit Dudelsack wird hier ein wunderbar entschleunigtes und melancholisches Stück.

So ergeht es jedoch bei weitem nicht allen Songs und abgesehen von „Große Träume“ sind es größtenteils genau die rockigen Nummern, die sich in ihren orchestralen Versionen nicht wirklich stimmig anfühlen. Die neuen Fassungen von „Besorgter Bürger“ oder „Dorn im Ohr“ etwa entfalten längst nicht die Wirkung, die SALTATIO MORTIS dafür wohl vorgesehen hatten, weil das Orchester zu den Songs einfach nicht passen will.

Eine Fehlinvestition ist „Brot und Spiele – Klassik und Krawall“ dennoch nicht. Davon abgesehen, dass sich das beiliegende Konzert auch für die heimische Audio-Anlage rentiert, ist es bei einigen der Nummern des Originals durchaus ein interessantes und lohnenswertes Erlebnis, sie mit orchestraler Untermalung zu hören. Abstriche müssen allerdings gemacht werden, da diese Rechnung längst nicht bei allen Nummern aufgeht. Angesichts der grandiosen Orchester-Version von „Heimdall“ bleibt am Ende der Eindruck, dass das Projekt besser gelungen wäre, hätte man sich bei der Umsetzung in erster Linie auf die Akustik-Songs der „Brot und Spiele“-Bonus-CD „Panem Et Circenses – Ad Fontes“ konzentriert. Hier passt die Orchestrierung einfach besser als bei einem großen Teil der Songs des eigentlichen Albums.

Bewertung: 6 / 10

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